Aktuelles 2016

Aktuelles bis 2015


Aktualisiert am 02.01.2017

NEUERSCHEINUNG

Nicole WULF

Praktische Herausforderungen des Übersetzens: Handbuch für Übersetzende mit Zielmarkt Schweiz unter besonderer Berücksichtigung der Sprachrichtungen Englisch-Deutsch und Französisch-Deutsch

2016

ISBN 978-3-906112-69-5

Nicole Wulf hat in dem im August des Jahres erschienenen Handbuch ihre Erfahrungen aus Praxis und Theorie gebündelt. Ein Masterabschluss in „Transkultureller Kommunikation und Übersetzung“, die praktische Erfahrung als Fachübersetzerin und als Dozentin und Ausbilderin fließen in das Werk ein.

In der klassischen Abfolge werden die Kapitel „Der Kunde“, „Der Auftrag“ und „Der Text“ abgehandelt, bevor es um die Übersetzungsprobleme geht. Hier stellt Nicole Wulf die sprachlichen, pragmatischen und kulturell bedingten Übersetzungsprobleme dar. Immer orientiert an der Praxis, ist dieses Handbuch nicht nur für den „Zielmarkt Schweiz“ – wie der Untertitel sagt – geeignet, sondern ein empfehlenswertes Werk für die Übersetzungsbranche.





Artikel vom 28.11.2016

Die Datenbank für Übersetzungen: Index Translationum

Der Index Translationum ist eine von der UNESCO veröffentlichte Bibliographie, die seit 1932 Übersetzungen ihrer Mitgliedsstaaten nachweist. Die Online-Ausgabe enthält über 2 Mio. Einträge aus allen Fachgebieten mit Einträgen ab dem Jahr 1979. Jedes Jahr werden etwa 100000 Einträge hinzugefügt. Der Index enthält bibliographische Angaben zu übersetzten Werken aus verschiedenen Sachgebieten aus über 100 Sprachen. Es sind über eine Million Hinweise auf Arbeiten von mehr als 150000 Autoren verzeichnet. Suchsprachen sind Englisch, Französisch und Spanisch.

Neben der Suche nach den bibliographischen Daten bietet der Index Translationum weitere Funktionen, die ihn als fachliche Informationsressource für die Übersetzungswissenschaft und für viele Bereiche der Allgemeinen Sprachwissenschaft interessant machen.

Über spezielle Filter lassen sich statistische Angaben zusammenstellen, z.B. welche Autoren in welchen Jahren am häufigsten übersetzt wurden, in welchen Ländern die meisten Übersetzungen publiziert werden oder aus welchen bzw. in welche Sprachen am häufigsten übersetzt wurde.

Hier der Zugang zur Datenbank:

http://portal.unesco.org/culture/en/ev.php-URL_ID=7810&URL_DO=DO_TOPIC&URL_SECTION=201.html





Artikel vom 05.08.2016


Buchtipp:

Brasilianische Literatur in deutscher Sprache: Literaturübersetzung aus der Sicht der Translationswissenschaft
Von Petra Boes
Berlin 2013


In der Reihe Lateinamerika-Studien erschien als 2. Band diese Studie der Übersetzerin Petra Boes.

Vorgestellt werden brasilianische Schriftsteller und ihre Werke sowie die Übersetzungen und die Übersetzer.

Frau Boes untersucht die Aufgabe des Übersetzers, seine Kulturkompetenz und nimmt Stellung zur „Macht des Übersetzers“.

Ein hochinteressanter Einblick in die brasilianische Literatur und ihre Präsentation in deutscher Sprache ebenso wie eine engagierte Übersetzungskritik einer erfahrenen Übersetzerin.

ISBN: 978-3-86464-043-8 kart. : EUR 19.80





Aktuell: Myanmar-Forschung

Artikel vom 04.07.2016


Die politische Öffnung Myanmars seit dem Jahre 2010 hat auch für Wissenschaftler neue Möglichkeiten geschaffen, da sie nun mit Kontakten und Reisen ins Land intensivere Forschung betreiben können.

An der Universität Passau wurde 2012 das Wissenschaftsforum Myanmar (WiMya) gegründet. Das Netzwerk soll die Forscher im deutschsprachigen Raum miteinander in Verbindung bringen, um Wissenschaftskooperationen und den Austausch von Forschungsergebnissen zu unterstützen.

Informationen zum WiMya:  http://www.phil.uni-passau.de/suedostasien/wissenschaftsnetzwerke/wissenschaftsforum-myanmar/
An der Universität Zürich wurde im November 2014 ein ‚Memorandum of Unterstanding‘ mit der Mandalay University über eine Forschungszusammenarbeit unterzeichnet. Die verschiedenen Forschungsprojekte werden hier vorgestellt:
http://www.myanmar.uzh.ch/de/research.html
Eine Liste der Publikationen aus der Züricher Myanmar-Forschung findet sich hier: http://www.myanmar.uzh.ch/de/publikationen.html
Im Juli 2015 fand eine interdisziplinäre Tagung zur Vernetzung der deutschsprachigen Myanmarforschenden in Zürich statt. Ein Überblick über die Tagung ist soeben in den „Asiatischen Studien“ Band 70, Heft 1 im März 2016 von Georg Winterberger vorgestellt worden.





Forschungsprojekt der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz:

Artikel vom 02.06.2016


DIE SCHULE VON SALAMANCA

Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Duve und Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann wird am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte und der Goethe-Universität in Frankfurt am Main zur „Schule von Salamanca“ geforscht. Das Projekt ist auf 18 Jahre angelegt.

An der Universität Salamanca lehrten im 16. und 17.Jahrhundert die Vertreter dieser Schule, die ein neues Konzept des Naturrechts formulierten. Sie beeinflussten andere Wissenschaftler jener Zeit und wirkten mit an weitreichenden juristischen, ökonomischen, politischen und theologische Analysen, die die westeuropäische Ideengeschichte umfassend beeinflussten.

Das Projekt der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz möchte die bisherige intensive internationale Forschung von Philosophen, Juristen, Ökonomen, Historikern und Theologen zusammenführen und übergreifenden Fragestellungen und Methoden erfassen.

Neben der Erstellung eines umfangreichen Quellenkorpus soll aus den Quellen ein historisches Wörterbuch der juristisch-politischen Sprache der „Schule von Salamanca“ entstehen. Die Quellen werden digitalisiert, das Wörterbuch in einer elektronischen Version erstellt und in Zukunft soll beides über eine Website zur freien Verfügung stehen.

Weitere Informationen:

http://www.salamanca.adwmainz.de/informationen.html





Tipp: Mehrsprachige PDFs erstellen

Artikel vom 03.05.2016


Dr. Anja Rütten, Konferenzdolmetscherin, gibt in Ihrem Blog unter http://blog.sprachmanagement.net/?p=762 eine Anleitung zur Erstellung mehrsprachiger PDFs.

Liegen von einem Dokument Fassungen in mehreren Sprachen vor, kann man mit dem von ihr vorgestellten Verfahren diese Fassungen in Spalten nebeneinander in einem Dokument zusammenfügen ohne den Text manuell zu kopieren und einzufügen.





Neues zur persischen Sprache

Artikel vom 04.04.2016


Das Rechtswörterbuch von Firous Ebrahim-Nesbat ist auch online verfügbar:

Firous Ebrahim-Nesbat : Rechtswörterbuch, Deutsch-Persisch und Persisch Deutsch, Band 1: Deutsch-Persisch, Universitätsverlag Göttingen 2010, als kostenlose PDF zum Download unter folgendem Link:

http://www.univerlag.uni-goettingen.de/bitstream/handle/3/isbn-978-3-941875-43-2/nesbat_1.pdf?sequence=1

Hier eine Neuerscheinung:

Farshid Delshad: Textbuch modernes Persisch

Dieses Textbuch möchte eine Lücke für Persisch-Lernende schließen. Zwar gibt es viele Lehrbücher für die persische Sprache, aber nur wenige Primärquellen, die Lernende ohne lexikalische Erläuterungen und Glossar verstehen können. In diesem Band sind 30 ausgewählte Lektürebeiträge aus verschiedenen aktuellen Themenbereichen zusammengestellt.
Jedes Kapitel enthält eine kurze Einführung, einen Hinweis auf das Textniveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen, eine Wortfeldliste sowie Literaturhinweise zum Thema.

Ebenfalls bietet dieses Buch eine Liste der rund 300 häufigsten Verben im klassischen und modernen Persisch, ein dreisprachiges Glossar (Persisch-Deutsch-Englisch) und eine Konjugationstabelle mit allen persischen Tempora.

Die bibliographischen Angaben:

Delshad, Farshid , Textbuch modernes Persisch, 2015
336 S., Gebunden, 39,90 €, ISBN: 9783954900565





Unsere Serie - Hilfsmittel für Übersetzer: Teil 9
Links und Glossare zu den Themen ARCHITEKTUR UND BAUWESEN

Artikel vom 03.03.2016


Ein spanisch-englisch-französisches Wörterbuch „Arquitectura y construcción“ steht unter http://www.acta.es/glosarios/arquitectura_y_construccion-e.pdf   zum freien Download bereit.

Ein vom „European Economic and Social Committee“ herausgegebenes multilinguales Glossar ist ebenfalls als PDF erhältlich hier:
http://www.eesc.europa.eu/resources/toolip/doc/2012/05/09/glossary_en_cs_sk_pl_final.pdf
Das Glossar trägt den Titel: “Let’s speak sustainable construction”. Es bietet die englische, tschechische, slowakische und polnische Version in einem A-Z Format mit der Ausgangssprache Englisch. Ab Seite 147 findet sich ein Index für jede der vier Sprachen, so dass mithilfe des Index die Definition jedes Begriffes gefunden werden kann.

Dipl. Ing. Manfred Hupetzky hat ein eigenes Wörterbuch zur Bautechnik Spanisch/Deutsch und Deutsch/Spanisch (Stand 2002) erstellt und erklärt dazu: „Dieses Handbuch entstand aus der Notwendigkeit ein handliches Wörterbuch ‚am Mann‘ zu haben, um alltägliche Probleme auf der Baustelle fachgerecht unter Verwendung des korrekten Vokabulars lösen zu können.
Es hat sich während einer ca. 2-jährigenProjektbetreuung einer Grossbaustelle im Raum Barcelona bewährt.“
Hier die PDF-Version:
http://www.ibl.uni-stuttgart.de/fileadmin/pdfs/Bautechnik%20S-D_D-S.pdf

Das Fachwörterbuch Bautechnick DEUTSCH-ENGLISCH unter http://www.bauarchiv.de/neu/specials/baudict.htm wurde von Herrn Dr. Wolfgang Paul vom Institut für Baubetriebslehre an der UNI Stuttgart zur Verfügung gestellt und umfasst momentan ca. 2500 Wörter.





Unsere Serie - Hilfsmittel für Übersetzer: Teil 8
Links und Glossare zu UMWELT und WASSER


Artikel vom 02.02.2016


Das Europäische Umweltinformations- und Umweltbeobachtungsnetzt EIONET ist ein Partnerschaftsnetzwerk der Europäischen Umweltagentur EUA und der Länder.

EIONET stellt den GEMET Thesaurus zur Verfügung, ein multilinguales Wörterbuch zum Thema Umwelt. Es stehen folgende Sprachen zur Verfügung:

Arabisch, Baskisch, Bulgarisch, Katalan, Chinesisch, Kroatisch, Tschechisch, Dänisch, Niederländisch Englisch, Estnisch, Französisch, Deutsch, Griechisch, Ungarisch, Irisch, Italienisch, Litauisch, Lettisch, Maltesisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Schwedisch, Türkisch, Ukrainisch.

http://www.eionet.europa.eu/gemet

Das Umweltbundesamt stellt ein deutschsprachiges Glossar zum Ressourcenschutz unter
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/long/4242.pdf
als PDF zur Verfügung. Hier werden Begriffe wie „Abfall“ bis „Water Footprint“ erklärt und eine Quellenangabe verzeichnet.

Ein dreisprachiges Wörterbuch der Entsorgungswirtschaft (deutsch – englisch – französisch) ist hier einsehbar: http://www.ruesterweg.de/wp-content/uploads/2012/05/Entsorgungswirtschaft-A-Z.pdf

Von Klaus Stief stammt das Fachwörterbuch Deponietechnik, das er unter http://www.deponie-stief.de/pdf/woerter_pdf/words_all.pdf   als PDF für Englisch-Deutsch zur Verfügung stellt. Weitere Angebote unter http://www.deponie-stief.de/woerterbuch/


Zur Wasserwirtschaft hier einige Links und Online-Quellen:

Das „International Glossary of Hydrology“ herausgegeben vom Deutschen Nationalkomitee für das Internationale Hydrologische Programm (IHP) der UNESCO steht als PDF unter
https://www.ufz.de/export/data/1/19335_glossary_of_hydrology3845.pdf   zur Verfügung. Das Wörterbuch ist englisch-deutsch aufgebaut, jedoch gibt es einen englischen sowie einen deutschen alphabetischen Index.

Ein „International Glossary of Hydrology“ wird ebenfalls von der World Meteorological Organization gemeinsam mit der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization herausgegeben. Dieses Wörterbuch bietet die Sprachen Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch an. Es ist als PDF frei zugänglich hier:
http://www.wmo.int/pages/prog/hwrp/publications/international_glossary/385_IGH_2012.pdf

Hartmut Willmitzer erarbeitete ein Wörterbuch „Wasser“, das er auf seiner Internetseite www.waterquality.de   zur Verfügung stellt. Das französisch/deutsch/englische Wörterbuch ist hier einsehbar:
http://www.waterquality.de/hydrobio.hw/WWFRDEEN.HTM
Des Weiteren gibt es ein Wörterbuch Wasser englisch-deutsch, ein Wörterbuch Gewässer englisch-deutsch sowie Glossare zu Gewässern und Ökologie in Deutsch und Englisch.

Das „Wasser-Wissen-Lexikon“ ist unter
http://www.wasser-wissen.de/abwasserlexikon/iuv_abwasserlexikon_a.htm abrufbar. Erstellt wurde es vom Institut für Umweltverfahrenstechnik der Universität Bremen. Neben der Erläuterung der Fachbegriffe steht häufig auch die Übersetzung ins Englische zur Verfügung. Relevante Abkürzungen werden aufgelöst.

Die Fakultät für Bauingenieurwesen der Universität Weimar hat ein mehrsprachiges Glossar zum Thema „Wasser + Umwelt“ erstellt. Zu den in englischer Sprache alphabetisch geordneten Begriffen sind Übersetzungen ins Deutsche und teilweise ins Italienische, Polnische, Russische, Slowenische, Bulgarische und Tschechische vorhanden. Für alle Sprachen gibt es auch eine Suchfunktion.
http://www.uni-weimar.de/Bauing/wbbau/service/glossar/multiling/index.html





Unsere Serie - Hilfsmittel für Übersetzer: Teil 7
Links und Glossare zu LANDWIRTSCHAFT

Artikel vom 04.01.2016


Unter
http://tec.wzw.tum.de/ikb/deu/glossary/
ist das “Glossary of Terms for Agriculture, Agricultural Economics and Precision Farming” in den Sprachrichtung Englisch-Deutsch und Deutsch-Englisch aufzurufen (Stand 2001)

Die Website von AIMS – Agricultural Information Management Standards bietet den “AGROVOC Multilingual Agricultural Thesaurus” mit Suchfunktion:
http://aims.fao.org/vest-registry/vocabularies/agrovoc-multilingual-agricultural-thesaurus
Verfügbar sind Begriffe aus Landwirtschaft, Ernährung, Fischerei, Forstwirtschaft usw. in 23 Sprachen: Arabisch, Chinesisch, Tschechisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Hindi, Ungarisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Laotisch, Malaiisch, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Slowakisch, Spanisch, Telugu, Thai, Türkisch und Ukrainisch.

Die OECD hat ein „Glossaire de l'agriculture“ in Englisch-Französisch in Broschürenform veröffentlicht, die bibliographischen Angaben hier: http://www.oecd-ilibrary.org/fr/agriculture-and-food/glossaire-de-l-agriculture_9789264273245-fr
Dort ist die Publikation auch kostenfrei und ohne Anmeldung vollständig einzusehen (unter dem Button „LIRE“).  Neben dem ausführlichen Literaturverzeichnis findet sich dort auch eine alphabetische Liste der lateinischen Terminologie mit Zuordnung der englischen und französischen Entsprechungen.

Das Glossar zu „Organic Agriculture“ in den Sprachen Englisch – Französisch – Spanisch kann unter
http://www.fao.org/fileadmin/templates/organicag/files/Glossary_on_Organic_Agriculture.pdf
als freier Download genutzt werden. Die FAO, die Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen stellt diesen Dienst bereit.

Das kanadische Parlament führt ein „Glossary of Agricultural Programs, Acts and Terms“ in englischer und französischer Sprache, einsehbar unter: http://www.parl.gc.ca/content/lop/researchpublications/prb0617_gloss-e.htm

Ein außergewöhnliches Glossar findet sich hier:
http://labour.crcao.fr/home.php
Ein Glossar zu traditionellen landwirtschaftlichen Techniken in Französisch – Englisch – Chinesisch – Japanisch.


Deutsches und spanisches Recht
Artikel vom 18.08.2014
Ebenfalls ab dem kommenden Semester wird an der Uni Bayreuth in Zusammenarbeit mit der Universidad Pablo de Olavide ein Doppelabschluss für den BA-Studiengang „Rechtswissenschaft deutsch-spanisch“ angeboten. Absolventen des Studiengangs können sich auf eine internationale Karriere freuen, die durch den regen Wirtschaftsverkehr zwischen den beiden Ländern getragen wird.

www.uni-bayreuth.de  



Deutsch.info
Artikel vom 01.08.2014

Die Online-Plattform deutsch.info bietet Deutschkurse in unterschiedlichen Sprachen an. Wer Deutsch als Fremdsprache erlernen möchte, hat mit dieser Webseite einen vielseitigen Lernhelfer – Lektionen und Übungen, wichtige Regeln der Grammatik, eine Mediathek, Praktische Infos sowie ein Forum für Diskussionen und Meinungen. Das  Angebot ist kostenlos und bedarf lediglich einer Registrierung.

www.deutsch.info


Konferenzdolmetschen in Saarbrücken

Der MA-Studiengang „Konferenzdolmetschen“ nimmt ab dem kommenden Semester keine weiteren Studenten mehr auf und läuft bis zum Wintersemester 2017/18 aus. Bereits eingeschriebenen Studenten werden sämtliche Seminare, Kurse sowie Prüfungen bis zum Abschluss angeboten. Ein Grund für das Auslaufen des Studiengangs wird auf der Webseite allerdings nicht angegeben.

http://fr46.uni-saarland.de/index.php?id=3421





Straelener Übersetzerpreis

Artikel vom 17.07.2014

Die Kunststiftung NRW hat in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Übersetzer-Kollegium am 11. Juni den renommierten Straelener Übersetzerpreis an zwei Kandidaten übergeben. Die Verleihung des Preises ging an Marianne Gareis und Michael Kegler, die beide Werke aus dem brasilianischen Portugiesisch übersetzt haben (Dom Casmurro von Joaquim Maria Machado und Es waren viele Pferde von Luiz Ruffato). Beide Übersetzer erhalten jeweils die Halbe Summe des auf 25.000€ dotierten Übersetzerpreises.

http://www.euk-straelen.de/deutsch/straelener-uebersetzerpreis/marianne-gareismichael-kegler-straelener-uebersetzerpreis-der-kunststiftung-nrw-2014/


 
Fünfsprachiges Online-Wörterbuch zur WM
Artikel vom 02.07.2014

Das fünfsprachige Online-Wörterbuch zur Weltmeisterschaft im Fußball wird in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch angeboten. Sie geben ein Suchwort in einer der fünf Sprachen ein und erhalten die 4 Äquivalente aus vorgegebenen Begriffen. Eine für dieses Jahr so wichtige Sprache fehlt jedoch – das Portugiesische!

https://mycls.cls.ch/football/appl.do?language=de


Mehrsprachiges Märchenbuch

Studierende und Dozenten in Germersheim haben über fünf Semester hinweg ein mehrsprachiges Märchenbuch herausgebracht. 13 Märchen werden in „Von Aschenputtel bis Wassermelonenfeld“ im Original des Ursprungslandes und ihre Übersetzungen herausgebracht. Gedruckt wird das Werk in etwa 455 Exemplaren, zum Verkauf wird es jedoch aufgrund von Rechten an einigen Märchen nicht gestellt.

http://www.06magazin.de/2014/03/06/von-aschenputtel-bis-wassermelonenfeld-die-m%C3%A4rchenwelt-in-germersheim/
 

 
Denglisch
Artikel vom 17.06.2014
Immer wieder muss sich die deutsche Sprache einer Kritik aussetzen, die einen übertrieben hohen Gebrauch an Anglizismen in unserer Sprache tadelt. Nicht zu Unrecht werden regelmäßig Personen oder Unternehmen bzw. Institutionen mit dem „Sprachpanscher des Jahres“  ausgezeichnet, die sich auffällig oft mit englischen Entsprechungen für einen bestimmten Begriff hervortun, obwohl deutsche Begriffe durchaus existieren.

Nun wurden die Anglizismen auch einem Briten zu viel. Der in Berlin lebende Adam Fletcher hat eine Aktion ins Leben gerufen, die allerhand deutsche Entsprechungen für die im Alltag gebräuchlichen englischen Begriffe vorschlägt. Auf spielerische Art und Weise sollen Benutzer „Adoptiveltern“ für die deutschen Entsprechungen werden und diese aktiv in ihren Wortschatz einbauen.

Versuchen Sie doch einmal, folgende Wörter nicht mehr zu benutzen: googeln, Recycling, Popcorn, Piercing, Ticket, Training, sexy, Shampoo, Show, Tattoo, uvm.

www.deutschretten.com
 

 
Kurzmeldungen 
Artikel vom 02.06.2014
Sprachpanscher des Jahres 2014

Bis zum 28. August können Vorschläge für die Auszeichnung als „Sprachpanscher des Jahres“ eingesendet werden. Gewählt wird er von den Mitgliedern des Vereins Deutsche Sprache – und das bereits zum 17. Mal. Ganz oben steht bisher in diesem Jahr Wolfgang Joop, der bei der Sendung „Germany´s next Topmodel“ allzu oft englische Begriffe und Sätze verwendet hat. Auch die Bundesverteidigungsministerin steht ganz vorne, weil sie bei der Münchener Sicherheitskonferenz im Januar in englischer Sprache referierte und damit zeigte, dass das Deutsche im internationalen Feld entbehrlich sei.


Einfluss von Übersetzungen auf das Leben

Die Autorin Nataly Kelly hat ein interessantes Buch herausgebracht „Found in Translation – How Language Shapes Our Lives and Transforms the World“ und dazu einen Vortrag in englischer Sprache gegeben, den Sie sich hier anschauen können.
 

 
Kurzmeldungen
Artikel vom 19.05.2014
 
Buchtipps

Übersetzer haben es nicht einfach auf dem Markt. Für einen erfolgreichen Start gibt es hier ein paar Helfer:

Miriam Neidhardt (2012) „Überleben als Übersetzer – Das Handbuch für freiberufliche Übersetzerinnen“

Birgit Golms (2011) „Marketing für Dolmetscher und Übersetzer – Wie Sie sich als Freiberufler optimal vermarkten und Kunden gewinnen“

BDÜ (2009) „Erfolgreich selbstständig als Dolmetscher und Übersetzer: Ein Leitfaden für Existenzgründer“

ADÜ Nord (2006) – Grünes Licht – Ein Ratgeber zur Existenzgründung für Übersetzer und Dolmetscher“


 
Kurzmeldungen
Artikel vom 02.05.2014

Tablets beim Konferenzdolmetschen

Alexander Drechsel, Konferenzdolmetscher bei der Europäischen Kommission zeigt in einem interessanten Video auf youtube die Einsatzmöglichkeiten von Tablet-PCs in der Dolmetsch-Kabine.

Er ist Deutscher und seine Arbeitssprachen sind Englisch, Französisch und Rumänisch. Er ist ein überzeugter Fan von Tablets. Abgesehen von der Größe und des Gewichts faszinieren ihn einige spezielle Apps, die mit Vokabular-Management etc. zu tun haben. Im Video erklärt er die Vorteile und veranschaulicht seine Vorgehensweise bei der täglichen Dolmetsch-Arbeit:

http://www.youtube.com/watch?v=qk3RNDGpe0Y  


 
Kurzmeldungen 
Artikel vom 22.04.2014 
burble.de

Die Seite www.burble.de übersetzt Internetseiten in bestimmte Dialekte. Bisher existiert eine erste Version, die sich noch entwickeln wird. Bisher wurden vier Dialekte berücksichtigt – das Schwäbische, Fränkische, Sächsische und Berlinerische – es sollen aber noch mehr folgen. So z.B. „Ruhrpott“. Für die Realisierung einer Integrierung weiterer Dialekte bitten die Betreiber des Projektes um Mithilfe. Alle Sprachwissenschaftler, die sich mit den Regeln von Dialekten gut auskennen, sind angesprochen.


Langenscheidt Dialekt-Lilliputs

Die Mini-Wörterbucher von Langenscheidt in den verschiedensten Sprachen sind vor allem für unterwegs sehr beliebt. Aber auch die Dialekt-Lilliputs erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zwischen 4000 und 5000 Stichwörter und Redewendungen weisen die Kleinen auf und geben darüber hinaus kulturelle und landeskundliche Informationen.

Die Lilliputs gibt es in folgenden Dialekten: Badisch, Bairisch, Berlinerische, Fränkisch, Hessisch, Kölsch, Plattdeutsch, Ruhrpott-Deutsch, Sächsisch, Schwäbisch, Schweizerdeutsch und Wienerisch.

http://www.langenscheidt.de/Langenscheidt-Dialekt-Lilliputs
 

 
Russischer Übersetzer bei Pressekonferenz BVB-Zenit
Artikel vom 03.04.2014
Vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions-League in St. Petersburg wurde der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp bei der obligatorischen Pressekonferenz von einem anscheinend nicht sehr gut vorbereiteten Dolmetscher sprachlich unterstützt. Nach einer amüsanten Bemerkung seitens Klopp, seine Mannschaft wäre besser vorbereitet als der Dolmetscher, gab dieser dem Trainer sogar Recht und stimmte zu.

Sowohl „CL-Gruppenphase“ als auch den Spieler Mats Hummels schien der Dolmetscher nicht zu kennen und hat auch die Spiele, zu denen Fragen gestellt wurden, nicht gesehen. Jürgen Klopp schien von Anfang an etwas genervt von der Unkenntnis des Dolmetschers sowie von den ständigen Unterbrechungen. Der BVB-Trainer merkte zwischendurch an, er hoffe, seine Ausführungen würden gut ins Russische rübergebracht werden. Auch die Übersetzungen ins Deutsche schienen nicht ganz glatt zu verlaufen, denn als der Dolmetscher von einer aktuellen „Epidemie“ bzw. einem „Trauma“ der Dortmunder Mannschaft sprach, gab Klopp an, diese Frage noch gerade so verstanden zu haben.

An diesem recht amüsanten Beispiel lässt sich ganz deutlich erkennen, wie wichtig es ist, dass ein Dolmetscher nicht nur die Sprache einwandfrei beherrscht, sondern auch die kulturellen – in diesem Falle die sportlichen – Besonderheiten eines Landes kennt. Als Klopp anfügte, dass es in der deutschen Bundesliga ab Platz 2 erst spannend wird, übersetzte der Dolmetscher, dass der 2. Platz ebenfalls gut und spannend ist. Eine spontane Eigeninterpretation, welche die Aussage von Klopp nicht richtig wiedergibt.

Die Pressekonferenz können Sie sich auf youtube gerne nochmal anschauen:
http://www.youtube.com/watch?v=2s_koPct3B8
 

 
Kurzmeldungen
Artikel vom 17.03.2014
Englisch im Gericht

Die Zulassung des Englischen als Sprache vor Gericht wäre für die deutsche Wirtschaft vorteilhaft, weil somit internationale Rechtsstreitigkeiten in deutschen Gerichten Einzug finden würden. Inwiefern sich die Angelegenheit jedoch praktisch durchführen lässt, ob zum Beispiel die Richter in den verschiedenen Instanzen der englischen Sprache auf diesem Niveau mächtig sind, bleibt offen. Lesen Sie mehr dazu unter:

http://www.haufe.de/recht/englisch-als-gerichtssprache-vor-deutschen-gerichten_226_156522.html


Europäische Kooperationsprojekte

Der Cultural Contact Point Germany hat im Auftrag der Europäischen Kommission die erste Bewerbungsrunde für das Projekt „KREATIVES EUROPA“ eröffnet. Im Zusammenhang damit sollen Projekte, die europaweite Kooperationen im Bereich Kultur unterstützen, finanziell bezuschusst werden. Sinn hinter diesen Fördermaßnahmen ist, die kulturellen und kreativen Handlungsmöglichkeiten in Europa zu erweitern und grenzüberschreitende Arbeit zu unterstützen.

http://www.ccp-deutschland.de/meldungen.html?&tx_ttnews[tt_news]=196&tx_ttnews[backPid]=146&cHash=ea68a412ad932344ab06a6cab7316c8d

 

 
Videodolmetschen im Gesundheitswesen
Artikel vom 04.03.2014
Wenn es um die eigene Gesundheit geht, sollten die Patienten Diagnosen und von den Ärzten vorgeschlagene Therapien bzw. Therapieoptionen gut verstehen. Auch die schlichte Informationsbeschaffung sollte jedem mit der gleichen Qualität zur Verfügung stehen. Sprachbarrieren führen jedoch leider zu Ungleichheiten in den Chancen und Möglichkeiten im Gesundheitswesen.

Oft helfen Familienmitglieder aus und dolmetschen für Ihre Eltern oder Angehörigen. Allerdings sind sie in der Regel keine Fachkräfte und können eventuell falsch übersetzen. Mögliche Abhilfe kann fremdsprachiges Personal im Krankenhaus oder in der Praxis sein, doch kann dieses vielmehr als Zufallshelfer angesehen werden.

Es gibt unterschiedliche Ansätze zur Überwindung von Ungleichheiten und Missverständnissen im Gesundheitsbereich. Ein Projekt ist das „Videodolmetschen im Gesundheitswesen“ in Österreich. Dabei sind speziell geschulte Dolmetscher zu bestimmten Uhrzeiten für Patienten und Ärzte per Videokonferenz erreichbar. Zunächst läuft das Projekt für die Sprachen Türkisch und BKS (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch) sowie für die Gebärdensprache. Das 1,5-jährige Projekt stellt geschulte Dolmetscher per Videokonferenz zur Verfügung. Bis Ende März 2014 können sich Praxen registrieren und diesen Service kostenlos in Anspruch nehmen.

Weitere Informationen dazu unter http://www.uebersetzerportal.de/bilder2/videodolmetschen_im_gesundheitswesen_wien_2013.pdf und auf der Projekthomepage: www.videodolmetschen.at .
 

 
Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEV)
Artikel vom 20.02.2014
Auf der Webseite präsentiert sich FUEV als „europäischer Dachverband der autochtonen, nationalen Minderheiten / Volksgruppen in Europa“ mit über 90 Mitgliederorganisationen aus über 30 europäischen Staaten.

Gegründet wurde FUEV 1949 in Paris und ist die Nachfolgeorganisation des bis 1938 bestehenden Europäischen Nationalitätenkongresses. Die Organisation tritt als „Anwalt und zivilgesellschaftlicher Vertreter“ auf kümmert sich in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, dem Europarat, der OSZE und den Vereinten Nationen um die unterschiedlichsten Anliegen der über 300 europäischen Minderheiten. Als nationale Minderheit gelten Gruppen, die durch Grenzziehungen und andere historische Ereignisse entstanden sind oder auf dem Territorium eines anderen Staates leben, weil sie nie selbst einen eigenen gegründet haben.

Als Highlight findet jedes Jahr das größte Treffen der autochthonen Minderheiten in Europa statt. Weiterer Höhepunkt ist die EUROPEADA, ein Fußballturnier zwischen den europäischen Minderheiten und darüber hinaus auch die Gründung des Netzwerks für Mehrsprachigkeit und sprachliche Vielfalt in Europa.

In Europa werden 90 Sprachen gesprochen, 37 davon sind Nationalsprachen und die restlichen 53 haben keinen offiziellen Status und werden als „staatenlos“ charakterisiert. Viele der Regional- und Minderheitensprachen liegen über der kritischen Grenze von 300.000 Sprechern, wie z.B. das Baskische, Walisische, Westfriesische, Bretonische. Katalanisch ist mit etwa 6 Millionen Sprechern wohl die größte der Minderheitensprachen. Ladinisch, Rätoromanisch, Ober- und Niedersorbisch, Nordfriesisch und Kaschubisch dagegen liegen unter der Grenze und sind vom Aussterben bedroht.

FUEN unterstützt auch die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen und hat darüber hinaus selbst eine „Charta der autochthonen, nationalen Minderheiten in Europa “ 2006 herausgebracht.

Das Sekretariat der FUEN befindet sich in Flensburg. Für weitere Informationen schauen Sie auf der Webseite www.fuen.org nach oder richten sich an das Sekretariat: jan.diedrichsen@fuen.org .  
 
 
Kurzmeldungen
Artikel vom 06.02.2014
Ausländische Ärzte und Sprachtests
Die nordrhein-westfälischen Ärzte- und Zahnärztekammern wurden vom NRW-Gesundheitsministerium damit beauftragt, die Sprachtests für ausländische Ärzte durchzuführen. Ärzte müssen nicht nur ihre Patienten gut verstehen, sie müssen zudem fachspezifische Briefe und Bescheinigungen ordnungsgemäß formulieren können. Angepasste Sprachtests für ausländische Ärzte sind erforderlich, da sich die Anzahl der ausländischen medizinischen Fachkräfte in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat.
 
FIT-Weltkongress
Der FIT-Weltkongress findet Anfang August statt. Interessenten können sich bis Ende April zum Frühbucherpreis von 36€ anmelden und somit 100€ sparen. Die Veranstaltung findet an 3 Tagen statt im Turnus von 3 Jahren an wechselnden Orten. Dieses Jahr versammelt sich der Internationale Dachverband der nationalen Übersetzerverbände in Berlin und bildet eine Plattform für Experten aus der Übersetzungsbranche, diesmal mit folgendem Themenschwerpunkt: Im Spannungsfeld zwischen Mensch und Maschine – Die Zukunft von Übersetzern, Dolmetschern und Terminologen.
 

 
Terminologiedatenbank des Bundestags-Sprachendienstes wurde abgeschaltet
Artikel vom 17.01.2014
Vor einigen Jahren hat der Bundestags-Sprachendienst eine Terminologiedatenbank online gestellt und somit für Übersetzungen eine fundierte Grundlage geschaffen. Leider ist der Stand veraltet und die Aktualisierung nicht mehr möglich, weil sich die Datenbank aus technischen Gründen nicht mehr pflegen lässt und falsch angewandte Terminologie nicht mehr zu vermeiden wäre.

Damals wurde die Datenbank von der Terminologin und Übersetzerin Eichert-Schäfer aufgestellt und für die Öffentlichkeit über das Internet zugänglich gemacht. Die umfangreichen 60.000 Einträge in Deutsch, Englisch und Französisch wurden nun durch Terminologielisten auf der Webseite ersetzt. Dabei werden Parlamentsbegriffe in verschiedenen Sprachkombinationen als PDF-Datei angeboten. Neu hinzugekommen ist die Kombination Deutsch-Spanisch.

http://www.bundestag.de/service/tms.html  
 

 
Kurzmeldungen
Artikel vom 02.01.2014
Neu bei Duden

Duden hat „Sprichwörter & Redewendungen aus aller Welt“ herausgebracht und beschäftigt sich mit übereinstimmenden und unterscheidenden Phrasen aus aller Welt und bietet somit einen lockeren und unterhaltenden Einblick in Kulturen und Mentalitäten aus aller Welt.
http://www.duden.de/shop/sprichwoerter-und-redewendungen-aus-aller-welt


Neuer Bundestag

Im neuen Bundestag sind Vertreter verschiedenster Berufsgruppen präsent. Dabei häufen sich bestimmte Bereiche, andere wiederrum sind unterpräsentiert. So auch die Gruppe der Übersetzer und Dolmetscher. Lediglich eine Dolmetscherin ist aktuell Abgeordnete im Bundestag: Doris Wagner von den Grünen.

http://www.gruene-bundestag.de/fraktion/abgeordnete_ID_4389869/abgeordnete/wagner-10.html   



 
Eurolingua wünscht Ihnen FROHE WEIHNACHTEN und einen GUTEN RUTSCH INS JAHR 2014!
Artikel vom 16.12.2013

 Geseënde Kersfees  Priecīgus Ziemassvētkus
 Gëzuar Krishtlindjet  Linksmų Kalėdų
 Շնորհավոր Սուրբ Ծնունդ  Schéi Chrëschtdeeg
 Eguberri on  Среќен Божиќ
 Sretan Božić  Prettige kerstdagen
 Nedeleg laouen  God Jul
 Честита Коледа  Wesołych Świąt
 Glædelig jul  Feliz Natal
 Merry Christmas  Crăciun fericit
 Gajan Kristnaskon  C Рождеством Христовым
 Rõõmsaid jõule  God Jul
 Hyvää joulua  Срећан Божић
 Joyeux Noël  Sretan Božić
 Καλά Χριστούγεννα  Veselé Vianoce
 Barka da Kirismati kuma Barka da
 Sabuwar Shekara
 Vesel Božič
 חג המולד שמח  Feliz Navidad
 Gleðileg jól  Veselé Vánoce
 Buon Natale  Mutlu Noeller
 Bon Nadal  З Рiздвом Христовым
 Sretan Božić  Kellemes karácsonyi ünnepeket
 Laetum Festum Nativitatis  Са святам Божага Нараджэння
   


 
Kurzmeldungen
Artikel vom 02.12.2013
Aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift tekom

Die Fachzeitschrift tekom (Technische Kommunikation) thematisiert in der Ausgabe 6/2013 u.a. folgende Themen: Wie erreicht man hohe Textverständlichkeit und wie vermeidet man Stolperfallen bei Sachtexten. Außerdem geht es um Apps und ihre Lokalisierung. Meistens sind die Mini-Anwendung schnell entwickelt, doch die Übersetzung der Software in verschiedene Sprachen kostet mehr Aufwand. Was sollte der Hersteller dabei beachten.

http://www.tekom.de/publikationen/technische-kommunikation.html


Hieronymus-Preis

Am 31.10.13 wurde die DVB Bank SE mit dem Hieronymus-Preis des BDÜ für ihr beispielhaftes Handeln in der mehrsprachigen Kommunikation ausgezeichnet.

http://www.dvbbank.com/de/press/press_releases/archive/repository/2013/01_11_2013.html



 
Hat die EU zu viele Amtssprachen?
Artikel vom 15.11.2013  
23 Sprachen aus den 27 Mitgliedsstaaten sind momentan als Amtssprachen der EU anerkannt. Eine Vielzahl von Dokumenten wird von zahlreichen Übersetzern in jede Sprache übersetzt, damit relevante Informationen und Gesetze alle Bürger der EU erreichen können und eine aktive Mitgestaltung durch die Bürger selbst nicht durch sprachliche Barrieren eingeschränkt wird. Dabei verfügt jede Institution der EU über ihren eigenen Übersetzungsdienst. Und der Bedarf an Übersetzungsdienstleistungen steigt – nicht nur mit der weiteren Aufnahme neuer Mitglieder und potentiell neuer anerkannter Amtssprachen. Diese Dienstleistungen kosten die EU eine Menge Geld. Laut Wirtschaftswissenschaftlern sind viele Übersetzungen nicht notwendig und sie fordern, die Sprachen des EU-Verwaltungsapparates auf sechs zu reduzieren: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Polnisch. Eine Reduzierung auf nur eine Sprache ist allerdings auch aus Sicht der Wirtschaftswissenschaftler nicht sinnvoll. Auch wenn z.B. ein Drittel der 500 Mio. EU-Bürger Englisch sprechen, würden zwei Drittel durch die Sprachbarriere kaum Einfluss auf Prozesse und Entwicklungen nehmen können – was nicht im Sinne der Europäischen Union ist.

Die beiden Wirtschaftswissenschaftler Shlomo Weber aus Dallas und Victor Ginsburgh aus Brüssel haben das Buch „How Many Languages Do We Need?“ herausgebracht. Eine Kritik in englischer Sprache hierzu gibt es unter http://usuaris.tinet.cat/apym/on-line/reviews/2011_Ginsburgh_Weber.pdf .

Die europäische Kommissarin für Mehrsprachigkeit, Androulla Vassiliou, lehnt eine drastische Reduzierung entschieden ab, denn die „Vielfalt ist Teil unseres kulturellen Erbes – weswegen wir interessanter sind als die USA, wo nur zwei oder drei Sprachen gesprochen werden“.

Übersetzungsdienste der EU:

Generaldirektion Übersetzung

Generaldirektion Dolmetschen

Übersetzungsdienst des Europäischen Parlaments

Übersetzungszentrum für die Einrichtungen der Europäischen Union  
   

 
Kurzmeldungen
Artikel vom 02.11.2013

Kulturpreis Deutsche Sprache
Seit 2000 wird auf Initiative der Eberhard-Schöck-Stiftung und des Vereins Deutsche Sprache der Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen. Im Gegensatz zum Sprachpanscher des Jahres soll er den „Erhalt und die kreative Entwicklung der deutschen Sprache dienen“.

Der Preis ging in diesem Jahr an Ulrich Tukur, Schauspieler, Schriftsteller und Musiker, der Förderverein Buchdorf-Mühlbeck-Friedersdorf e.V. sowie an das Europäische Übersetzer-Kollegium NRW in Straelen. Die Preisverleihung fand am 19. Oktober in Kassel statt:

http://www.kassel.de/aktuelles/meldungen/12297/


Kroatien und EU

In einer Mitteilung der Deutschen Wirtschafts-Nachrichten heißt es, dass Kroatien bereits wenige Monate nach seinem Beitritt in die EU in eine tiefe Wirtschaftskrise fällt. Die Exporte sind wohl aufgrund eines größeren internationalen Wettbewerbs um 20% eingebrochen  und die Kreditwürdigkeit wurde bereits herabgestuft. Viele kritisieren den Verlust der Unabhängigkeit im Zuge der Überwachung des Staates durch die EU.

Lesen Sie dazu mehr unter http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/10/16/eu-beitritt-stuerzt-kroatien-nach-drei-monaten-in-wirtschafts-krise/# .
 

 
Sprachpanscher des Jahres 2013
Artikel vom 15.10.2013

Jedes Jahr wird vom Verein Deutsche Sprache der „Sprachpanscher des Jahres“ an ein Unternehmen, eine Person oder eine Institution verliehen, die sich durch „Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache“ im negativen Sinne ausgezeichnet haben. Ausgerechnet das Standardwörterbuch der deutschen Sprache wurde in diesem Jahr mit diesem Negativpreis ausgezeichnet. Die Mitglieder des VDS kritisieren den Duden aufgrund der großen Anzahl an „lächerlichen Angeber-Anglizismen“.  Dabei seien laut Duden-Chefredakteur Scholze-Stubenrecht lediglich 3,5%  aller Wörter im Duden Anglizismen und etwa jedes 4. Wort hätte fremdsprachliche Wurzeln und das Lateinische sowie Griechische würden dabei größere prozentuelle Anteile im Duden einnehmen.
Der Duden wird etwa alle 3 – 4 Jahre neu aufgelegt. Diese Notwendigkeit spiegelt den Sprachwandel wieder und zeigt, welche neuen Wörter in unseren Sprachschatz Einzug gefunden haben – nicht selten sind dies sogenannte Anglizismen – kein Wunder in einer globalisierten Welt. Doch es kommt auch vor, dass Wörter verschwinden, sie sind aus der Mode gekommen.

Das Standardwerk, das für viele ein Synonym für Wörterbuch geworden ist, existiert seit 1880 und wurde bereits zum 26. Mal neu aufgelegt. Nicht oft spiegeln die Auflagen auch die politischen Verhältnisse wieder, wenn Wörter wie „Arabellion“, „Schuldenbremse“ oder „Energiewende“ neu aufgenommen werden.

Viele Wörter aus der Digitaltechnik sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, in den meisten Fällen sind es englische Wörter bzw. Anglizismen.

Es folgt eine Auswahl der 5000 neu aufgenommenen Wörter in der 26. Auflage des Duden: Social Media, Digital Native, Gaming, Fingergeste, QR-Code, Micropayment, E-Book-Reader, Netzsperre, Onlinerecherche, Flashmob, Compi, Wutbürger, Shitstorm, lol, Low-Fat-Diät, Kaltreserve, Eurobond, Schuldenschnitt, Finanztransaktionssteuer, Zockerpapier, ESM, Vorständin, Rabaukin, Spacko, Vollpfosten, Klaukind, Alkoholschloss, abzippen, gentrifizieren, hartzen, ranken, wellnessen, Leserreporter/in, Schüttelbrot, E-Zigarette, Crossdressing, bespaßen, Kontaktdaten.

Sind Sie auf dem neuesten Stand?



Kurzmeldungen
Artikel vom 03.10.2013
Expolingua Berlin 2013
Auch in diesem Jahr findet vom 15.-17. November in Berlin die „führende Sprachenmesse und Plattform für den deutschsprachigen Markt“. Allerhand Informationen erhalten Sie zu Sprachreisen, Sprachkursen, Sprach-Apps und Nachrichten mit Tipps zum Thema Fremdsprachen, Kultur und Interkulturelle Kommunikation. Es gibt die Möglichkeit, sich über verschiedene branchenspezifische Berufsfelder, wie z.B. Gerichtsdolmetscher, zu informieren und unterschiedliche Sprachzertifikate kennenzulernen.
Schauen Sie sich das Ausstellerverzeichnis der Expolingua 2013 an und werden Sie Besucher im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur, dem Ausstellungsort der Messe. Der Eintrittspreis liegt bei 2€ - 7€, je nachdem, ob Sie ein Tages- oder Kombiticket erwerben.

Weitere Informationen auf der offiziellen Seite www.expolingua.com


Deutsche Sprache ins Grundgesetz
Der Verein Deutsche Sprache e.V. hat den Parteien Fragen zum Thema deutsche Sprache gestellt und allein die CDU würde sich für die Aufnahme des Satzes „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten eingeräumten Rechte“ in Artikel 22 des Grundgesetzes einsetzen. Bisher werden dort nur in 2 Absätzen die Hauptstadt und die deutsche Flagge erwähnt.
Zu den einzelnen Stellungnahmen der Parteien schauen Sie auf die Seite des VDS.
 



Kurzmeldungen
Artikel vom 12.08.2013 
SDL Trados Studio 2014
Eine neue Trados-Version soll noch dieses Jahr die Vorgängerversion von 2009 ersetzen – so heißt es in einer SDL-Mitteilung. Die Version soll bis Studio 2009 abwärtskompatibel sein und Verbesserungen in der Benutzerfreundlichkeit, beim Übersetzen sowie beim Projektmanagement haben.

Mehr Informationen dazu auf www.sdl.com.

Einblicke ins Konferenzdolmetschen bei der EU
Die Konferenzdolmetscherin Lourdes de Rioja ist bei der Generaldirektion Dolmetschen der EU-Kommission beschäftigt und gibt auf ihrer Webseite unter www.lourdesderioja.com spannende Einblicke in das Leben eines Konferenzdolmetschers.  
   

 
Die Sprachensammler Teil 1
Artikel vom 13.01.2013
 
Weltweit gibt es etwa 6000 aktive Sprachen, viele davon noch mit verschiedenen Dialekten. Nach einer Schätzung der UNESCO wird am Ende des 21. Jahrhunderts nur noch etwa die Hälfte dieser Sprachen aktiv existieren. Andere Schätzungen gehen sogar von einem Rückgang von bis zu 90 Prozent aus.
Sprache ist jedoch mehr als ein Kommunikationsmittel, sie ist Träger der kulturellen Identität und des kulturellen Gedächtnisses.
Die Forscher am Max-Planck-Insitut für Psycholingustik mit Sitz im holländischen Nijmegen (Nimwegen) haben sich die Bewahrung der Sprachen als wichtigem Kulturmerkmal zur Aufgabe gemacht.
In zahlreichen Projekten verfolgt das Institut Forschungen zu psychologischen, sozialen und biologischen Grundlagen von Sprache.
Das sicherlich ambitionierteste Projekt ist das „Spracharchiv“ (The Language Archive -  TLA), dessen Ziel es ist „digitale Sprachdaten zu archivieren und zu bewahren, sie für Wissenschaftler und andere Interessierte zugänglich zu machen und neue Technologien zur Unterstützung der Sprachforschung zu entwickeln."
Das heißt nicht mehr und nicht weniger als das Sammeln möglichst vieler Sprachen der Welt durch Zusammenarbeit mit und Unterstützung von Projekten zahlreicher Forscher und Forschungsstellen weltweit.
Das Spracharchiv besteht nicht nur aus einem großen Archiv digitaler Sprachdaten, darunter Feldforschungs- und Sprachdokumentationsdaten von ca. 200 Sprachen sowie andere Datentypen (z.B. Spracherwerbsdaten, Daten psycholinguistischer Experimente, Korpora von gesprochener und Gebärdensprache etc.), zu dem täglich neue Daten durch neue Projekte oder die Digitalisierung bestehender Aufnahmen etc. hinzukommen, die Abteilung, die derzeit aus 28 Technologen, Linguisten und weiteren Mitarbeitern besteht, entwickelt auch relevante Tools und Technologien zur Erstellung, Verwaltung, Archivierung, Verknüpfung und Nutzung solcher Daten („Language Archiving Technology“).
 

 
Weihnachtsbräuche weltweit
Artikel vom 23.12.2012

Informativ dazu: http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsbraeuche/Weltweit.html

Teil 4: Grönland
Das ist einfach, Weihnachten in Grönland … denn dort wohnt ja der Weihnachtsmann! *
Anschrift: Julianehaab, Grönland oder postalisch exakt: Santa Claus Nordpolen, Julemandens Postkontor, DK-3900 Nuuk.
Nur die Weihnachtsbäume, die muss man – mag man keinen aus Plastik – extra aus Dänemark bestellen, denn um den Weihnachtsbaum tanzen am Heiligen Abend ist Pflicht.
Erst im 18.Jahrhundert kam das christliche Weihnachtsfest infolge der Missionierung nach Grönland. Es ist aber kein Zufall, dass es zeitlich fast deckungsgleich mit dem altgermanischen Julfest zur Wintersonnenwende fällt.

* auch offiziell bestätigt vom dänischen Außenministerium: http://www.ambberlin.um.dk/de/menu/%C3%9Cber+D%C3%A4nemark/Ferien+und+Feiertage/D%C3%A4nische+Festtagstraditionen/Der+Weihnachtsmann+wohnt+auf+Gr%C3%B6nland/  

 


 
Weihnachtsbräuche weltweit

Artikel vom 20.12.2012

Teil 3: China? China!

Was hat China – mit einem verschwindend geringen christlichen Bevölkerungsanteil - mit Weihnachten zu tun? Seit den 90er Jahren werden auch in China, zumindest bei der städtischen Bevölkerung, Weihnachtsbräuche aus dem Westen übernommen. Es ist eine neue Kultur der Jugend und des jungen Mittelstandes. „Geschenkfest“ in China ist das Frühlingsfest, an dem Kinder und Jugendliche von ihren Verwandten beschenkt werden. So überreichen sich die jungen Leute in China zu Weihnachten meist nur Kartengrüße und nutzen die Weihnachtszeit, um Freunde zum ausgiebigen Essen, oft im Restaurant, zu treffen.

Die Einkaufszentren dekorieren heutzutage in der Weihnachtszeit gern mit riesigen kunterbunten und glitzernden Weihnachtsbäumen, auch bunte Straßenbeleuchtungen und Weihnachtsmannmützen oder –kostüme für Bedienungen und Verkäufer sind zu sehen.

http://www.forumchina.de/weihnachten-china
Artikel der FAZ zu „Weihnachten in China vom 16.11.2011: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/weihnachten-in-china-regierung-gibt-dem-konsumismus-ihren-segen-11086349.html
 


Weihnachtsgeschenke für Kurzentschlossene

Artikel vom 17.12.2012

Robert Tonks: "Denglisch in Pool Position, English makes German Werbung funny! 2", edition winderwork, ISBN 978-3-86468-325-1, 11.90 €
Der zweite Band des "dienstältesten Walisers zwischen Rhein und Ruhr" präsentiert wieder das "knapp daneben ist auch vorbei" der denglischen Werbetexte auf höchst amüsante Art und Weise, ein kleines Bändchen zum Verschenken und Weitergeben.
Es sei Herrn Tonks verziehen, dass er - laut seiner Website www.robert-tonks.de   - Fan des Liverpool FC ist, wir empfehlen ihm den BVB, unseren Heimatverein.

Apropos:
Gegenüber unserer neuen Wirkungsstätte an der Kuckelke 6 in der Dortmunder Innenstadt liegt ein BVB-Fanshop. Hier oder im Internet Fan-Shop unter https://shop.bvb.de/   finden Letzte-Minute-Weihnachtseinkäufer (um keinen denglischen Begriff zu verwenden, lieber Herr Tonks) nicht immer preiswerte, aber nachweislich schwatt-gelbe (für Nicht-Dortmunder: schwarz-gelbe, d.h. in den Farben des BVB) Geschenke und Geschenkchen.

Etwas schwerere Kost, aber doch passend zu dunklen Winterabenden das Buch "Hoffnungslauf" von Aysun Ertan, Verlag Backbone Media, ISBN 978-3000347078, 12.90 €. Die Journalistin, die viele Jahre für die türkische Tageszeitung Hürriyet in Deutschland tätig war, hat nach drei türkischsprachigen Gedichtbänden erstmals einen Roman in deutscher Sprache verfasst.  

 

 

Weihnachtsbräuche weltweit

Artikel vom 12.12.2012

Informativ dazu: http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsbraeuche/Weltweit.html

Teil 2: Australien

In Australien fällt naturgemäß das Weihnachtsfest in den Hochsommer. Die „Aussies“ haben sich ein sommerliches Weihnachtsprogramm eingerichtet. Zuhause wird ein künstlicher Weihnachtsbaum aufgestellt, unter den man nach und nach die Geschenke legt, die dort auf den Weihnachtstag warten. Am 25. Dezember ist es dann so weit, die Kinder erhalten ihre Geschenke, anschließend trifft man sich mit der Familie oder mit Freunden und feiert den ganzen Tag zuhause im Garten oder am Pool oder auch am Strand.
In Sydney findet eine große Weihnachtsparade statt sowie die berühmten „Carols by Candlelight“, stimmungsvolle Weihnachtslieder im Freien vorgetragen von bekannten Sängern, Chören und Orchestern.


http://www.australien-info.de/weihnachten.html
http://www.weihnachtsstadt.de/brauchtum/laender/Australien.htm

 


 

Weihnachtsbräuche weltweit

Artikel vom 28.11.2012

Informativ dazu: http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsbraeuche/Weltweit.html

Teil 1: Philippinen

Weihnachten auf den Philippinen – Maligayang Pasko! („Fröhliche Weihnachten“in der Sprache Tagalog)

Auf den Philippinen mit einem Anteil von ca. 80 Prozent Katholiken wird „Pasko“ (Tagalog für Weihnachten) ausgiebig gefeiert, es ist eine Zeit der Freude und Ausgelassenheit.
Mit dem ersten Hahnenschrei des 16. Dezember beginnt auf den Philippinen die neuntägige eigentliche Weihnachtszeit, mit dem Geläut der katholischen Kirchen wird zur „Misa de Gallo“ (der Hahnenmesse) gerufen. Diese Messe hat eine 200 Jahre alte Tradition,  von den Tagalog wird sie „Simbang Gabi“ genannt. Neun Tage mit täglichen Messen bereiten auf den Tag der Geburt Jesu vor. Höhepunkt ist die Mitternachtsmesse in der „Noche Buena“, nach der sich dann die ganze Familie zum Weihnachtsmahl trifft und zwar schon in den frühen Morgenstunden.
Traditionell besuchen die Kinder am Weihnachtstag, dem 25. Dezember, ihre Paten Ninong (männl.) oder Ninang (weibl.), i.d.R. haben die Kinder zwei Paten für die Taufe und zwei für die Firmung. Der Weihnachtstag heißt „Pasko ng mag Bata“, das Weihnachten der Kinder. Die Kinder treffen sich mit möglichst vielen Verwandten, respektvoll küssen sie den Älteren die Hand, sie erhalten kleine Geldgeschenke oder Süßigkeiten, einen Segen und viele Ermahnungen.
Am 28.Dezember feiern die Filipinos „Nonos Inocentes“, den Tag der Unschuldigen Kinder, in Erinnerung an jenen Tag, an dem König Herodes alle neugeborenen Knaben in Judäa umbringen ließ. Die Begehung dieses Tages ist vergleichbar mit unserem 1.April, man versucht sich gegenseitig reinzulegen und treibt Scherze.

s. http://www.inselchen.com/W-Philippinen.htm

 


 

Übersetzungsfehler

Artikel vom 18.10.2012

Auch bei der EU ist man vor Übersetzungsfehlern nicht gefeit. So meldete der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer, das Europäische Parlament habe am 3.Juli 2012 die von der Kommission vorgeschlagene Begrenzung des Arbeitstages für Reisebusfahrer auf insgesamt höchstens neun Stunden erneut abgelehnt. Gemeint war aber mit dem englischen "daily work period" nicht, wie fälschlich übersetzt, der "Arbeitstag", sondern die reine tägliche Arbeitszeit, in diesem Fall die "Lenkzeit". Die Übersetzung musste korrigiert werden.
( Quelle: http://www.busfahrermagazin.de/bdo-neun-stunden-arbeitstag-war-uebersetzungsfehler-1129823.html )

Vergleichsweise amüsant sind demgegenüber Übersetzungspannen im kulinarischen Bereich, die gern gesammelt und besprochen werden.
Der Kolumnist Axel Hacke hat in seinem Buch "Oberst von Huhn bittet zu Tisch" (erschienen September 2012, ISBN 978-3-88897-779-4) wundersames, skurriles und poetisches "Speisedeutsch" gesammelt. Hacke führt die durchaus auch makabren Menüs wie "Kinder mit Tomatensoße mit zwei Zutaten Ihrer Wahl" auf die Nutzung von maschinellen Übersetzungsprogrammen zurück, wobei er der Alltagsweisheit folgt "Aus Fehlern wird man klug": "Ich habe einfach Freude an diesen Fehlern, die ja unser Sprachgefühl in der Regel schärfen."
(Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/corso/1863610/ )

Amüsante Übersetzungsfehler in Speisekarten sammelt auch der Blog http://blog.kolibri-kommunikation.com/2012/08/22/urlaub-fur-entdecker-%E2%80%93-ubersetzungsfehler-in-speisekarten/

Die Website http://www.uebersetzungsfehler.com/ präsentiert mit Hilfe ihrer Besucher  sprachliche Wunderlichkeiten aus den Bereichen Essen, Freizeit, Internet, Tourismus und Verkehr. Meist lassen auch hier die kryptischen Texte auf maschinelle Online-Übersetzungen schließen.

Der Journalist Titus Arnu hat in der Reihe "Langenscheidt Übelsetzungen - Sprachpannen aus aller Welt" nicht nur kulinarische Absonderlichkeiten gesammelt, sondern auch bahnbrechende Neuigkeiten aus dem Bereich der Technik wie den "Rückwärtszählenkalkulagraph", die "ungestüme Bombe" oder den "federnden Teppich".
( Informationen: http://www.langenscheidt.de/autor/906/Titus_Arnu )

Eine Fundgrube der Sprachpanscher ist das "Denglische". Robert Tonks nimmt in seinem Buch "It's not all English what shines: English makes German Werbung funny!" als englischer Muttersprachler insbesondere die Werbetexter aufs Korn. In einem Gespräch mit den "Sprachnachrichten" des Vereins Deutsche Sprache antwortet Tonks auf die Frage nach einem Rat für die deutsche Werbewelt: "Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Übersetzerin oder Ihren Übersetzer. Besser noch: Kaufen Sie mein Buch."
( Quelle: http://www.vds-ev.de/sn-mobil/55/S3A1_im_gespraech.html )

Wir sind nicht unfehlbar, aber:
EUROLINGUA baut Übersetzungsfehlern vor, nicht nur durch den Einsatz erfahrener Fachübersetzer, sondern auch durch die Korrekturlesung  eines ebenso hochqualifizierten Übersetzers. Natürlich ist die Korrekturlesung im Übersetzungspreis inbegriffen! Fordern Sie einen unverbindlichen Kostenvoranschlag für Ihre Übersetzung an mit unserem  Kontaktformular oder unter info@eurolingua.de.
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Transkulturelle Studien in Studium und Forschung

Artikel vom 19.07.2012

Neben der Neuausrichtung auf „Die Sprachen Europas“ (siehe unseren Beitrag vom 6.6.12) ist auch der Trend zu „Transkulturellen Studien“ in der akademischen Aus- und Weiterbildung ebenso wie in der Forschung zu beobachten.

Hier ein auszugsweiser Überblick über Studiengänge und Forschungszweige zum transkulturellen Diskurs in Deutschland:

An der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg wird unter dem Motto „Asia and Europe in a global context“ ein Master-Studiengang „Transcultural Studies“ angeboten, der den Ansatz verfolgt, dass „Kulturen nicht in ethnisch abgeschlossenen, sprachlich homogenen und territorial begrenzten Räumen existieren“, sondern sich „vielmehr durch Transformationen und Verflechtungen, die sich aus ausgedehnten Kontakten und Beziehungen ergeben“, konstituieren.
Der Studiengang soll unter dieser Prämisse eine forschungsorientierte interdisziplinäre Ausbildung in Bereichen der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften in Verbindung mit einem transregionalen Fokus bieten.
Inhaltlich werden die Veranstaltungen des Master-Studienganges schwerpunktmäßig von den Lehrstühlen Buddhismusstudien, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte, Globale Kunstgeschichte, Ideengeschichte und Bild- und Medienanthropologie durchgeführt.
Informationen: http://www.asia-europe.uni-heidelberg.de/de/lehre/ma-global-studies.html
Fortgeführt wird der Studienzweig durch ein Graduiertenprogramm für Transkulturelle Forschung.

An der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock sind Schwerpunkte des transkulturellen Masterstudienganges englische und amerikanische Studien, so heißt dieser Studiengang „British and American Transcultural Studies“ und setzt einen guten einschlägigen Bachelorabschluss voraus.
Auch dieser Studiengang ist forschungsorientiert und interdisziplinär angelegt.
In verschiedenen Modulen wird in vier Semestern Theorie und Praxis transkultureller Studien vermittelt, ergänzt durch die Verbesserung der sprachlichen Fähigkeiten im Englischen, mit dem Ziel akademische Texte in dieser Sprache verfassen zu können. Ein Semester kann bzw. sollte an einer englischsprachigen Universität im Ausland verbracht werden, wobei auch dort Kurse belegt werden sollten, die eine Beziehung zu transkulturellen Studien haben.
Informationen: https://www.phf.uni-rostock.de/index.php?id=177832&L=0

Die Universität Bremen nennt ihren Studiengang zur Erlangung des Masters am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft schlicht „Transkulturelle Studien“. Hier wird angegeben, dass neben dem forschungsorientierten Ansatz eine starke Berufsorientierung angestrebt wird. Der Studiengang „thematisiert zeitgenössische wie historische Formen von kulturellem Kontakt, sowie Macht- und Gewaltverhältnisse“.
Eine Besonderheit sind „psychodynamische“ Ansätze und „ethnopsychoanalytische Perspektiven“. Auslandaufenthalte werden erwartet.
Informationen: http://www.mats.uni-bremen.de/

Die Besonderheit eines „Doppel-Masterstudienganges“ an den Universitäten Tübingen und Warschau verfolgt das Slawistik-Studium mit dem Schwerpunkt „Deutsch-polnische transkulturelle Studien“ in Tübingen. Bestandteil ist mindestens ein obligatorisches Auslandssemester in Tübingen bzw. Warschau, inhaltlich wird der intensive Spracherwerb der jeweiligen Fremdsprache (also Deutsch oder Polnisch) anwendungsorientiert durch praktische Übersetzungsübungen ergänzt. Ein mindestens vierwöchiges Pflichtpraktikum in einer Kulturinstitution in Deutschland oder Polen soll auf den potentiellen Berufsalltag beispielsweise im Bereich des Kulturmanagements, des Verlagswesens oder auch in der Politik vorbereiten. Berufliche Perspektiven bieten sich sowohl in Deutschland wie auch in Polen, da der Master-Abschluss von beiden Universitäten verliehen wird.
Informationen: http://www.uni-tuebingen.de/fakultaeten/philosophische-fakultaet/fachbereiche/neuphilologie/slavisches-seminar/studium/ma/dpts.html

Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde  im Rahmen des Zentrums für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale (ZAK) ein „Querschnittsbereich“ für „Interkulturelle und transkulturelle Studien“ initiiert.
Die zentralen Themen des ZAK, Interkulturalität und Internationalisierungsprozesse, sollen durch die Förderung von Forschungsarbeiten in den Bereichen ‚Interkulturelle Kommunikation’, ‚Kultur und Konflikt’, ‚Kultur und Technikrezeption’ sowie ‚Integration und Minderheiten’ weiter gefördert und transparent gemacht werden.
Informationen: http://www.zak.kit.edu/interkulturelle_studien.php sowie http://www.interkulturelles-portal.de/

Die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz trägt ein eigenes Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS), das sich der Erforschung globaler Kulturphänomene der Interkulturalität widmet. Das ZIS ist einem interdisziplinären Ansatz verpflichtet, der sich in den Projekten und in der personellen Zusammensetzung der Projekte ebenso widerspiegelt wie in der Förderung interdisziplinärer Veranstaltungen und der Verpflichtung von Gastprofessoren. Im Sommersemester 2012 waren die Gastprofessoren: Prof. Dr. Paul Tabar (Beirut), Prof. Dr. David Siroky (Arizona) und Prof. Dr. Hyo-Seon Lee. Vorlesungsreihen, Symposien und Tagungen sind i.d.R. öffentlich zugänglich. Einmal jährlich stellt das ZIS den Stand der aktuellen Interkulturalitätsforschung vor.
Informationen zu allen Veranstaltungen und Forschungsprojekten: http://www.zis.uni-mainz.de/

Das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) ist an der Universität Osnabrück beheimatet. Das forschungsorientierte Institut beschäftigt sich mit den Aspekten räumlicher Mobilität und interkultureller Begegnung in Geschichte und Gegenwart. Am IMIS wird ein zweijähriger interdisziplinärer Masterstudiengang ‚Internationale Migration und interkulturelle Beziehungen’ angeboten sowie ein ebenfalls zweijähriges internationales Erasmus Mundus Master Programm in Zusammenarbeit mit mehreren europäischen Universitäten. Informationen zu den Masterstudiengängen: http://www.imis.uni-osnabrueck.de/STUDIENGANG/index.html
Gastvorträge, Tagungen, Konferenzen und Ausstellungen fördern den internationalen Austausch der Forschungen zur Interkulturalität. Zudem verfügt das Institut über eine Spezialbibliothek zu Fragen der Migrationsforschung, die ausgeweitet wurde auf die Bereiche Migration, Flucht, Asyl, Integration, Interkulturalität, Minderheiten, Ethnizität sowie zu den damit in engem Zusammenhang stehenden Themen in interdisziplinärer, überregionaler und periodenübergreifender Sicht.
Informationen: http://www.imis.uni-osnabrueck.de/


Literatur:
Heinz Antor (Hrsg.): Inter- und transkulturelle Studien. Theoretische Grundlagen und interdisziplinäre Praxis. Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2006, 233 S., kart., (Anglistische Forschungen, Bd. 362). ISBN 978-3825351793

Andreas Gipper, Susanne Klengel (Hrsg.), Kultur, Übersetzung, Lebenswelten. Beiträge zu aktuellen Paradigmen der Kulturwissenschaften, Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3826034527

 


 

Die Sprachen Europas: Ausbildung von Spezialisten

Artikel vom 06.06.2012

In der akademischen Ausbildung findet das Zusammenwachsen Europas seinen Niederschlag in Studiengängen zu europäischen Sprachen, die über ein eingleisiges philologisches Studium hinausgehen.

An der Freien Universität Berlin wird der interdisziplinäre Masterstudiengang „Sprachen Europas: Strukturen und Verwendung“ angeboten. Die Vertiefung und Erweiterung bereits vorhandener sprachwissenschaftlicher Kenntnisse mit Schwerpunktsetzung in germanistischer oder romanistischer Sprachwissenschaft bieten eine fachwissenschaftliche Ausbildung auf höchstem Niveau mit Spezialisierung auf strukturelle, historische und gebrauchsbezogene Aspekte europäischer Sprachen.
http://www.fu-berlin.de/studium/studienangebot/master/sprachen_europas/index.html

Die Technische Universität Dresden bietet ebenfalls einen Masterstudiengang „Europäische Sprachen“ an. Der sprachwissenschaftliche Studiengang soll umfassende sprachwissenschaftliche Kompetenzen vermitteln. Wie in Berlin ist auch hier das Studium fächerübergreifend konzipiert. Besonderen Wert wird auf innovative Lehr- und Lernformen gelegt sowie auf die Stärkung der interkulturellen Kompetenzen der Absolventen.
http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_sprach_literatur_und_kulturwissenschaften/studium/faecher/master/euros

Einen anderen Ansatz verfolgt die Fachhochschule Köln, die am Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation den Europäischen Studiengang zum BA „Sprachen und Wirtschaft“ anbietet. Mit den Sprachkombinationen Französisch/Englisch, Spanisch/Französisch mit Zusatzsprache Englisch sowie Spanisch/Englisch werden die großen europäischen Sprachen abgedeckt. Das zweite und dritte der vier Studienjahre werden je nach Sprachkombination in Frankreich, Spanien und/oder einem englischsprachigen Land absolviert. Das Studium soll auf sprachlich und wirtschaftlich orientierte Tätigkeiten in international ausgerichteten Unternehmen und Organisationen vorbereiten. Möglich ist auch eine Weiterqualifizierung im Masterstudiengang „Internationales Management und interkulturelle Kommunikation“.
http://www.f03.fh-koeln.de/fakultaet/itmk/studium/studiengaenge/bachelor/sprache_wirtschaft/00591/index.html

An der Universität zu Köln ist der Master in „Europäischer Rechtslinguistik“ möglich, der neben den juristischen und sprachwissenschaftlichen Schwerpunkten auf den Erwerb mehrsprachiger Kompetenzen ausgelegt ist. So sollen die Absolventen sich für eine international ausgerichtete berufliche Tätigkeit in EU-Institutionen, in internationalen Organisationen, in internationalen Anwaltskanzleien, im Kultur- und Wissenschaftsmanagement, im Verlags- und Bibliothekswesen oder in Verwaltung und Politik qualifizieren.
http://www.sprache-und-recht.de/studium/index.html ,
der Flyer zum Masterstudiengang als Download: http://www.sprache-und-recht.de/materialien/ERL_flyer_MA.pdf

Das Zusammenwachsen Europas erfordert Spezialisten mit Sprachkompetenz. Wir sind Ihr Spezialist für Übersetzungsdienstleistungen. Von allen in alle europäischen Sprachen fertigen wir für Sie exzellente Übersetzungen auf allen Fachgebieten.
Für alle 23 Amtssprachen der EU erhalten Sie von uns auf Wunsch auch beglaubigte Übersetzungen unserer gerichtlich anerkannten und ermächtigten Übersetzer.  Selbstverständlich gilt dies auch für außereuropäische Sprachen.

 


 

Chinesisches Kulturjahr 2012 in Deutschland

Artikel vom 07.05.2012

Vor 40 Jahren wurden diplomatische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und China aufgenommen. Aus Anlass dieses Jahrestages wird 2012 deutschlandweit ein chinesisches Kulturjahr gefeiert. Die Schirmherrschaft des Kulturjahres hat der deutsche Bundespräsident übernommen.
Eine Übersicht über viele Veranstaltungen findet sich unter http://www.de-cn.net/kal/deu/deindex.htm .
Mehrere deutsche Städte haben einen eigenen Veranstaltungskalender mit großen Highlights veröffentlicht. In Köln wird das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Peking einbezogen, vom 14.-16.09.2012 begeht man das NRW-Chinafest 2012 unter dem Motto: „Der Drache tanzt in Köln“. Informationen unter: http://www.chinajahr-koeln.de/chinajahr/
Frankfurt feiert schon zu Pfingsten ein großes Chinafest: „China am Main“, auf einer Festmeile am südlichen Mainufer wird vom 25.-31.Mai Kultur und Tradition aus dem Reich der Mitte präsentiert: http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3910 .
Hamburg wählte das Motto „China ganz nah“ und führt vom 9.-25.August 2012 seine Reihe „CHINA TIME“ mit Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen, Seminaren, aber auch Theater- und Kinovorstellungen fort, dazu Weiteres: http://chinatime.hamburg.de/programm/

Nicht nur bei der Kultur spielen die Beziehungen zwischen Deutschland und China eine immer größere Rolle, die entgegen dem Europatrend weiter wachsende deutsche Wirtschaft verfestigt ihre Stellung auf dem chinesischen Markt. Im April 2012 war bei der Hannover Messe China das diesjährige Partnerland.

Für deutsche Unternehmen, die in China investieren oder nach China exportieren, ist ein fachkundiger Sprachdienstleister von größter Bedeutung.
Wir fertigen für Sie Übersetzungen aus dem Deutschen ins Chinesische und aus dem Chinesischen ins Deutsche. Wir übersetzen für Sie alle Arten von Unterlagen, Dokumenten und Dateien, ob Verträge, Informationsbroschüren, Bedienungsanleitungen, Sicherheitsdatenblätter, Bilanzen oder Handelsregisterauszüge, auch als beglaubigte Übersetzung, die von unseren gerichtlich anerkannten und ermächtigten Übersetzern gefertigt werden. Auch aus anderen und in andere asiatische Sprachen liefern wir Ihnen Übersetzungen auf allen Fachgebieten.

 


 

Das schönste Wort der Welt: YAKAMOZ – „Widerspiegelung des Mondlichtes im Wasser“

Artikel vom 24.02.2012

Schon 2007 wurde anlässlich des Jahres der Geisteswissenschaften von der Zeitschrift „Kulturaustausch“, herausgegeben vom Institut für Auslandsbeziehungen, ein Wettbewerb zum Thema „Das schönste ABC der Welt“ ausgeschrieben.
2.469 Menschen aus 58 Nationen schickten einen Beitrag mit ihrem schönsten Wort und der Geschichte dahinter an die Jury, bestehend aus den Moderatoren Marion Brasch und Jörg Thadeusz und der Schriftstellerin Inka Parei.
Die Jury bewertete die Originalität des Wortes, seine kulturelle Besonderheit und die Qualität der Begründung.
Sieger wurde das Wort YAKAMOZ, türkisch für „Widerspiegelung des Mondlichtes im Wasser“. Die in Belgien lebende Türkin Rana Aydin begründete ihren Vorschlag: „Es ist einfach schön, dieses Phänomen in einem Wort ausdrücken zu können.“ Die Jury stimmte zu:  „Es zeigt sich, dass es mit Hilfe der türkischen Sprache möglich ist, mit einem einzigen sehr poetischen Wort ein Phänomen zu beschreiben, für das man in anderen Sprachen mehrere Substantive benötigt.“
(zit. nach http://www.ifa.de/presse/pm/pm2007/pm-071025/ )
Auf Platz 2 kam „hu lu“, das chinesische Wort für „schnarchen“, auf Platz 3 das luganda-Wort „volongoto“ für „unordentlich, chaotisch“.
Beiträge waren u. a. aus Albanien, Brasilien, China, Dänemark, Elfenbeinküste, Georgien, Indonesien, Iran, Kamerun, Kanada, Malaysia, Nigeria, Pakistan, Russland, Senegal, Thailand, Türkei, Ukraine, USA und Venezuela eingegangen.
Aus diesem Wettbewerb ging das Buch „Das schönste ABC der Welt“ hervor, das kostenlos als PDF zu erhalten ist:
http://www.ifa.de/fileadmin/content/informationsforum/images/abc/abc_broschuere.pdf   mit liebevollen und sorgsamen Übersetzungen ins Deutsche.
Dort sind nicht nur die schönsten Wörter, sondern auch ihre Begründungen aufgenommen. Eine Quelle der Inspiration und des kulturellen Austausches. So ist die Begründung für das zweitplazierte chinesische „hu lu“ eine rührende Liebeserklärung an eine müde, schnarchende Mutter.

Zum Wissenschaftsjahr 2007: http://www.abc-der-menschheit.de/ .
Website des Instituts für Auslandsbeziehungen: http://www.ifa.de/

 

Deutsche Sondersprachen: Rotwelsch und Jenisch

Teil  - 2

Artikel vom 15.01.2012

Wir verwenden heutzutage nicht nur alltäglich Redewendungen und einzelne Wörter aus dem Rotwelschen, sondern begegnen auch in unserer Umgebung den Nachfahren der „Vaganten“. So hat die Eigentümerfamilie des großen Textilunternehmens C&A ihren Ursprung in Tecklenburg, vormals eine Hochburg der Wanderhändler. Die Familie Brenninkmeyer begann ihre Geschäfte im 19.Jahrhundert als wandernde Tuchwarenhausierer, sie betrieben den sogenannten „Töddenhandel“.
(s. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Töddenhandel   und http://de.wikipedia.org/wiki/Familie_Brenninkmeijer )


Das Rotwelsche bediente sich einerseits aus älterem und jüngerem Sprachmaterial vieler Epochen und nährte sich aus verschiedenen Sprachen sowie aus Varietäten des Deutschen, andererseits sind bestimmte Wörter des Rotwelschen ein lebendiger Teil des Wortschatzes der deutschen Gegenwartssprache geworden.

Hier eine kleine Auswahl:


Bammel
Barras
berappen
beschummeln
betucht
blechen (von „Blech“ in Gaunersprache = Geld)
dufte
fetzen
(die) Flatter (machen)
fleddern
flöten gehen
foppen
Ganove
großkotzig
Kaff
keilen
kess
kiebitzen
Kippe
Kittchen
Klamotten
Knacki
Knast
Kohldampf
Latschen
Lude
Maloche
mauscheln
mies
mogeln
Moneten
mosern
neppen
nerven
Penne (für: Schule)
pennen
(feiner) Pinkel
Pleite
Geld pumpen
Ramsch
Reibach (machen)
Schäkern
Schmiere stehen
schnorren
Schnuppe
schwänzen
Stuss
Tinnef
verschütt gehen
Zaster
Zoff

Eine wortgeschichtliche Analyse vieler dieser Wörter und Begriffe bietet Jasmina Čirkić in: Rotwelsch in der deutschen Gegenwartssprache, Diss. Darmstadt 2006, S. 70ff.
Sie verweist auf das maßgebliche „Wörterbuch des Rotwelschen“ von 1956 von Siegmund Andreas Wolf (Deutsche Gaunersprache. Wörterbuch des Rotwelschen. Mannheim 1956. Reprint der 2. Aufl. 1985. Hamburg 1993), wenn auch die aktuelle Forschung inzwischen einige der etymologischen Angaben Wolfs korrigiert.


Zur weiteren Information:

Unbegreifliches greifbar machen 
Sondersprachenforschung im Spannungsfeld
zwischen Arkanem und Profanem
Internationale Tagung vom 17. bis 20. November 2010 an der Karl-Franzens-Universität Graz
http://www.uni-graz.at/germacww-teilnehmer_v4.pdf - Teilnehmerliste mit Vortragstiteln

Die Reihe Sondersprachenforschung, begründet und herausgegeben von Klaus Siewert in Verbindung mit Robert Jütte, Yaron Matras, Rudolf Post und dem Deutschen Sprachatlas, Universität Marburg/Lahn erschien als Bd. 1-11 beim Harrassowitz Verlag in Wiesbaden, ab Bd. 12 erscheinen die Beiträge beim (von Klaus Siewert gegründeten) Geheimsprachenverlag, s. http://geheimsprachenverlag.de


Internetquellen:

http://blog.jenische.info/#home = Jenische Post, Aktuelles aus der „reisenden“ Welt der Jenischen – offizielles Medium des jenischen Bundesverbandes e.V. und dem politisch orientierten Dachverband der Jenischen in Europa

http://jenische.info/homesite/cms/public/index.php?cmd=smarty&id=7_lde
Jenischer Bund in Deutschland und Europa e.V.

http://www.thata.ch/jenische.htm - informative schweizerische Seite zu den „Jenischen“


Literatur:

Abel, Marlena: Slawismen in deutschen Rotwelsch-Dialekten. (Sondersprachenforschung Bd. 9) Wiesbaden 2003

 Čirkić, Jasmina: Rotwelsch in der deutschen Gegenwartssprache, Diss. Darmstadt 2006, als PDF: http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=987628933&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=987628933.pdf

Demir, Nurettin: Geschichte der Sondersprachenforschung in der Türkei (III. Internationale Symposion Sondersprachenforschung, (17-20 März 1999). Rothenberge)
Als PDF: http://turkoloji.cu.edu.tr/DILBILIM/nurettin_demir_geschichte_der.pdf

Efing, Christian: Jenisch unter Schaustellern. (Sondersprachenforschung Bd. 10) Wiesbaden 2004. Als PDF: http://www.ph-heidelberg.de/fileadmin/user_upload/wp/efing/Efing_SchaustellerJenisch.pdf

Efing, Christian: Das Lützenhardter Jenisch. Studien zu einer deutschen Sondersprache. Wiesbaden 2005 (Sondersprachenforschung Bd. 11) als PDF: http://www.ph-heidelberg.de/fileadmin/user_upload/wp/efing/Efing_LuetzenhardterJenisch.pdf

Franke, Hartwig: Zur inneren und äußerren Differenzierung deutscher Sondersprachen, in: ZDL (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 58 (1)/1991, S. 57-62
Auszug aus dem Artikel unter: http://www.jstor.org/pss/40503595

Honnen, Peter: Geheimsprachen im Rheinland. Eine Dokumentation der
Rotwelschdialekte in Bell, Breyell, Kofferen, Neroth, Speicher und Stotzheim.
Köln 1998 (Rheinische Mundarten. Bd. 10)
Zu Peter Honnen s. den informativen Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Honnen

Jütte, Robert: Rotwelsch – die Sprache der Bettler und Gauner. In: Das Buch der
Vaganten, Spieler, Huren, Leutbetrüger, hrsg. v. Heiner Boehncke/Rolf
Johannsmeier. Köln 1987, S. 133-143

Jütte, Robert: Abbild und soziale Wirklichkeit des Bettler- und Gaunertums zu
Beginn der Neuzeit. Sozial-, mentalitäts- und sprachgeschichtliche Studien zum
Liber vagatorum (1510). Köln, Wien 1988 (Beihefte zum Archiv für
Kulturgeschichte. Heft 27)
Prof. Dr. Robert Jütte, Lehrstuhlinhaber an der Abteilung für Neuere Geschichte
der Universität Stuttgart, zählt zu seinen Forschungsschwerpunkten die Alltags-
und Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit, s.
http://www.uni-stuttgart.de/hing/mitarbeiter/juette/index.html


Kramer, Undine: Spezielle Wortschätze und Ihre Kodifizierung in deutschen Wörterbüchern. Tradition, Konstanz und Wandel. Berlin, New York 2010
PD Dr. Undine Kramer ist Lehrbeauftrage der Humboldt-Universität zu Berlin am Institut für deutsche Sprache und Linguistik: http://www.linguistik.hu-berlin.de/
 

Es handelt sich um eine revidierte und um ein Personen-, Werk- und Sachregister erweiterte Fassung der Habilitionsschrift aus 2007 mit ausführlicher Darstellung der Sondersprachenforschung.
Siehe dazu http://www.degruyter.de/cont/fb/sk/detailEn.cfm?id=IS-9783110234671-1

Middelberg, Jutta: Romanismen in deutschen Rotwelsch-Dialekten. (Sondersprachenforschung Bd. 5) Wiesbaden 2001
Dieses Band aus der Reihe der Sondersprachenforschung ist leider vergriffen, hier eine Zusammenfassung: Da die grundlegenden Begriffe der Rotwelsch-Forschung nicht als allgemein bekannt vorausgesetzt werden können, werden sie in einem ersten Kapitel geklärt. Die geschichtlichen Hintergründe, die Entstehung der Rotwelsch-Dialekte und der Stand der bisherigen Forschung werden dargestellt. Anschließend werden ausgewählte Rotwelsch-Dialekte auf Romanismen, insbesondere auf Gallizismen, untersucht. Die Ergebnisse werden zunächst in einem Glossar zusammengetragen und dargestellt. Jutta Middelberg analysiert weiterhin die phonetisch-phonologischen, morphologischen, semantischen und lexikologischen Aspekte und untersucht, wie die romanischstämmigen Lexeme in die Rotwelsch-Dialekte integriert werden, ob bestimmte Integrationsmuster zu erkennen sind und wie die Romanismen der geheimsprachlichen Funktion der Rotwelsch-Dialekte gerecht werden. Schließlich werden die wortgeschichtlichen Wege der Integration der Romanismen beleuchtet, und es wird auf die Frage eingegangen, wie die Rotwelsch-Sprecher die romanischstämmigen Lexeme in ihre Geheimsprache integrieren konnten.
Entnommen: http://www.beck-shop.de/Middelberg-Romanismen-deutschen-Rotwelsch-Dialekten/productview.aspx?product=640877

Schuppener, Georg: Bibliographie zur Sondersprachenforschung (Sondersprachenforschung Bd. 6) Wiesbaden 2002
Zu Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener siehe: http://www.uni-leipzig.de/~germ/index.php?page=schuppener-georg

Siewert, Klaus (Hrsg.): Rotwelsch-Dialekte. Symposium Münster 10. bis 12. März 1995. (Sondersprachenforschung Bd. 1) Wiesbaden 1996

Siewert, Klaus / Weiland, Thorsten (Hrsg.): Aspekte und Ergebnisse der Sondersprachenforschung. 2. Internationales. Symposium in Brüssel 28. bis 31. Mai 1997. (Sondersprachenforschung Bd. 4) Wiesbaden 1999

Siewert, Klaus / Efing, Christian (Hrsg.): Aspekte und Ergebnisse der Sondersprachenforschung II. III. und IV. Internationales. Symposium 17. bis 19.März 1999 in Rothenberge / 6. bis 8.April 2000 in Münster. (Sondersprachenforschung Bd. 7) Wiesbaden 2002

Siewert, Klaus: Grundlagen und Methoden der Sondersprachenforschung. Mit einem Wörterbuch der Masematte aus Sprecherbefragungen und den schriftlichen Quellen. Wiesbaden 2003 (Sondersprachenforschung. Bd. 8)
Auszug unter http://www.beck-shop.de/downloads/nb/9783447047708_TOC_001.pdf

Windolph, Wolfram: Nerother Jenisch. Schriftliche Quellen und Glossar. (Sondersprachenforschung Bd. 2) Wiesbaden

Wolf, Siegmund Andreas: Deutsche Gaunersprache. Wörterbuch des Rotwelschen. Mannheim 1956. Reprint der 2. Aufl. 1985. Hamburg 1993

 


 

Deutsche Sondersprachen: Rotwelsch und Jenisch
Teil - 1

Artikel vom 28.11.2011

Früher nannte man sie „Geheimsprachen“ oder auch „Gaunersprachen“, heute werden sie wissenschaftlich „Sondersprachen“ genannt.
Sondersprachen sind „sich besonders im Wortschatz von der Gemeinsprache unterscheidende, oft der Abgrenzung, Absonderung dienende Sprache einer sozialen Gruppe“. (zitiert nach: http://www.duden.de/rechtschreibung/Sondersprache )

Das Rotwelsche und das Jenische sind Sondersprachen, die in der deutschen Sprache in vielen Ausdrücken sichtbare Spuren hinterlassen haben, Wörter aus dem Rotwelsch haben Eingang in die Umgangssprache gefunden (s. Wortliste in Teil – 2 - ), allerdings sind zum Teil ursprüngliche Konnotationen und Funktionen im heutigen Sprachgebrauch ersetzt worden, die Wortbedeutung bzw. ihre Nutzung hat sich verändert.

Die Sondersprachen waren Erkennungszeichen und Ausdruck der Zusammengehörigkeit als Gruppensprache von Menschen, die am Rande der Gesellschaft lebten. Einerseits grenzten sich die Gruppenzugehörigen mit dem Ziel des Informationsschutzes, der Gefahrenabwehr und der Täuschungsabsicht ab, andererseits sorgte die Sprache für Integration, für den Gruppenzusammenhalt und die Identifikation mit der Gruppe; die Gruppenzugehörigen erkannten sich beim Erstkontakt durch die Nutzung der Sondersprache.

Das Rotwelsch ist eine Mischsprache, es bezieht seine Grammatik und seinen Wortschatz aus unterschiedlichen Quellen. Lexeme wurden aus dem Jiddischen und dem Romanes übernommen, dazu kommen rotwelsche Umbildungen und Verfremdungen deutschen Sprachmaterials.
Das Jenische ist einerseits ein Rotwelsch-Dialekt, lokal variiert durch sesshaft gewordene „Fahrende“; andererseits ist es die Sondersprache der Jenischen, einer Personengruppe die bis heute insbesondere als Zirkus- und Jahrmarktfamilien existiert.

 

Im Mittelalter wurde das Rotwelsch von Vaganten („fahrendem Volk“) gesprochen,  es war die Sprache der Bettler, Gaukler, Wandergesellen, Hausierer, Musikanten, Scherenschleifer, Kesselflicker, Korbflechter, der Puppenspieler und Schausteller.

Diese exotisch anmutende Außenseiterwelt hat Spuren auch bis in unsere moderne Welt hinterlassen. Das Rotwelsch gehörte als Hausierer- und Händlersprache bis zum Zweiten Weltkrieg zum Alltag und war in ländlichen Herbergen, in Kneipen und auf der Straße noch oft zu hören.

Über die Sprache hinaus gab es eine Verständigung auch durch Zeichen, die sogenannten „Zinken“. Diese sind graphische Zeichen, die angebracht wurden, um sich gegenseitig zu warnen oder um wichtige Informationen weiterzugeben. Eine Auswahl solcher Zeichen findet sich u. a. unter http://de.wikipedia.org/wiki/Zinken_(Geheimzeichen) sowie bei Čirkić, Jasmina: Rotwelsch in der deutschen Gegenwartssprache, Diss. Darmstadt 2006, S. 57f. (als PDF verfügbar, s. unten im Literaturverzeichnis).

Bei der einheimischen Bevölkerung waren diese Geheimzeichen oft gefürchtet als Zauberzeichen, dabei gaben sie – in den Boden geritzt, an Bäume oder Balken gezeichnet – Informationen weiter wie „Hier bekommt man Geld“, „Hier sind nur Frauen im Haus“ oder „Vorsicht, Gefahr“.

Die Website „Kirchenweb“ aus Österreich verzeichnet unter http://www.kirchenweb.at/gaunerzinken/gaunerzinken/#Blatt 1 sogenannte „Gaunerzinken“, die aus einer Liste stammen sollen, die in einem Gefängnis gesammelt wurde. Hier scheinen sich Geheimzeichen aus der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart tradiert zu haben um zu signalisieren „Hund im Haus“, „Nix zu holen“ oder auch „Bereits bestohlenes Haus, Einbruch gelang“.

Sogar im Deutschen Bundestag wird die Tradition der Verwendung rotwelscher Begriffe gepflegt.
In ihrer Rede am 9.11.11 sagte die Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär von der CDU: „Eines finde ich wirklich mehr als schofel … „
(zit.  nach: http://www.cducsu.de/Titel__reden/TabID__1/SubTabID__2/InhaltTypID__2/InhaltID__20251/Inhalte.aspx )
… schofel???
Ein rotwelscher Begriff mit jiddischen Wurzeln.
Der Duden erläutert zum Wort „schofel“: „in einer Empörung, Verachtung o. Ä. hervorrufenden Weise schlecht, schäbig, niederträchtig“.
(zit. nach: http://www.duden.de/rechtschreibung/schofel )
Ein beliebtes Wort in der deutschen Volksvertretung - wie die Recherche nachweist - über alle Fraktionsgrenzen hinweg:
Volker Beck (Die Grünen) in der Sitzung vom 9.11.2007: „Das ist schofel. Es ist antiparlamentarisch und beschädigt die parlamentarische Demokratie.“
(zit. nach: http://www.law-school.de/fileadmin/user_upload/medien/Steuerrecht/BT_PlenProt_17-68-S_7290.pdf
Dr. Barbara Höll (Die Linke) in der Sitzung vom 28.10.2010: „Das ist einfach schofel.“
(zit. nach: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btp/16/16124.pdf )

 


 

Exil in der Türkei:
Ein fast vergessenes Kapitel der deutsch-türkischen Geschichte
Teil 3

Artikel vom 07.11.2011

In der Türkei im Exil waren unter anderem:

Fritz Arndt , Chemiker, als Emigrant in Istanbul seit 1935 (zuvor bereits dort von 1915 bis 1918), zahlreiche fachliche Veröff. in türkischer & dt. Sprache 1935 - 1942. Rückkehr nach Hamburg 1955

Erich Auerbach , Romanist, Istanbul 1936 – 1947

Fritz Baade , Wirtschaftswissenschaftler & Politiker, Ankara 1935 - 1946

Rudolf Belling , Bildhauer. Istanbul 1937 – 1966

Clemens Bosch , Althistoriker & Numismatiker, Istanbul von 1935 bis 1955

Hugo Braun (1881-1963), Hygieniker & Bakteriologe. Istanbul 1934 – 1949

Leo Brauner (1898-1974), Botaniker, Istanbul 1933 – 1955

Friedrich L. Breusch (1903-1974), Chemiker, Istanbul 1937 – 1971

Ernst Wolfgang Caspari , Genetiker & Zoologe, Istanbul ab 1935

Friedrich Dessauer , Biophysiker & Radiologe, Prof. in der Türkei 1934–1938, Gründer der Physikalischen Fakultät, Leiter des Inst. für Radiologie der Univ. bis 1937

Herbert Dieckmann * 1906 Duisburg † 16. Dezember 1986 Ithaca NY; Romanist. Türkei 1934–1938, danach USA

Liselotte Dieckmann , Literaturwissenschaftlerin & Germanistin, von zurückliegender jüdischer Herkunft, Türkei 1934–1938, danach USA

Josef Dobretsberger , österr. Politiker, Jurist. Istanbul und Kairo 1938–1945

Wolfram Eberhard , Kalifornien, Sinologe an der Univ. Ankara 1937 - 1948, danach USA

Carl Ebert , Schauspieler, Regisseur & Intendant. 1933 - 1939 England. 1939 - 1948 Ankara, Staatliches Konservatorium & Staatstheater. Danach USA, zuletzt BRD

Albert Eckstein 1891-1950, Pädiater. Ab 1935 Ankara, Leiter der Kinderklinik, zahlreiche Reisen in die Provinz zur Begründung einer Kinderheilkunde. Auch als Fotograf des türkischen Landlebens bekannt.

Herbert Eckstein , 1926 - 1986, Urologe und Kinderchirurg, als Kind sowie beruflich 1958 bis 1961 in der Türkei; Sohn des Albert E.

Erich Frank * 1884 Berlin † 1957 İstanbul, Mediziner, Straßburg & Breslau, seit 1918 Lehrauftrag für Pathologie. Von 1933 bis zu seinem Tod aktiver Professor in Istanbul. Staatsbegräbnis durch die türkische Regierung

Erwin Freundlich , Astrophysiker, Gründer des Astronomischen Instituts in Istanbul, 1933 - 1937; danach Prag und USA

Traugott Fuchs , Germanist, Maler; in der Türkei 1934 - 1997

Felix Michael Haurowitz , seit 1939 Professor und Leiter des Biochemischen Instituts in Istanbul, bis 1948

Paul Hindemith , deutscher Bratschist und Komponist der Moderne, Gründer des Konservatoriums in Ankara, 1935-1938 in der Türkei, danach Schweiz, USA

Ernst Eduard Hirsch , Jurist, verfasste das türkische Handelsgesetzbuch und begründete dort ein Urheberrecht, Istanbul ab 1933, Ankara ab 1943. Ende des Exils 1952

Clemens Holzmeister , Architekt, Exil 1940–1950 (Lehrtätigkeit) bzw. 1954 Wohnsitz-Remigration. Plante zahlreiche Regierungsbauten in Ankara, u. a. das Parlamentsgebäude. 2008 wurde in Ankara eine Straße nach ihm benannt.

Alfred Isaac (1888–1956), Ökonom, zusammen mit Röpke Gründer des Ökonomischen Instituts Istanbul

Gerhard Kessler , Soziologe und Wirtschaftswissenschaftler, Exil 1933-1951, gründete mit einem türkischen Kollegen die erste Gewerkschaft des Landes

Curt Kosswig , Biologe. In Istanbul seit 1937. Staatsakt der türkischen Regierung in Istanbul anlässlich seines Todes (öfters fälschlich: "Kurt")

Walther Kranz , Altphilologe & Philosoph, Istanbul 1943–1950

Benno Landsberger , Assyriologe jüdischer Herkunft. 1935 in Ankara bis 1945, danach Chicago

Marianne Laqueur , Informatikerin, Exil seit 1935

Kurt Laqueur , Kirsehir & Istanbul 1936–1952, später Diplomat

Wilhelm Liepmann, Gynäkologe in Berlin, *1878, †1939 in der Türkei

Alfred Marchionini , Dermatologe, am Krankenhaus "Nümune Hastanesi" in Ankara, ab 1950 wieder in der BRD

Richard von Mises , Mathematiker, 1883 - 1953, in der Türkei 1933 - 1939, danach USA

Fritz Neumark , Finanzwissenschaftler, er verfasste das Gesetz zur Einkommenssteuer. In Istanbul Sept. 1933 bis 1950

Rudolf Nissen , Chirurg, Univ. Istanbul 1933 - 1939, danach USA (in seiner Autobiographie gibt es eine relativ ausführliche Darstellung der Istanbuler Jahre und v.a. ein Personenregister, das schnell Bezüge zu anderen Flüchtlingen in der Türkei herzustellen ermöglicht)

Gustav Oelsner (1879-1956) Architekt, Stadtplaner und Baubeamter.

Wilhelm Peters , zunächst in England; dann Istanbul 1937 - 1952 bis zur Emeritierung. Gründer des Psychologischen Instituts der Universität

Paul Pulewka (1896–1989), Pharmazeut und Toxikologe, war von 1935 bis 1946 beim Gesundheitsministerium, dann bis 1954 an der Universität Ankara tätig.

Hans Reichenbach , Physiker und Philosoph, Istanbul 1933–1938, danach USA

Margarethe Reininger geb. Gläser, *1896 Wien †1959 Maryland, Österreicherin jüd. Glaubens. Röntgenschwester am Radiologischen Institut der Universität Istanbul 1938 - 1948, danach USA; Ehefrau des:

Walter Reininger *1899 Wien †1968, Österreicher jüd. Glaubens, Ingenieur am Institut für Radiologie und Biophysik der Medizinischen Fakultät der Universität Istanbul 1938 - 1948, Weiterreise in die USA

Ernst Reuter , später Regierender Bürgermeister von Berlin, Türkei 1935 – 1946
sein Sohn
Edzard Reuter , später Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz AG; Jugend 1935 - 1946 in der Türkei, s. dazu auch den Bericht: Aydan Özoğuz im Gespräch mit Edzard Reuter über Reuters Jugend in der Türkei, unter: http://www.koerber-stiftung.de/koerberforum/rueckblicke/berichte/2009/jan-mrz/18022009.html

Rosa Maria Rössler *1901 Wien †1954 Türkei. Österr. Ärztin, Pathologin, 1934 in die Türkei, 1937 Institut für Pathologische Anatomie der Univ. Istanbul, 1947 II. Klinik für Innere Medizin mit Erich Frank,

Wilhelm Röpke , neoliberaler Ökonom, lehrte ab 1933 an der Universität Istanbul; ab Winter 1937/38 in Genf

Georg Rohde , 1935–1949 Lehrstuhl für Altphilologie  in Ankara

Walter Ruben , Indologe, Ankara, Kirsehir 1935–1948, danach Chile

Alexander Rüstow , neoliberaler Soziologe und Ökonom, lehrte von 1933 bis 1949 an der Universität Istanbul

Margarete Schütte-Lihotzky , Architektin, Istanbul 1938–1941, danach in Wien verhaftet, überlebte das Hochverratsverfahren vor dem Volksgerichtshof dank eines gefälschten Briefes ihres Mannes Wilhelm Schütte, Ministerialangestellter in der Türkei

Philipp Schwartz , Mediziner, Türkei 1933–1953, dann USA

Max Sgalitzer *1884 Prag †1973 Princeton/USA. Arzt, Prof. Dr., Österreicher jüdischen Glaubens, Leitung des Radiologischen Instituts der Universität Istanbul 1938 - 1943 als Nachfolger von Dessauer; danach USA

Leo Spitzer , Romanist, Türkei 1933–1936, danach USA

Bruno Taut , Architekt, von 1936 bis zu seinem Tod in Istanbul

Andreas Tietze,*1914 †2003 Wien , Turkologe, von 1937 bis 1958 in Istanbul unter anderem als Sprachlehrer, danach UCLA, später Rückkehr an die Universität Wien

Martin Wagner , Türkei seit 1935, später in Großbritannien und den USA

Edith Weigert *1894 †1982, Psychiaterin und Psychoanalytikerin, von 1935 bis 1938 psychoanalytische Tätigkeit in Ankara, anschließend Übersiedlung nach Washington D.C., dort gleichfalls praktisch tätig sowie mit der Institutionalisierung der Psychoanalyse und der Lehre der Psychoanalyse befasst. Ehefrau des:

Oscar Weigert *1886 †1968, Verwaltungsjurist und Arbeitsrechtexperte, von 1935 bis 1938 Regierungsberater im Wirtschaftsministerium der Türkei, anschließend Hochschullehrer an der American University in Washington D.C.  sowie Beamter im Bureau of Labor Statistics des amerikanischen Arbeitsministeriums

Carl Weisglass *1898 in Wien. Dr. Ingenieur, Österreicher jüdischen Glaubens, Leiter der Werkstatt des Radiologischen Instituts der Universität Istanbul 1939 - 1948, danach USA

Hans Wilbrandt , Landwirtschaftsexperte, in Ankara 1934–1952, gründete das türkische Genossenschaftswesen 

Hans Winterstein *1879 Prag †1963. Physiologe, Istanbul ab 1933, Gründer des Physiologischen Instituts ebd.

Eduard Zuckmayer , Musiker und Musikpädagoge, von 1936 bis zu seinem Tod 1972 in Ankara, gründete die Akademie für Musiklehrer in Ankara 

(Quelle: Wikipedia, Exil in der Türkei 1933-1945: http://de.wikipedia.org/wiki/Exil_in_der_T%C3%BCrkei_1933%E2%80%931945 )




Eine Auswahlbibliographie:

Andic, Fuat / Reismann, Arnold: Migration and Transfer of Knowledge: Refugees from Nazism and Turkish legal Reform, in: forum historiae iuris, Erste europäische Internetzeitschrift für Rechtsgeschichte, Artikel vom 18. Juli 2007:
http://www.forhistiur.de/zitat/0707andic_reisman.htm

Bozay, Kemal: Exil Türkei: Ein Forschungsbeitrag zur deutschsprachigen Emigration in der Türkei (1933-1945), Münster 2001

Buhbe, Matthes: Die Emigration deutschsprachiger Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler in die Türkei, in: Hagemann, Harald (Hg.):  Zur deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933.  Marburg 1997, S. 411-436.

Cremer, Jan / Przytulla, Horst: Exil Türkei, Deutschsprachige Emigranten in der Türkei – Türkiye’deki Alman asilli politik göcmenler 1933-1945, München 1991

Dalaman, Cem: Die Türkei in ihrer Modernisierungsphase als Fluchtland für Deutsche Exilanten. – Berlin: Digitale Diss. 2001 (http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000526 )
- mit ausführlichen Kapiteln zu Gerhard Kessler, Paul Hindemith, Rudolf Belling und Cornelius Bischoff

Dogramaci, Burcu: Kulturtransfer und nationale Identität
Deutschsprachige Architekten, Stadtplaner und Bildhauer in der Türkei nach 1927
Berlin 2008

Erichsen, Regine:  Zur Wirkungsgeschichte der deutschsprachigen akademischen
Emigration in die Türkei. Eine Erinnerung an das `Gesetz zur Wiederherstellung des  Berufsbeamtentums´ vom 7. April 1933 und die Vertreibung der
Wissenschaft aus Deutschland. : http://www.dtgbonn.de/veranstaltungen/Anlagen/Erichsen.pdf

Erichsen, Regine: Die Emigration deutschsprachiger Naturwissenschaftler von 1933 – 1945 in die Türkei in ihrem sozial- und wissenschaftshistorischen Wirkungszusammenhang. in:  Herbert A. Strauss, Herbert Arthur / Fischer, Klaus / Hoffmann, Christhard / Söllner, Alfons (Hrsg.): Die Emigration der Wissenschaften nach 1933. Disziplingeschichtliche Studien. München, London, NewYork, Paris 1991, S. 73-104

Erichsen, Regine: Emigrantenhilfe von Emigranten - Die
Notgemeinschaft Deutscher Wissenschaftler im Ausland. In: Exil 14 (1994) 2, S. 51-69

Gaier, Philipp: Die deutschsprachige wissenschaftliche Emigration in die Türkei und ihr soziales Umfeld – Das „deutsch-deutsche“ Verhältnis in der Türkei 1933-1945, Jena 2007,
Einleitung und Inhaltsverzeichnis unter: http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/89452.html

Grothusen, Klaus-Detlev: Die deutsche wissenschaftliche Emigration in die Türkei 1933-45. Unter besonderer Berücksichtigung Hamburgs, in: Pressestelle der Universität Hamburg (Hrsg.): 1933 in Gesellschaft und Wissenschaft, Teil 2: Wissenschaft. Hamburg 1984. S. 189-206

Grothusen, Klaus-Detlev (Hrsg.): Der Scurla-Bericht. Bericht des Oberregierungsrates Dr. Herbert Scurla von der Auslandsabteilung des Reichserziehungsministeriums in Berlin über seine Dienstreise nach Ankara und lstanbul von 11.-25. Mai 1939: Die Tätigkeit deutscher Hochschullehrer an türkischen wissenschaftlichen Hochschulen. Frankfurt/M. 1987.

Hirsch Ernst E.: Aus den Kaisers Zeiten durch die Weimarer Republik in das Land Atatürks. Eine unzeitgemäße Autobiographie. München 1982

Incesu, Günal :
Zwischen Außenseiterdasein und Mitgestaltung:
Deutsche Professoren in der Türkei 1933-1945,  in: Transeo 2009-1: http://www.transeo-review.eu/IMG/pdf/GI_Exil_Turkei.pdf

König, Karin: Zuflucht bei den Türken. Wissenschaftliche deutschsprachige Emigration in der Türkei von 1935 bis 1945, in: Mittelweg 36. Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Okt./ Nov. 1997, S. 69-79

Konuk, Kader: Jewish-German Philologistas in Turkish Exile: Leo Spitzer and Erich Auerbach, in: Alexander Stephan (Hrsg.): Exile and Otherness. New Approaches to the Experience of the Nazi Refugees. (Exil-Studien Bd. 11) Frankfurt/M. u.a. 2005
S. 31ff, als PDF unter: http://www.lsa.umich.edu/UMICH/german/Home/Faculty/Jewish-GermanPhilologistsInTurkishExile2005.pdf

Kremer, Jan/ Przytulla, Horst (Hrsg.): Exil Türkei. Die deutschsprachige Emigration in  der Türkei, 1933-1945. München 1991 (2. Auflage)

Kubaseck, Christopher / Seufert, Günter (Hrsg.): Deutsche Wissenschaftler im türkischen Exil: Die Wissenschaftsmigration in die Türkei 1933-1945. Würzburg 2008

Maas, Utz: Verfolgung und Auswanderung deutschsprachiger Sprachforscher
1933-1945, Band 1: Dokumentation, Biobibliographische Daten A-Z,
Tübingen 2010
Als PDF: http://www.esf.uni-osnabrueck.de/images/stories/pdf/maas_bd1_biographien.pdf

Müller, Hildegard: Deutsche Bibliothekare im türkischen Exil, 1933-1945
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit der Türkei als Emigrationsort für deutsche Wissenschaftler 1933-45. Bibliothek Forschung und Praxis Bd. 21/3 1997, als PDF: http://www.bibliothek-saur.de/1997_3/326-329.pdf
Dass zu diesen Emigranten auch Bibliothekare gehörten, ist im Bewußtsein der Öffentlichkeit wenig bekannt. Warum diese Bibliothekare ausgerechnet in die Türkei gingen, was man von ihnen dort erwartete und inwieweit sie zum Aufbau des türkischen Bibliothekswesens beitrugen, wird näher ausgeführt und anhand von 2 Beispielen aus Istanbul und Ankara konkretisiert.

Neumark Fritz: Zuflucht am Bosporus. Deutsche Gelehrte, Politiker und Künstler in der Emigration 1933-1953, Frankfurt/M. 1980

Reisman, Arnold /Capar, Ismail: The Nazis’ Gifts to Turkish Higher Education and Inadvertently to Us All: Modernization of Turkish universities (1933-1945) and its impact on present science and culture, 2004, abrufbar unter http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=624525

Reisman, Arnold: Turkey’s Modernization. Refugees from Nazism and Atatürk’s Vision. Washington D.C. 2006, Auszüge abrufbar unter: http://books.google.com/books/about/Turkey_s_modernization.html?id=coks7vEqZT8C

Schwartz, Philipp / Peukert, Helge (Hrsg.): Notgemeinschaft:
Zur Emigration deutscher Wissenschaftler nach 1933 in die Türkei
Marburg 1995

Sen, Faruk  /Halm,  Dirk (Hrsg.): Exil unter Halbmond und Stern. Herbert Scurlas Bericht über die Tätigkeit deutscher Hochschullehrer in der Türkei während der Zeit des Nationalsozialismus, Essen 2007

Shaw, Stanford: Turkey and the Holocaust. Turkey’s Role in Rescuing Turkish and European Jewry from Nazi Persecution, 1933-1945. New York 1993

Stammen, Theo: Exil und Emigration – Versuch einer Theoretisierung, in: Krohn, Claus-Dieter u.a. (Hrsg.), Exilforschung, ein internationales Jahrbuch, Bd. 5, 1987, München 1987, S. 11-27

Stauth, Georg/ Birtek, Faruk: Istanbul. Intellektuelle und symbolische Migration, in: dies. (Hrsg.), Istanbul. Geistige Wanderungen aus der »Welt in Scherben«, Bielefeld 2007

Tachau, Frank: German Jewish Emigrés in Turkey, in: Levy, Avigdor (Hrsg.): Jews, Turks, Ottomans. A Shared History through the Twentieth Century. – Syracuse (New
York) 2002, S. 233-245

Widmann, Horst: Exil und Bildungshilfe: Die deutschsprachige akademische Emigration in die Türkei nach 1933, Frankfurt/M. 1973
Widmann eröffnete mit seiner Monographie die Forschungsgeschichte zum Exil in der Türkei.

 


 

Exil in der Türkei:
Ein fast vergessenes Kapitel der deutsch-türkischen Geschichte
Teil 2

Artikel vom 15.10.2011

Es wird geschätzt, dass sich schließlich bis Kriegsende etwa 1000 deutsche bzw. deutschsprachige Wissenschaftsemigranten inklusive ihrer Angehörigen in der Türkei aufhielten. Neben den Emigranten gab es jedoch auch offiziell vom deutschen Reich in die Türkei entsandte Fachleute in Ministerien, an Schulen und Fakultäten, was durchaus zu Irritationen unter den Deutschen und im Verhältnis zwischen den Deutschen und dem türkischen Staat führte (s. dazu auch Gaier, Philipp: Die deutschsprachige wissenschaftliche Emigration in die Türkei und ihr soziales Umfeld – Das „deutsch-deutsche“ Verhältnis in der Türkei 1933-1945, Jena 2007, bes. S. 56 ff)

Aber nicht nur Deutsche, sondern auch Schweizer, Engländer und Franzosen waren an den neuen türkischen Hochschulen tätig, allerdings bildeten die Deutschen die größte Gruppe. Neben der Universität in Istanbul wurde in der neuen Hauptstadt Ankara zunächst ein Institut für Landwirtschaft gegründet, seit 1935 gab es auch eine Fakultät für Sprache, Geschichte und Geographie. Erst 1946 entstand dann durch Zusammenfassung der bestehenden Fakultäten die Universität Ankara.
Erster Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Ankara war Prof. Dr. Fritz Christiansen-Weniger, der kein Emigrant war (er wurde später dem oppositionellen Kreisauer Kreis zugerechnet, s. dazu allerdings auch kritische Bemerkungen in: Reisman, Arnold: Turkey`s Modernization. Refugees from Nazism and Atatürk’s Vision. Washington D.C. 2006, S. 279ff.); sein Lehrer, Prof. Friedrich Berkner, Direktor des Instituts für Pflanzenproduktionslehre an der Universität Breslau, hatte auf Wunsch der türkischen Regierung ein Gutachten zur landwirtschaftlichen Ausbildung in der Türkei erstellt und die Gründung des Instituts in Ankara angeregt. Neben Christiansen-Weniger waren hier am landwirtschaftlichen Institut vor allem „reichsentsandte“ Professoren tätig.

Es kamen nicht nur Hochschullehrer in die Türkei, zum Aufbau einer neuen wissenschaftlichen Infrastruktur wurde auch technisches und medizinisches Personal wie Ingenieure, Krankenschwestern oder Bibliothekare in die Türkei berufen.

Zwar brachten deutsche Professoren ihre bisherigen Assistenten teilweise mit, ergänzt wurde der neue akademische Kreis aber durch junge türkische Akademiker, die mit Hilfe staatlicher Stipendien ein Studium in Deutschland absolviert hatten und mit ihren Deutschkenntnissen nun zwischen den deutschen Wissenschaftlern und den türkischen Studenten vermitteln konnten; sie halfen bei der Übersetzung von Vorlesungen und von Lehrbüchern.
Der Antrieb zum Erlernen der türkischen Sprache war bei den deutschen Hochschullehrern recht unterschiedlich ausgeprägt; während der Staats- und Finanzwissenschaftler Fritz Neumark innerhalb kürzester Zeit Türkisch lernte und seine Vorlesungen schließlich auch in türkischer Sprache vortrug, soll der Literaturwissenschaftler Erich Auerbach sich in seinen Vorlesungen elf Jahre lang auf seine türkischen Assistenten verlassen haben.

Nicht nur als Hochschullehrer, sondern auch als Regierungsberater in den Ministerien hatten die Emigranten direkten Einfluss auf die Neuorganisation der türkischen Gesellschaft in Wirtschaft, Verwaltung und Städteplanung:
im ökonomischen Bereich ist der oben schon erwähnte Fritz Neumark zu nennen, der das neue türkische Steuersystem entscheidend mitgestaltete; der Rechtswissenschaftler Ernst Hirsch prägte das neue Rechtssystem der türkischen Republik; Ernst Reuter entwarf die Grundlagen der türkischen Kommunalverwaltung und war tonangebend sowohl in der Entwicklung des Tarifrechts wie auch des Verkehrswesens in der Türkei; der Sozialwissenschaftler Gerhard Kessler legte den Grundstein für das türkische Gewerkschaftswesen.

In der inzwischen recht umfangreichen Forschungsliteratur zum Wirken der deutschen Emigranten in der Türkei finden sich weitergehende Informationen zu dieser intensiven Beeinflussung der türkischen Entwicklung. Hervorzuheben ist die Dissertation von Cem Dalaman: Die Türkei in ihrer Modernisierungsphase als Fluchtland für Deutsche Exilanten. Berlin: Digitale Diss. 2001 (http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000526 )
mit ausführlichen Kapiteln zu Gerhard Kessler, Paul Hindemith, Rudolf Belling und (dem nichtakademischen Flüchtling) Cornelius Bischoff.

Fuat Andric und Arnold Reisman präsentieren in ihrem Artikel „Migration and Transfer of Knowledge: Refugees from Nazism and Turkish legal Reform“, in: forum historiae iuris, Erste europäische Internetzeitschrift für Rechtsgeschichte, Artikel vom 18. Juli 2007: http://www.forhistiur.de/zitat/0707andic_reisman.htm , auch heutige Stimmen aus der Türkei, die an die Emigranten und ihren Einfluss erinnern (s. dort Abschn. 51ff.).

Wichtige Forschungsbeiträge leistete Regine Erichsen, eine Publikationsliste nach Themen geordnet unter: http://www.regineerichsen.com/de/index.html

Der Verein „Aktives Museum. Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.“ (http://www.aktives-museum.de/ ) stellte unter dem Titel „Haymatloz – Exil in der Türkei 1933-45“ eine Ausstellung zusammen, die 1997 in der Türkei, im Jahr 2000 in der Akademie der Künste Berlin und nachfolgend als bundesweite Wanderausstellung zu sehen war. Eine Aufstellung der Schriften und Dokumentationen zu dieser Ausstellung findet sich unter: http://www.zeitgeschichte-online.de/alg-agg/find.php?usF=&urP=&urG=TIT&urS=haymatloz&ut1=x
Die Emigranten erhielten in ihre Pässe den Vermerk „haymatloz“ gestempelt, der als feststehender Begriff ins Türkische einging.

Eine Radionacht zum Thema „Fluchtpunkt Türkei“ bot das Deutschlandradio am 2.5.2009 als „Lange Nacht über Asyl für Deutsche in der NS-Zeit“. Informationen dazu: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/langenacht/958226/ :

In der Festschrift zum 125jährigen Bestehen der Deutschen Schule in Istanbul (Istanbul 1993) wird auch die Geschichte der Deutschen Schule in der Zeit des Nationalsozialismus dargestellt:
http://www.gierhardt.de/istanbul/FS125_93.pdf  


Lesen Sie hier demnächst: Exil in der Türkei – Teil 3 mit einer Liste deutscher Emigranten sowie einer Auswahlbibliographie 

 


 

Exil in der Türkei:
Ein fast vergessenes Kapitel der deutsch-türkischen Geschichte
Teil 1

Artikel vom 15.09.2011

Edzard Reuter, der ehemalige Vorstandschef der Daimler Benz AG, hat seine Kindheit und Jugend in Ankara verbracht. Als 8-jähriger musste er mit seiner Familie - darunter sein Vater Ernst Reuter, später Regierender Bürgermeister Berlins - Deutschland verlassen und lebte 12 Jahre in der Türkei, bevor er 1945 nach Deutschland zurückkehren konnte.
(Ein Gespräch mit Edzard Reuter führte am 18.2.2009 Aydan Özoğuz, Bericht und Podcast unter:
http://www.koerber-stiftung.de/koerberforum/rueckblicke/berichte/2009/jan-mrz/18022009.html )

Auch dies gehört zu einem der breiten Öffentlichkeit – trotz umfangreicher Forschungsarbeiten (s. Auswahlbibliographie im dritten Teil dieses Beitrages) – weitestgehend unbekannten Kapitel der deutsch-türkischen Beziehungen.

Zahlreiche deutsche Wissenschaftler und Fachleute fanden während der NS-Diktatur Exil in der Türkei, z.T. wirkten sie noch lange nach Kriegsende dort weiter, sie gestalteten Wirtschaft, Politik und Verwaltung des kemalistischen Staates mit.

Am 7.April 1933 wurde in Deutschland das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ verabschiedet und im Reichsgesetzblatt veröffentlicht. §3 (1) bestimmte: „Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand (§§ 8 ff.) zu versetzen; soweit es sich um Ehrenbeamte handelt, sind sie aus dem Amtsverhältnis zu entlassen“; in §4 hieß es: „Beamte, die nach ihrer bisherigen politischen Betätigung nicht die Gewähr dafür bieten, daß sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten, können aus dem Dienst entlassen werden.“ (Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (07.04.1933), in: documentArchiv.de [Hrsg.], URL:
http://www.documentArchiv.de/ns/beamtenges.html )
Der infolge dieses Gesetzes entlassene Prof. Philipp Schwartz gründete noch im April 1933 in Zürich die „Beratungsstelle für deutsche Wissenschaftler“, auch „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“ genannt. Sie sollte Akademikern, die aus politischen oder rassischen Gründen nicht mehr in Deutschland arbeiten konnten, helfen, im Ausland Stellen zu finden.

In der Türkei strebte Kemal Atatürk mit seiner Republikanischen Volkspartei nach 1924 eine umfassende Gesellschaftsreform an. Dazu gehörte schließlich auch die Neugründung einer Universität in Istanbul. Zum 31.Juli 1933 wurde die alte Universität Dar-ül-fünun geschlossen und zum 1.August die neue Universität gegründet. Beauftragt mit der Neukonzeptionierung einer Istanbuler Universität war der Schweizer Pädagoge und frühere Rektor der Universität Genf, Prof. Albert Malché. 
Prof. Malché empfahl die Berufung westlicher Professoren, um auf einem europäischen Niveau neuen wissenschaftlichen Nachwuchs, eine akademische Elite in der Türkei aufzubauen.
Der Kontakt zwischen Malché und der „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland“ führte zur Vertragsunterzeichnung zwischen Prof. Philipp Schwartz im Namen der Notgemeinschaft und dem damaligen türkischen Erziehungsminister Resit Galip im Juli 1933, der die Anstellung von 30 deutschen Wissenschaftlern an der neu gegründeten Universität Istanbul zum Inhalt hatte.
Über die Hälfte der türkischen Professoren waren aus dem Hochschuldienst entlassen worden. Ziel der Hochschulreform war nicht nur die Modernisierung von Forschung und Lehre, sondern auch die politische Säuberung der alten Eliten. So besetzten die deutschen Emigranten oft Lehrstühle von ihrerseits vertriebenen türkischen Hochschullehrern – eine Ironie der Geschichte.
Infolge der Entlassungen blieben Proteste nicht aus, die auch die Emigranten zu spüren bekamen. So schildert der Physiker Arthur Robert von Hippel, dass die 30 von Prof. Schwartz vermittelten Professoren mit ihren Familien den Kern einer modernen Universität bildeten, dass aber die entlassenen türkischen Hochschullehrer eine starke Gegenfront mit guten Verbindungen bis hinein ins Parlament bildeten. Hippel empfand die Situation für die Neuankömmlinge in einem fremden Land mit fremder Kultur als schwierig, man fühlte sich umgeben von Intrigen (nach: Reisman, Arnold /Capar, Ismail: The Nazis’ Gifts to Turkish Higher Education and Inadvertently to Us All: Modernization of Turkish universities (1933-1945) and its impact on present science and culture, 2004, abrufbar unter http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=624525 , hier S. 28).
Von Hippel berichtet beispielsweise von den Erfahrungen des Mediziners Josef Igersheimer, der anfangs feststellen musste, dass sein Wartezimmer immer leer war. Schließlich fand er heraus, dass sein Vorgänger einen Bettler engagiert hatte, der vor dem Praxiseingang saß und mögliche Patienten dort darüber aufklärte, dass sie hier (durch die Behandlung) erblinden könnten (ebd. S. 28).

 


 

Sprache und Globalisierung

Artikel vom 28.08.2011

Weltsprache Englisch (Teil 3)

Prof. Dr. Dieter Stein, Anglist an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf stellt zur Illustration der Folgen einer Vorstellung von „ein bisschen Englisch kann ja jeder“ einige misslungene, weil nicht normgerechte Übersetzungen vor, die so von keinem Muttersprachler gebraucht würden
(s. Vortrag Prof. Stein, http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/anglist3/weltsprache_englisch.pdf , S. 14-15):

Deutsche Bahn
(ICE – Leuchtschriften im Waggon auf Englisch)
Alight to the right in the direction of the train.
Details about … you will find in the leaflet on your seat.
Information on the timetabel....
Porters will gladly carry your luggage for Euro 2.50…..
You can ride-off immediately [mit dem Leihwagen].
Non-smoking station.
[no smoking station / non smoker station]
Lufthansa
Zeichenerklärung - Decoding
Um unser Angebot optimal der Nachfrage unserer Kunden anzupassen, kann es während der
gesamten Flugperiode immer wieder Abweichungen von den gedruckten Daten geben.

To accommodate the needs of our passengers, schedule changes may occur on short notice.
Pünktlich zum neuen Sommerplan hat Lufthansa ihr Angebot nach Asien und in die USA
ausgeweitet: Schanghai, Tokio (Narita) und Boston sind ab München neu im Programm.

To coincide with its new summer flight plan, Lufthansa has expanded its offer of flights to
Asia and the US to now include flights to Shanghai,.....
[ … just in time for inclusion in the summer schedule, Lufthansa has expanded its service to
include...]
For a timetable updates log onto the Lufthansa website.
[...] we recommend our chilled selection.
Did you decide for an entry?

… und noch einige Beispiele aus englischsprachigen Websites deutschsprachiger Kreditinsitute (nach Stein, s.o., S. 16):

[…] to truly comprehend what you have to say [...]
in former times the processing of transactions […] often took two weeks
the absolute prerequisite to achieve this goal
beside these detailed information
debit and credit advices
Does a “super cycle” await?
[…] exceptional qualities and features which are frequently copied but never truly emulated
[…] we want to secure economic success throughout the best service […]




Literatur:

Ammon, Ulrich (Hrsg.): The Dominance of English as a Language of Science. Berlin/New York 2001

Baschera, Marco (Hrsg.): Mehrsprachiges Denken – Penser en langues – Thinking in languages. Köln 2009

Crystal, David: English as a Global Language. Cambridge 2.Aufl. 2003

Crystal, David: Language and the Internet. Cambridge 2001

Dahmen, Wolfgang / Holtus, Günter / Kramer, Johannes / Metzeltin, Michael / Schweickard, Wolfgang / Winkelmann, Otto (Hrsg.):
Englisch und Romanisch. Romanistisches Kolloquium XVIII. (Tübinger Beiträge zur Linguistik) Tübingen 2005
Aus dem Inhalt: 1. Das Englische als Wissenschaftssprache – 2. Französische Einflüsse auf das Englische – 3. Englische Einflüsse auf die romanischen Sprachen (zu Anglizismen im Spanischen, in Frankreich, Italien und Deutschland) – 4. Englisch und Romanisch in der Neuen welt – 5. Das Internet, das Englische und die romanischen Sprachen.


Ehlich, Konrad (Hrsg.): Mehrsprachiche Wissenschaft – europäische Perspektiven. Eine Konferenz im Europäischen Jahr der Sprachen, München 2002
Inhaltsverzeichnis: http://www.euro-sprachenjahr.de/

Muhr, Rudolf (Hrsg.): Eurospeak. Der Einfluss des Englischen auf europäische Sprachen zur Jahrtausendwende. Lang, Frankfurt am Main, Wien (u.a.) 2002, 2. korr. Auflage 2004
Aus dem Inhalt: Rudolf Muhr: Anglizismen als Problem der Linguistik und Sprachpflege in Österreich und Deutschland zu Beginn des 21. Jahrhunderts - Bernhard Kettemann: Anglizismen allgemein und konkret: Zahlen und Fakten - Alwin Fill: Anglizismen im deutschen Umwelt-Wortschatz - Richard Schrodt: Schön, neu und fesch - die Anglizismen in der deutschen Werbung - Heinrich Pfandl: Wie gehen die slawischen Sprachen mit Anglizismen um? (Am Beispiel des Russischen, Tschechischen und Slowenischen) - Renate Rathmayr: Anglizismen im Russischen: Gamburgery, Bifsteksy und die Voucherisierung Russlands - Hugo Kubarth: Anglicismes - non merci. Französische Sprachpolitik heute - Martin Stegu: Angewandte Linguistik: Welche Antworten dürfen wir von ihr zu Sprach- und Kommunikationsfragen (z.B. zu Anglizismen) erwarten? - Gerhard Kurzmann: Sprachkultur oder Sprachverfall? Überlegungen zum Einfluss des Englischen und Amerikanischen auf unsere Sprache - Benedikt Lutz: Statement zur Verbal-Podiumsdiskussion «Anglizismen» - Werner Petry: Anglizismen im Österreichischen Deutsch und in der Werbung - Michael Scherr: Anglizismen in der Sprache der Werbung. Kommentar eines Werbetexters zur Anglizismendiskussion.

Seidlhofer, Barbara: English as a lingua franca, in: ELT Journal Vol. 59/4 2005, S. 339-341, als PDF: http://eltj.oxfordjournals.org/content/59/4/339.full.pdf

Thielmann, Winfried: Begründungen versus  advance organizers – Zur Problematik des
Englischen als lingua franca der Wissenschaft. In: Deutsche Sprache 4/99, 370-378

Thielmann, Winfried: The problem of English as the lingua franca of scholarly writing
from a German perspective. In: Liddicoat,  T./Muller, K. (Hrsg.) Proceedings of the
Conference: A Celebration of the European Year of Languages at ANU: Language
Policies and Issues. Melbourne: Language Australia, 2003, S. 95-108

Thielmann, Winfried: Deutsche und englische Wissenschaftssprache im Vergleich: Hinführen – Verknüpfen – Benennen. (Wissenschaftskommunikation 3) Heidelberg 2009

Sprache und Globalisierung

Artikel vom 18.08.2011

Weltsprache Englisch (Teil 2)

In seinem Vortrag „Weltsprache Englisch: Dominanz und Beherrschung. Oder: ein bisschen Englisch können viele.“ erklärt Prof. Dr. Dieter Stein, Lehrstuhlinhaber der Anglistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, wie es eigentlich zu der Vorherrschaft des Englischen kommen konnte (als PDF: http://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/anglist3/weltsprache_englisch.pdf ).
Ein wichtiger Faktor war natürlich das Britische Empire, durch das das Englische als „transplanted language“ sich auf alle Kontinente ausbreitete. Historisch gesehen war laut Stein die Dominanz der USA bei den Vereinten Nationen nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg ein weiterer „Schub“ für die Weltsprache Englisch. Ein „Quantensprung“ hin zur effektiven weltweiten Dominanz des Englischen war dann, so Stein, die Entwicklung der Computertechnik und des Internets.

Stein beschäftigt sich mit den Folgen der Vorherrschaft des Englischen für die Sprache selbst. Im unserem Jahrtausend gibt es erstmalig mehr Sprecher des Englischen als Fremd- und Zweitsprache als Muttersprachler. Dies führt nach Stein auch in Europa letztlich zu einer „Diglossie“ (funktionale Zweisprachigkeit, d.h. jeder Sprache ist eine bestimmte Funktion zugewiesen, laut Duden: Form der Zweisprachigkeit, bei der die eine Sprachform die Standardsprache darstellt, während die andere im täglichen Gebrauch, in informellen Texten verwendet wird, Quelle: http://www.duden.de/rechtschreibung/Diglossie ; zur Diglossie siehe auch: Sinner, Carsten: Zur  Terminologie in der Sprachkontaktforschung: Bilinguismus und Diglossie, Interferenz und Integration sowie tertiärer Dialekt: http://www.carstensinner.de/Lehre/spanisch/sinner.pdf ).

Für das Englische stellt Stein die Ausbildung neuer Standardvarieteäten fest, d.h. Lokalausprägungen mit nationaler Geltung (nicht Dialekte!), so dass die Plurizentrizität des Englischen weiter verstärkt wird. Allerdings, so wendet Stein selbst ein, hat das Englische gute Chancen trotz allem als wiedererkennbares Englisch erhalten zu bleiben, da der Normendruck und internationale Medien wie BBC oder CNN „als konvergierende Gegentendenz zu der beschriebenen Divergenztendenz wirken.“

Die Vorherrschaft des Englischen als Publikationssprache in der Wissenschaft sieht auch Stein – wie Baschera – kritisch, stellt jedoch fest, dass es international gesehen einen Zwang zur Publikation in englischer Sprache gibt, um in der Wissenschaftswelt wahrgenommen zu werden. Dabei wendet sich Stein gegen das sogenannte „gatekeeping“, den Ausschluss grammatischer und rhetorischer Variation bei englischsprachigen Publikationen durch Herausgeber, also das Insistieren auf einem homogenen Englisch in den Veröffentlichungen.
Für die Verwendung und das Erlernen des Englischen im Bereich der Wirtschaft schlägt Stein vor, dass von Seiten der Anglistik aktuelle und hilfreiche Angebote für das Erlernen eines modernen und praxisbezogenen Englisch gemacht werden müssen, da die lokalen Standardvarietäten bekannt sein sollten, wenn es auch nicht grundsätzlich geboten sei, diese selbst zu nutzen, da dies als nicht gewünschte Anbiederung verstanden werden könnte.

Stein verweist abschließend auf das Problem der Übersetzungen durch „native speaker“, durch Muttersprachler. Richtigerweise problematisiert er, dass nicht jeder „native speaker“ ohne weitere Ausbildung automatisch das „richtige Englisch“ beherrscht.

Auch wir sind der Meinung, die Qualifikation der „Muttersprache“ reicht nicht aus. Für EUROLINGUA sind ausschließlich Übersetzer tätig, die eine umfassende sprachwissenschaftliche Hochschulausbildung oder eine vergleichbare Qualifikation nachweisen. Übersetzungen werden durch einen muttersprachlichen Übersetzer der Zielsprache angefertigt und durch einen muttersprachlichen Korrektor der Ausgangssprache gegengelesen. Übersetzer für die englische Sprache müssen viele nationale Varietäten kennen und durch ständige Fortbildung die permanenten und schnellen Veränderungen der Sprache nachvollziehen.
„Ein bisschen Englisch reicht nicht“, müssen auch wir – mit Stein – sagen. Um wirtschaftlich und wissenschaftlich auf den globalisierten Märkten bestehen zu können, braucht es exzellentes Englisch. Wenn man unzureichende englische Veröffentlichungen – von denen Stein einige sehr amüsante aufführt (siehe Teil 3 dieses Beitrages) – vermeiden möchte, sollte man sich eines qualifizierten und zertifizierten Übersetzungsdienstleisters wie EUROLINGUA bedienen:
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Sprache und Globalisierung

Artikel vom 22.07.2011

Weltsprache Englisch (Teil 1)

Das Thema „Englisch als Lingua Franca“ beherrscht zunehmend Wissenschaft und Forschung. Inzwischen ist der Forschungsbereich unter dem Begriff ELF (für: Englisch als Lingua Franca) international gängig.
An der Universität Hamburg führt die Abteilung Sprachlehrforschung das Projekt„Englisch als Lingua Franca“ schon seit 1997 auf (siehe: http://www.slm.uni-hamburg.de/iaas_slf/projekt-lang.htm ).
Die vierte internationale Konferenz „Englisch als Lingua Franca“ fand im Juni 2011 nach den Konferenzen 2008 in Helsinki, 2009 in Southampton und 2010 in Wien erstmals außerhalb Europas in Hongkong statt (http://www.ied.edu.hk/elf/ ).

Das  Englische als „Lingua Franca für die Wissenschaft“ war auch Thema einer Diskussion in der Neuen Züricher Zeitung Anfang 2010. Im Januar behauptete Florian Coulmas:
„Eine Lingua franca für die Wissenschaft ist eine Bereicherung“ (NZZ online 15.1.10: http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/eine_lingua_franca_fuer_die_wissenschaft_ist_eine_bereicherung_1.4512579.html ).
Darauf antwortete Marco Baschera im März 2010: „Englisch allein als Wissenschaftssprache genügt nicht“ (NZZ online 19.3.10: http://www.nzz.ch/nachrichten/startseite/warum_englisch_allein_als_wissenschaftssprache_nicht_genuegt_1.5247130.html ).

Florian Coulmas, Linguist, Soziologe und Japanologe, ist seit 2004 Direktor des Deutschen Instituts für Japanstudien in Tokio. Sicherlich ist seine Sicht aus dieser außereuropäischen Perspektive verständlich, wenn er erklärt, dass „im deutschsprachigen Raum nach wie vor Vorbehalte spürbar“ seien gegen das Englische als internationale Wissenschaftssprache.
Zwar schränkt Coulmas ein, dass dies in den Naturwissenschaften und den technischen Fächern und Berufen kein Problem mehr sei, man aber in den Geisteswissenschaften immer noch der Meinung sei „bestimmte Inhalte ließen sich nur in einer Sprache ausdrücken“.
Coulmas findet zahlreiche Beispiele aus Literatur, Philosphie und Rechtswissenschaft, in denen Nicht-Muttersprachler erfolgreich in englischer Sprache veröffentlichten, ob selbst formuliert oder in Übersetzungen und sich neue Ideen in englischer Sprache verbreiteten.
Coulmas meint, gute Wissenschaftler müssten, sollten und könnten sich auch in einer Fremdsprache ausdrücken, und die führende Sprache, die Lingua Franca der Wissenschaft, sei das Englische.
Sich auf Schopenhauer beziehend weist Coulmas darauf hin, dass vorrangig Gedankengänge einfach und präzise zu formulieren seien, vor allem in der Wissenschaft. Dies sei dann in der Fremdsprache Englisch genauso schwer oder einfach wie in der Muttersprache.

Marco Baschera ist Literaturwissenschaftler an der Universität Zürich. Baschera stellt dar, dass das Englische eine plurizentrische Sprache ist und damit zentrifugalen Tendenzen ausgesetzt ist: „Die ständig wachsende Zahl von Zweit- und Fremdsprachen-Nutzern führt zu einem unkontrollierten Sprachwandel.“ Insofern frage es sich, so Baschera, inwiefern dieses Englische noch als präzise Wissenschaftssprache tauge. Baschera sieht es in humboldtscher Tradition als Bereicherung der Forschung und des Wissens, wenn über Sprachen auch verschiedene kulturell bedingte Denkweisen aufeinandertreffen und sich im besten Falle befruchten können.

Wenn Baschera hier den Austausch von „Wissenschaftskulturen“ auch durch sprachlichen Austausch anmahnt, während Coulmas den verstärkten und vereinfachten Wissensaustausch durch die Lingua Franca lobt, wird deutlich, dass es tatsächlich auch um einen Unterschied der Sicht auf den Zusammenhang zwischen Sprache und Denken sowie die kulturelle Bedingtheit von Wissenschaft und Forschung geht.  

 


 

Übersetzungsnormen: Tansliteration und Transkription

Artikel vom 16.05.2011

Auch die Übersetzungsbranche ist immer mehr durch Normen bestimmt.
Die Normen DIN EN ISO 9001:2008 und DIN EN 15038:2006 Übersetzungsdienstleistungen – Dienstleistungsanforderungen sind Grundlage für die Abwicklung von Übersetzungsvorhaben und für das Qualitätsmanagementsystem von zertifizierten Übersetzungsdienstleistern, aber auch im konkreten Übersetzungsprozess müssen Normen berücksichtigt werden. Der Übersetzer orientiert sich bei der Übertragung aus Sprachen mit nicht-lateinischer Schrift nach den Normen zur Transliteration und Transkription.

Die Transliteration ist nach DIN 1460 eine zielsprachenneutrale, eindeutig rückübertragbare Umschrift. Diese erfolgt durch die Zuordnung eines Schriftzeichens der Ausgangssprache zu genau einem Schriftzeichen der Zielsprache.

Die Transkription ist in DIN 1460 definiert als eine zielsprachenspezifische Umschrift, bei der die Phonetik der Zielsprache besonders berücksichtigt und Eindeutigkeit nicht angestrebt wird. Hier erfolgt eine Umschreibung der Schriftzeichen der Ausgangssprache in die Zeichen der Zielsprache gemäß der Aussprache der Zielsprache. Dies soll dem Leser der Zielsprache ermöglichen, eine aussprechbare Form der Ausgangssprache zu finden, es ist also die Übertragung in eine Form der Lautschrift, die dadurch jedoch nicht eindeutig und deshalb nicht rückübertragbar ist.

Laut DIN 1460 ist „Umschrift“ der allgemeine Ausdruck für die Wiedergabe von Zeichen in einer Schrift durch Zeichen einer anderen.
Retransliteration bedeutet in DIN 1460 Rückübertragung einer transliterierten Schrift in das Originalalphabet.

Für die Transliteration in lateinische Schrift liegen folgende DIN-Normen vor:
DIN 1460-2 (neu) – Umschrift kyrillischer Alphabete
DIN 31634: 2009 – Umschrift des griechischen Alphabets
DIN 31635: 2010 - Umschrift der arabischen Buchstaben (inkl. Persisch, Kurdisch, Osmanisch-Türkisch, Urdu und Paschtu)
Der Norm-Entwurf für die Neuausgabe der DIN 31635 legt die Transliteration der Buchstaben des arabischen Alphabets in lateinische Buchstaben fest. Die bisherige Norm wurde für Arabisch und Persisch geringfügig, für Osmanisch-Türkisch, Kurdisch und Paschtu jedoch grundsätzlich revidiert. Für Urdu wurde die Norm nur hinsichtlich der Umschrifttabelle geändert. Der Norm-Entwurf bezogen auf Arabisch und Persisch beruht weitgehend auf der 1935 vom Internationalen Orientalistenkongress angenommenen Empfehlung. Die für diese Sprachen verwendeten Umschrifttabellen sind fast identisch mit der Transliterationstabelle von ISO 23.
DIN 31636 - Umschrift der hebräischen Buchstaben
Die revidierte Norm ist in der Wiedergabe der Grundbuchstaben des Alphabets identisch mit der Transliterationstabelle der American Library Association/Library of Congress (ALA-LC) und übernimmt auch die dort angewandten Transliterationsregeln des Hebräischen und Jiddischen. Damit trägt sie vor allem den Entwicklungen des modernen Hebräisch Rechnung und strebt mit der Übernahme der anglo-amerikanischen Regeln die Anbindung an eine internationale Standardisierung an, welche den zukünftigen Datenaustausch wesentlich vereinfachen wird. Neu aufgenommen wurden die Unicode-Werte der Hebräischen Zeichen. Die Norm wurde vom Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen, Arbeitsausschuss NABD 1 "Transliteration und Transkription" erarbeitet: Ausgabedatum: 1/2011
DIN 32706 - Umschrift des armenischen Alphabets (seit 2010)
DIN32707 - Umschrift des georgischen Alphabets (seit 2010)


Folgende ISO- Normen für Transliterationen liegen vor:

 Kyrillisch  ISO 9
 Arabisch  ISO 233
 Hebräisch  ISO 259
 Griechisch  ISO 843
 Japanisch  ISO 3602
 Chinesisch  ISO 7098
 Georgisch  ISO 9984
 Armenisch  ISO 9985
 Thai  ISO 11940
 Koreanisch  ISO 11941
 Devanagari  ISO 15919


Maßgeblich für die Anwendung in Deutschland und auch weitestgehend im deutschen Sprachraum sind die DIN-Normen, die für die Transliteration vom Normenausschuss Bibliotheks- und Dokumentationswesen (NABD) entwickelt wurden und werden: http://www.nabd.din.de/cmd?workflowname=InitCommittee&search_committee=nabd&contextid=nabd
Der NABD arbeitet mit der Arbeitsstelle für Standardisierung der Deutschen Nationalbibliothek (http://www.d-nb.de/standardisierung/afs/afs_aacr_rda.htm ) zusammen und versteht seine Normungsbemühungen als wichtige Zuarbeit zum Neuen Regelwerk „Resource Discription and Access“ (RDA), das vom „Joint Steering Committtee for Revision of Anglo-American Cataloguing Rules“ (JSC) in internationaler Abstimmung entwickelt und nach seiner Fertigstellung voraussichtlich auch in Deutschland und Österreich eingesetzt werden wird.
(Vorträge zu RDA
Eine ausführliche Liste von Vorträgen und Präsentationen zu RDA steht auf der Website des JSC zur Verfügung.
Treffpunkt Standardisierung am 16. März 2010 beim 4. Leipziger Kongress Bibliothek und Information
 Danskin, Alan: A long and winding road: RDA from principles to practice
 Frodl, Christine: RDA 2010: Stand und Ausblick
 Hartmann, Sarah und Lars Svensson: Mit RDA ins Semantic Web )

Die aktuellen Aktivitäten des NABD  umfassen die Überprüfungen bestehender DIN-Normen und bei Bedarf deren Revisionen sowie die Erarbeitung neuer Umschriftnormen. Der Ausschuss orientiert sich dabei an den in den deutschen Bibliotheken vorhandenen Altbeständen, der größtmöglichen Reversibilität von Umschriften, der einfachen Handhabbarkeit in der Anwendung und an anderen bereits bestehenden Standards.

Der Standard für die Katalogisierung in Bibliotheken ist das Regelwerk RAK-WB (Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken). RAK-WB regelt die Umschriften unter Einbeziehung von DINs, umgekehrt wurden DINs auf Basis der RAK-Vorgaben entwickelt.
(RAK mit Stand von April 2006: http://files.d-nb.de/pdf/rak_wb_netz.pdf , in Anlage 5 sind die Transliterationen geregelt)

Die ISO-Normen werden im deutschen Bibliothekswesen nicht umfassend verbindlich angewandt, da sie überwiegend nicht der historisch gewachsenen deutschen Wissenschafts- und Transliterationspraxis entsprechen. Auch in anderen Ländern ist die Akzeptanz der ISO-Normen eher gering ausgeprägt, sodass man von einer allgemeingültigen Normung der Umschriften im internationalen Kontext weit entfernt ist. Revisionsverfahren für ISO-Normen gestalten sich sehr schwerfällig.

Die RAK formulieren für die chinesische und die japanische Sprache folgende Transliterationsregeln:
- Transliteration der chinesischen Schriftzeichen:
Die chinesischen Schriftzeichen werden nach dem Pinyin-System (geregelt durch ISO 7098 1982) umgeschrieben.
Pinyin ist eine Lautumschrift der chinesischen Schriftzeichen in lateinische Schrift, die 1957/58 in China eingeführt wurde. Die international maßgebliche ALA-LC (American Library Association – Library of Congress) nutzen Pinyin.
- Transliteration der japanischen Schriftzeichen für Bibliotheken: Hepburn-System, Umschrifttabellen abgedruckt in:
Japan-Handbuch, hrsg. von Horst Hammitzsch, Wiesbaden 1981.
Das Hepburn- System ist eines der zwei wichtigsten Transkriptionssysteme für die japanische Schrift, also für die Transkription der japanischen Silbenschriften Hiragana und Katakana in die lateinische Schrift. Das Hepburn-System ist heute das sowohl in Japan als auch weltweit am meisten verbreitete.
Konkurrierend zum Hepburn-System gibt es noch KUNREI, eine Transkriptionsschrift des Japanischen, die 1937 durch die japanische Regierung angeordnet wurde, eine revidierte Fassung wurde 1954 erlassen. Kunrei wurde 1989 als ISO 3602 standardisiert.
Hier weicht also die RAK-Regelung von der ISO-Norm ab.

Auch für andere Sprachen existieren zur ISO-Norm konkurrierende Transliterationssysteme. So sind für die Übertragung des Koreanischen in lateinische Schriftzeichen mehrere Methoden vorzustellen:
- die “McCune-Reischauer-Umschrift” nach: George McAfee McCune und Edwin Oldfather Reischauer: "The Romanization of the Korean Language Based upon its Phonetic Structure", Transactions of the Korea Branch of the Royal Asiatic Society, XXIX (1939), Seiten 1-55
- die beiden koreanischen Staaten haben eigene Latinisierungsvorschläge vorgelegt, Südkorea u.a. 1990 und Nordkorea 1973, das neueste Transkriptionssystem stammt aus dem südkoreanischen Ministerium für Kultur und Tourismus aus dem Jahre 2000, es folgt weitgehend dem McCune-Reischauer Transkriptionssystem
- die ISO-Norm 11941 aus dem Jahr 1996

Nicht durch ISO-Normen geregelt sind die Transliterationen weiterer Sprachen:
für das uighurisch-mongolische gibt es Transliterationsvorschläge unter
http://sprachen.sprachsignale.de/ordos-mongolisch/mvftransliteration1.html ,
die SUB-Göttingen bietet ebenfalls eine Transliterationstabelle für die klassische monglische Schrift: http://www.laotouzi.de/librarianmongolia/translit/ .
Für das Uighurisch-Mongolische kann Poppe: Grammar of Written Mongolian, 1954 genutzt werden, für das Mandschurische E.Hauer: Handwörterbruch der Manschusprache, 1952. Das kyrillisch geschriebene Mongolisch ist im RAK unter den kyrillischen Alphabeten (nach DIN 1460-2) geregelt, es beruht auf H.P. Vietze: Lehrbuch der Mongolischen Sprache, 1969, 15–16.

Die Translisterationstabelle der Slavaistik der Uni Oldenburg lässt in der Zusammenstellung verschiedener Transliterationssysteme die Unterschiede dieser Systeme, auch die Abweichungen zwischen DIN- und ISO-Norm, erkennen:
 http://www.slavistik.uni-oldenburg.de/download/Transliterationstabelle.pdf

Eine Koran-Transliteration wurde von Hans Zirker nach den Normen DIN 31 635 und ISO 233 erstellt und als PDF ins Netz gestellt:  http://www.eslam.de/begriffe/t/pdf/quran_transliter.pdf

Einen wichtigen Überblick über die Transliteration nach RAK und DIN wird in Kürze diese Broschüre bieten:
Rita Albrecht und Jörg Wiesner: Umschriften in Bibliotheken, Herausgeber: DIN, Beuth Verlag, vorgesehenes Erscheinungsdatum: 6/2011.
Verlagswebsite: http://www.beuth.de


Weitere Links:

The Transliteration and Transcription of Chinese:
https://collab.itc.virginia.edu/access/wiki/site/26a34146-33a6-48ce-001e-f16ce7908a6a/chinese%20transliteration%20%26%20transcription.html

Die Umschrift (Transkription) des arabisch-persischen Alphabets, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg: http://www.ori.uni-heidelberg.de/fachschaft/images/studienhilfen/transkription.pdf

Christoph Rauch: Originalschriftliche Katalogisierung von Arabica. Chancen und Hindernisse. Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft, Heft 199, Berlin 2007:
http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/handreichungen/h199/h199.pdf

Nitaya Kanchanawan: Romanization, Transliteration,
and Transcription for the Globalization of the Thai
Language, in: The Journal of the Royal Institute of Thailand
Vol. 31 No. 3 Jul.-Sep. 2006
http://www.royin.go.th/upload/276/fileupload/758_6484.pdf

 


 

Sprache und Globalisierung

Artikel vom 11.04.2011

Plurizentrische europäische Sprachen
Englisch – Französisch – Spanisch - Portugiesisch

Polyzentrisch nennt man Sprachen, die in zwei Staaten vorkommen und plurizentrisch jene Sprachen, die in mehr als zwei Staaten beheimatet sind, wobei diese Definitionen voraussetzen, dass die jeweilige Sprache in den entsprechenden Staaten den Status einer offiziellen Verwaltungs- oder Amtssprache hat.
Plurizentrische Sprachen sind u.a. Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Hindi-Urdu, Malayisch, Spanisch, Portugiesisch.
Eigenständige sprachliche Zentren einer Sprache mit eigenen Normen entstehen durch den Gebrauch der Sprache im Kontext der politischen, sozialen und ökonomischen Bedingungen des jeweiligen Landes, so dass die linguistische und soziolinguistische Entwicklung der Sprache hin zu einer eigenen Kodifizierung führt. Insofern verfügen plurizentrische Sprachen über zentrifugale Kräfte: einerseits eint die Menschen der Gebrauch derselben Sprache, andererseits trennt sie die Entwicklung nationaler Normen und Merkmale sowie linguistischer Variablen der Sprache.
Neun europäische Sprachen sind als plurizentrisch anzusehen, d.h. sie sind offizielle Sprachen von mindestens zwei Ländern und haben nationale Varietäten. Diese Sprachen sind: Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Schwedisch.
Hier einige Erläuterungen zu den vier dieser neun plurizentrischen europäischen Sprachen, die außerhalb Europas verbreitet sind und die für Übersetzungsdienstleister in ihren Varietäten einen besonders hohen Anspruch stellen: 

Das Englische

Ingesamt kommt das Englische in verschiedenen Funktionen in insgesamt 76 Ländern vor und ist Amtssprache in 59 Ländern.
Das Englische hat in den vier Zentren Großbritannien, den USA, Kanada und Australien eine eigene standardsprachliche Erscheinungsform, welche über eigene Kodizes verfügen.
Für das australische Englisch liegt das „Macquarie Dictionary“ von 1981 vor. Für Neuseeland wurde 1997 das „Oxford Dictionary of New Zealand English“ veröffentlicht. Ein ähnlich historisches Wörterbuch des Südafrikanischen Englisch wurde 1996 veröffentlicht, das „Canadian Oxford Dictionary“ dann 1998.
Die Rhodes University in Südafrika führt eine „Dictionary Unit for South African English“ http://www.ru.ac.za/dsae/ zur Dokumentation des südafrikanischen Englisch.
Bezüglich des Englischen ergibt sich die besondere Situation, dass die Muttersprachler des amerikanischen Englisch gegenüber dem britischen Englisch zahlenmäßig schon lange überwiegen und das amerikanische Englisch sich auch durch die führende Rolle in den modernen Medien, insbesondere im Internet, weiter durchsetzt. Zudem wird erwartet, dass das kodifizierte australische und das neuseeländische Englisch eine größere Rolle im pazifischen Raum einnehmen könnten, da Englischlernende in diesem Raum sie als Grundlage dem britischen Englisch vorziehen könnten. Insgesamt schreibt man dem Englischen, das inzwischen auch als Plural „Englishes“ anzutreffen ist, eine große Toleranz gegenüber den plurizentrischen Entwicklungen zu. Inzwischen wird schon eine neue Variante, das „Internationale Englisch“, definiert, das sich durch den zunehmenden Gebrauch des Englischen durch Nicht-Muttersprachler im Zuge der Globalisierung von Ökonomie und Wissenschaft ausgebildet haben soll.

Das Französische
Das Französische gibt es in den Hauptvarietäten französisches Französisch, belgisches Französisch, schweizerisches Französisch, kanadisches Französisch. Französisch ist Amtssprache in insgesamt 28 Staaten der Welt. Belgien, Frankreich und Kanada verfügen über eine Kodifizierungspraxis.
Seit 1997 gibt es den Dictionnaire Universel Francophone, das in Zusammenarbeit mit den Institutionen der Frankophonie erstellt wurde und die Lexik aller Varietäten Afrikas und des indischen Raums erfasst.
Man geht davon aus, dass das Französische durch einen starken Sprachenzentralismus und die massive Durchsetzung von Sprachnormen eine dominante Hauptvariante zu erhalten versucht. Unter dem Schlagwort der Frankophonie wird einerseits die globale Verbreitung französischer Varietäten registriert, andererseits ist fraglich, inwieweit man die Eigenständigkeit der Varietäten anerkennt und die Plurizentrik auch des Französischen akzeptiert.

Das Portugiesische
Portugiesisch gibt es außer in Portugal als Hauptvarietät neben dem bekannten brasilianischen Portugiesisch auch noch in Angola, Kapverde, Guinea Bissau, Mosambik, São Tomé e Príncipe. Portugiesisch ist Amtssprache in 8 Staaten der Welt.
Brasilien und Mosambik verfügen neben Portugal über eine eigene Lexikalik der Sprache.
Für das Portugiesische gilt – wie für das Englische in Bezug auf das amerikanische Englisch - dass die Varietät des brasilianischen Portugiesisch inzwischen erheblich mehr Muttersprachler hat als die „Stammsprache“. Für Übersetzungen in das Portugiesische ist grundsätzlich anzugeben, ob es sich um eine Übersetzung in das europäische Portugiesisch oder ins „Brasilianische“ handeln soll, da die Unterschiede nicht unerheblich sind.

Das Spanische
Das Spanische verfügt über Hauptvarietäten in Mexiko, Argentinien, Kolumbien, Peru, Venezuela, Chile, Ecuador, Kuba und Guatemala sowie in weiteren lateinamerikanischen Länder, es ist Amtssprache in 21 Staaten der Welt und nach Chinesisch und Englisch die drittmeist gesprochene Sprache der Welt. Mexiko, Venezuela, Argentinien, Uruguay und Kolumbien haben eine eigene Kodifizierungspraxis des Spanischen. Zusammengefasst wird diese Kodifizierungspraxis derzeit im Nuevo Diccionario de Americanismos, der seit 1993 erstellt wird und von dem bisher 4 Bände erschienen sind. Darüber hinaus gibt es einen Diccionario Latinoamericano, der auch über das Internet zugänglich ist: http://www.contenidos.com/biblioteca/diccionario/index.html .
Neben der Tatsache, dass die überwiegende Mehrheit Muttersprachler des Spanischen außerhalb Europas lebt, ist eine interessante und noch offene Entwicklung die Verbreitung des Spanischen in den USA. Von den südlichen Bundesstaaten ausgehend, gibt es eine Tendenz zur Majorität spanischsprachiger Muttersprachler in ganzen Regionen.
Bei der Übersetzung von Büchern ins Spanische ist übrigens die Erstellung mehrerer Versionen durchaus üblich. So erschienen im Februar 2004 drei spanische Übersetzungen des Harry-Potter-Bandes „Harry Potter und der Orden des Phönix“ im Verlag Salamandra (Barcelona), der die Übersetzungsrechte ins Spanische und die Vertriebsrechte der Harry-Potter-Reihe besitzt. Neben einer Version für Spanien erschien für den sogenannten CONO SUR - das sind die Staaten des südlichen Südamerika: Argentinien, Uruguay, Paraguay und Chile-  ebenso eine eigene Ausgabe wie für die übrigen spanischsprachigen Länder inklusive Nordamerika.

Eine Übersicht über die europäischen und die weltweiten plurizentrischen Sprachen findet sich unter: http://www-oedt.kfunigraz.ac.at/oedtradio/content/05-Mat/2plzspraEUR.htm und http://www-oedt.kfunigraz.ac.at/oedtradio/content/05-mat/3plzglobal.htm .

Literatur :
Die Bezeichnungen als polyzentrische oder plurizentrische Sprache gehen auf die Arbeiten von Heinz Kloss zurück: Die Entwicklung neuerer germanischer Kultursprachen seit 1800. 2. erw. Aufl. Düsseldorf 1978.
Grundlegend für die Weiterentwicklung der Definitionen ist:
Clyne, Michael (ed.): Pluricentric Languages. Different Norms in Different Countries. Berlin/New York 1992.
An der Karl-Franzens-Universität Graz ist durch die Tätigkeit des Germanisten Rudolf Muhr ein Forschungsschwerpunkt zu plurizentrische Sprachen entstanden. Auf Muhr geht auch die  „Forschungsstelle Österreichisches Deutsch“ zurück.
Rudolf Muhr: Die plurizentrischen Sprachen Europas – Ein Überblick, in: Gugenberger, Eva / Blumberg, Mechthild (Hrsg.) (2003): Vielsprachiges Europa. Zur Situation der regionalen Sprachen von der Iberischen Halbinsel bis zum Kaukasus. Frankfurt u.a. Peter LangVerlag. S. 191-233. (= Bd. 2 Österreichisches Deutsch – Sprache der Gegenwart)
Hier eine kleine Auswahl von Literatur zu den einzelnen Sprachen:

Englisch:
Allen, Scott W./Starks, Donna: No-one sounds like us? A comparison of New-Zealand and other
southern hemisphere Englishes, in: Bell, Allan/ Kuiper, Koenraad (Hrsg.): New Zealand English.
Amsterdam 2000
Crystal, David:  English as a Global Language. Cambridge 1997
Görlach, Manfred: Sprachliche Standardisierungsprozesse im englischsprachigen Bereich, in: Sociolinguistica Bd. 2, Berlin, New York 1988, S. 131-185
Hansen, Klaus/Carls, Uwe/Lucko, Peter : Die Differenzierung des Englischen in nationale Varianten. Berlin 1996
Hayhoe, Mike/Parker, Stephen (Hrsg.): Who Owns English? Milton Keynes 1994
Hundt, Marianne: Grammatical variation in national varieties of English – The corpus-based approach, Revue belge de philologie et d'histoire 79/2001, Année   2001, S. 737-756
Trudgill, Peter/ Hannah, Jean: International English. A Guide to the Varieties of Standard English. London 1994

Französisch :
Blondé, Jaques/ Dumot, Pierre/ Gontier, Dominique: Lexique du Français du Senegal. Dakar, Paris 1979
Bollée, Annegret: Frankophonie: Regionale Varianten außerhalb Europas: Kanada, in: LRL (Lexikon der Romanistischen Linguistik) V/1-1990, 740-753
Delcourt, Christian: Dictionaire du Français de Belgique. 2 Tome. Brüssel 1998
Dulong, Gaston: Dictionaire de canadismes. Montreal 1989
Guillou, Michel/ Moingeon, Marc (1997): Dictionnaire Universel Francophone. Paris 1997
Pöll, Bernhard (1998): Französisch außerhalb Frankreichs. Geschichte, Status und Profil regionaler und nationaler Varietäten. Tübingen 1998

Spanisch:
Bierbach, Mechtild: Spanisch – eine plurizentrische Sprache? Zum Problem von norma culta und Varietät in der hispanophonen Welt, in: Vox Romanica 59/2000, 143-170
Eberenz, Rolf (1995), Norm und regionale Standards des Spanischen in Europa und Amerika, in: Müller, Oskar / Nerius, Dieter / Schmidt-Radefeldt, Jürgen / Unger, Friedrich (Hgg.): Sprachnormen und Sprachnormenwandel in gegenwärtigen europäischen Sprachen. Beiträge zur gleichnamigen Fachkonferenz November 1994 am Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Rostock, Rostock 1995, S. 47-58.
Gleßgen, Martin-Dietrich:Variedades ejemplares y no ejemplares en el español americano: El caso de México, in: Anuario de Lingüística Hispánica 12/13, 1996/1997, S. 597-627.
Haensch, Günther/ Werner, Reinhold: Nuevo Diccionario de Americanismos. Santafé de Bogotá: Instituto
Caro y Cuervo. (bisher 4 Bände erschienen).
Lebsanft, Franz: Plurizentrische Sprachkultur in der spanischsprachigen Welt, in: Gil, Alberto / Osthus, Dietmar / Polzin-Haumann, Claudia (Hgg.), Romanische Sprachwissenschaft. Zeugnisse für Vielfalt  und Profil eines Faches. Festschrift für Christian Schmitt zum 60. Geburtstag, Frankfurt a.M., Bd. I, 2004, S.205-220.
Núñez, Rocío/ Pérez, Francisco J.: Diccionario del habla actual de Venezuela: Venezolanismos, indigenismos,
nuevas acepciones. Caracas 1995
Oesterreicher, Wulf: Plurizentrische Sprachkultur – der Varietätenraum des Spanischen, in: Romanistisches Jahrbuch 51 (2000), S. 287-318
Polzin-Haumann, Claudia:  Zwischen unidad und diversidad. Sprachliche Variation und sprachliche Identität im hispanophonen Raum, in: Romanistisches Jahrbuch 56/2005, (2005), S. 271–295
Santamaria, Francisco J.: Diccionario de Mejicanismos. 1992

Portugiesisch:
Louceiro, Clenir/ Ferreira, Emilia/ Vera Cruz, Elisabeth: 7 Vozes - Léxico Coloquial do Português Luso-
Afro-Brasileiro: Aproximações. Lissabon 1996
Pöll, Bernhard : Essai de standardologie comparée: quelques éléments pour une comparaison de l’espagnol et du portugais européens et américains, in: Revue belge de philologie et d’histoire 79/2001, S. 907-930.

 


 

Was lange währt …

Die Deutsch-Türkische Universität in Istanbul

Artikel vom 04.03.2011

Alle großen deutschen Tageszeitungen meldeten die Grundsteinlegung der künftigen Deutsch-Türkischen Universität in Beykoz Istanbul am 22.10.2010. Im Rahmen des Staatsbesuchs des deutschen Bundespräsidenten in der Türkei im Oktober 2010 enthüllte Christian Wulff gemeinsam mit dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül den ersten Stein des Bauprojekts.

Die Universität soll offen für Studierende aus der Türkei wie aus Deutschland sein, gelehrt wird sowohl in türkischer als auch in deutscher Sprache. Die Universitätsabschlüsse werden in beiden Staaten anerkannt. 5000 Studenten sollen die Hochschule einmal bevölkern. Man hofft sowohl Abiturienten aus Deutschland als auch Absolventen deutscher Schulen in der Türkei für ein Studium in Istanbul zu interessieren.

Die Kosten für die Deutsch-Türkische Universität werden geteilt, wobei die türkische Seite die Hauptlast tragen wird, sie stellt das Gelände und die Gebäude zur Verfügung und trägt die laufenden Kosten. Deutschland entwickelt Lehrpläne und wird deutsche Dozenten entsenden.

Zum ersten Rektor der Universität wurde am 13.10.2010 Prof. Dr. Ziya Şanal vom türkischen Staatspräsidenten ernannt. Die Stelle des Konrektors soll an einen Deutschen vergeben werden.

Fünf Fakultäten sind geplant, die von verschiedenen deutschen Hochschulen betreut werden sollen. Die TU Berlin wird die Ingenieurswissenschaften einrichten, die FU Berlin betreut den Fachbereich Jura, die Universität Potsdam die Naturwissenschaften. Geistes-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften werden von den Hochschulen Heidelberg, Köln, Münster und Bielefeld unterstützt.
(http://www.sueddeutsche.de/karriere/deutsch-tuerkische-universitaet-istanbul-deutsch-studium-am-bosporus-1.1013439 und http://www.sueddeutsche.de/karriere/deutsch-tuerkische-universitaet-istanbul-deutsch-studium-am-bosporus-1.1013439 :)

Angekündigt war die Gründung der Universität erstmals in einer Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes im Dezember 2007:
„… Deutschland und die Türkei wollen ihre Bildungszusammenarbeit
verstärken. Symbolcharakter für dieses Ziel hat die geplante
Deutsch-Türkische Universität in Istanbul. Heute (06.12.)
gelang ein wichtiger Zwischenschritt dorthin: Der Botschafter
der Bundesrepublik Deutschland in Ankara, Dr. Eckart Cuntz,
und der Staatssekretär des türkischen Außenministeriums,
Botschafter Ertugrul Apakan, haben das Regierungsabkommen
über ihre Gründung paraphiert.
Mit der heutigen Paraphierung des Abkommens rückt der Start
der deutsch-türkischen Universität einen Schritt näher. …“
(Quelle: http://www.istanbul.diplo.de/contentblob/1763098/Daten/129021/Deutsch_Tuerkische_Universitaet_DD.pdf )

In Berlin unterzeichneten im Mai 2008 schließlich  Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier und sein türkischer Amtskollege Ali Babacan gemeinsam mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan eine „Vereinbarung über die Gründung einer Deutsch-Türkischen Universität in der Türkei zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Türkei.“
(Pressemitteilung vom 30.5.2008  des Bundesminsteriums für Bildung und Forschungm, http://www.bmbf.de/press/2309.php )

Angeregt wurde die Gründung der Deutsch-Türkischen Universität durch die Ernst-Reuter-Initiative für kulturellen Dialog und Verständigung (ERI), die im September 2006 vom deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seinem damaligen türkischen Amtskollegen Abdullah Gül ins Leben gerufen wurde.
(weitere Informationen zu ERI unter: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/KulturDialog/InterkulturellerDialog/ERI/Uebersicht-ErnstReuterInitiative_node.html mit Links)

Emigration und Integration andersherum – Ernst Reuter in der Türkei
Ernst Reuter, der als Regierender Bürgermeister Berlins in der Nachkriegszeit hohes Ansehen erwarb, lebte – was viele nicht wissen – während der Nazi-Diktatur als Emigrant in der Türkei.
Der Sozialdemokrat, Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg und Reichstagsabgeordneter Ernst Reuter war eines der ersten Opfer des Naziregimes, zweimal war er im Konzentrationslager Lichtenberg, aus dem er 1934 als krank entlassen wurde, einer erneuten Festnahme entging er durch die Flucht nach Holland im Januar 1935. Weiter führte die Flucht Ernst Reuter und seine Familie nach London. Eine Stelle als Sachverständiger im Wirtschaftsministerium der Türkei, vermittelt durch andere Exilanten, lockte Reuter im Juni 1935 nach Ankara. Die junge türkische Republik bemühte sich unter Mustafa Kemal Atatürk um den Aufbau einer modernen Verwaltung und eines modernen Hochschulwesens; eines der Mittel dazu war die Anwerbung westeuropäischer Wissenschaftler. So fanden einige Verfolgte des Naziregimes Zuflucht in der Türkei, neben Ernst Reuter beispielsweise auch der der Sinologe Wolfram Eberhard als Lehrer für Chinesisch an der Universität Ankara, der Architekt Bruno Taut als Professor für Architektur an der Universität Istanbul sowie der Jurist Ernst Hirsch als Professor an der Universität Istanbul und später in Ankara.

Reuter wurde als Fachmann für Tariffragen beim türkischen Wirtschaftsministerium, später beim Verkehrsministerium angestellt. Ab 1940 war Reuter dann nur noch an der Verwaltungshochschule in Ankara als Dozent und ab 1941 als Professor für Kommunalwissenschaft tätig.
Grundlage für Reuters erfolgreiche Tätigkeit in der Türkei war natürlich seine – zwingend notwendige – Bereitschaft, die Sprache des Gastlandes zu erlernen. Reuter lehrte in türkischer Sprache und  veröffentlichte Grundlagenwerke über Städtebau und Kommunalwissenschaften in der Türkei.

Die Ernst-Reuter-Initiative möchte in den Projektfelder Kunst, Kultur und Medien, Jugend und Young Professionals, Integration und Wissenschaft - an die Gastfreundschaft der Türkei für Verfolgte des Nazi-Regimes anknüpfend  - den Austausch zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei auch in Zukunft unterstützen.

Dies wird – hoffentlich – in ganz besonderer Form mit der neuen Deutsch-Türkischen Universität gelingen.

Über die deutschen Exilanten in der Türkei u.a.:
www.transeo-review.eu/Zwischen-Aussenseiterdasein-und.html
Zum Nachlesen:
Kubaseck, Christopher u. Seufert, Günter (Hrsg.):
Deutsche Wissenschaftler im türkischen Exil: Die Wissenschaftsmigration in die Türkei 1933-1945, Ergon 2008

 

 

Wann ist eigentlich Neujahr?

Artikel vom 27.12.2010

Auch wenn sich schon lange die europäische Festlegung auf den 1.Januar als Beginn eines neuen Jahres auf der ganzen Welt durchgesetzt hat, wird doch in vielen Kulturen ein anderer Neujahrstag gefeiert.

Auch in Europa wurde der 1.Januar als Beginn eines neuen Jahres erst mit der julianischen Kalenderreform  unter Julius Caesar eingeführt. Bis dahin galt der 1. März als Beginn eines neuen Jahres, wodurch sich auch die erhaltenen Monatsnamen September (siebter Monat) bis Dezember (zehnter Monat) erklären.

Der jüdische Kalender feiert den Jahresanfang „Rosch Haschana“ am 1. und 2. Tag des jüdischen Kalendermonats Tischri. So feierte man das Neujahrsfest des Jahres 5771 (nach dem jüdischen Kalender) am 9.September 2010, im Jahr 2011 wird das das Jahr 5772 des jüdischen Kalenders am  29.September beginnen.
Besondere Bräuche zu Rosch Haschana sind Neujahrskarten an Verwandte und Freunde, mit denen man ihnen Schana Towa, ein gutes Jahr wünscht. Zu Rosch Haschana werden süße Äpfel mit Honig gegessen; dabei spricht man den Wunsch aus, dass das neue Jahr ein gutes und süßes Jahr werden möge. Auch die Challot, die geflochtenen Brote für Schabbat und Festtage, sind süß und sie haben eine runde Form. Manche Menschen gehen zu einem Fluss, um symbolisch ihre Sünden ins Wasser zu werfen, indem sie die Taschen ihrer Kleidung leer machen.
(Quelle: http://www.fachbereichbildung.de/fileadmin/downloads/schulreferat/71-75.pdf )

Der islamische Kalender beginnt mit der Auswanderung Mohammeds nach Medina im Jahr 622 n.Chr.
Der erste Tag des Jahres 1432 der islamischen Zeitrechnung wurde am 7.Dezember 2010 begrüßt; in 2011 wird das neue Jahr des islamischen Kalenders am 26.November seinen Anfang nehmen.

Das persische Neujahrsfest Nowruz fällt immer auf den Frühlingsanfang am 21.März (in Schaltjahren auf den 20.März).
Haft Sin („sieben“ Dinge“) ist das wichtigste Brauchtum des Neujahrsfestes. Die „sieben Dinge“ werden auf einem Tisch oder einem Tuch auf dem Boden ausgebreitet.  Die sieben Dinge, die mit dem persischen Buchstaben Sin beginnen, dem deutschen S, sind Symbole für die Grundnahrungsmittel des Menschen, für Glück und Reichtum: Sabze (Weizen), Sib (Apfel), Sir (Knoblauch), Serke (Essig), Somagh (saures Gewürz), Samanu (eine süße Speise aus Weizen), Sendsched (Mehlbeere), Sekke (Münzen, die Reichtum symbolisieren), Sonbol (Hyazithen, die Glück versprechen) und Sepand (wilde Raute, die für Weihrauch genutzt wird).
In Afghanistan heißt das Neujahrsfest zum Frühlingsanfang Nauruz. Auch hier werden sieben Gemüsesorten, Obst und Pflanzen als Symbole für die sieben Glückseligkeiten gereicht, für Wiedergeburt, Reichtum, Glück, Liebe, Freude, Gesundheit und Bescheidenheit.

Das chinesische Neujahrsfest fällt auf den zweiten oder seltener dritten Neumond nach der Wintersonnenwende. Im Jahr 2010 begann das chinesische Jahr des Tigers am 14.Februar. Auf das Tigerjahr folgt nun das Jahr des Hasen, den Beginn dieses neuen Jahres feiern die Chinesen am 3.2.2011.
Verbunden ist das chinesische Neujahr mit Ritualen und Opfern für den Küchengott, der sieben Tage vor dem Neujahrstag das Haus verlässt und vier Tage nach dem Neujahrsfest wieder zurückkommt. Vor dem Verlassen wird dem Küchengott symbolisch süßer und klebriger Reis geopfert, um ihm den Mund zu verkleben. So hat der Küchengott keine Gelegenheit dem Himmlischen Gott Unangenehmes und Schlechtes von den Vorgängen des vergangenen Jahres zu berichten und er erzählt nur das "Süße". Die Opferungen bei der Heimkehr des Küchengottes bestehen aus verschiedenen Früchten, Keksen und Tee.
(nach: http://wtcf.de/chin_neujahr.html )
Das chinesische Horoskop sagt für das Jahr des Hasen voraus: „Geldverdienen läuft  im Jahr des Hasen einfach besser. Ein tolles Jahr voller Glück und ohne Stress!“
(aus: http://www.chinesisches-horoskop.de/kalender/ )

In Korea steht an Neujahr die Familie im Mittelpunkt. Dazu gehören auch die Ahnen der letzten 4 Generationen, die nach koreanischem Glauben nicht sofort nach dem Tod die Erde verlassen.
Nach dem Aufstehen wünscht sich die Familie erstmal ein gutes neues Jahr. Dabei verbeugen sich zuerst die Eltern voreinander, danach setzen sich die Eltern auf den Boden und empfangen den Neujahrsgruß der Kinder. Dabei knien die Kinder vor den Eltern nieder, verbeugen sich, indem sie mit der Stirn den Boden berühren (Sebae).
Das Neujahr nach dem Mondkalender ist auch einer der Tage, an dem die Koreaner ihrer Ahnen gedenken bzw. in Kontakt mit ihren Ahnen treten. Durch die Verehrung der Ahnen sollen Reichtum und Glück erlangt werden.
Die Ahnenverehrung geschieht durch die Zeremonie, die an den Gräbern der Ahnen abgehalten wird (Cha rei - Zeremonie). Das Essen für diese Zeremonie besteht aus steamed rite, Rindersuppe, Fischkuchen und traditionellen Keksen.
Am wichtigsten ist „Song-pyun“, eine Art Reiskuchen mit verschiedenen Füllungen.
(Quelle: http://de.koreaorbit.com/koreanische-kultur/koreanisches-neujahr-feiern.html )

Das Jahr 2010 entspricht dem Jahr:
219 französischer Revolutionskalender
1389 persischer Kalender
1432 islamischer Kalender
1460 armenischer Kalender
1727 koptischer Kalender
2003 äthiopischer Kalender
2553 buddhistischer Kalender
2759 babylonischer Kalender
2763 römischer Kalender
5129 Kalender der Maya
5771 jüdischer Kalender
6246 ägyptischer Kalender
(Quelle:http://www.kalenderlexikon.de/index.pAhp?PHPSESSID=rsu2p5nit28ll2td3nhbmpasa5 ; einige Werte sind Näherungswerte.)

 


 

Sprache und Globalisierung

Englisch – die hegemoniale Weltsprache?

Artikel vom 15.10.2010

Für Übersetzungsdienstleister ist die Entwicklung der weltweiten Sprachdynamik von großer Bedeutung. Wie hoch wird der Bedarf an Übersetzungen in Zukunft sein? Welche Sprachen stehen im Fokus? Welche Sprachen werden marginalisiert? Die Tendenz zur Hegemonie des Englischen scheint im 21.Jahrhundert ungebrochen.
Prof. Dr. Rainer Enrique Hamel, Linguist am Anthropologischen Seminar der Universität Mexiko-Stadt untersucht in seinem Vortrag „Sprachimperien, Sprachimperialismus und die Zukunft der Sprachenvielfalt“ (http://www.goethe.de/mmo/priv/1663343-STANDARD.pdf ) den Zusammenhang zwischen Sprache und Globalisierung.
Hamel fragt, ob wir das Monopol des Englischen für die Zukunft akzeptieren müssen, ob wir es sogar im Sinne einer weltweiten Verständigung unterstützen sollten oder ob nur die Verteidigung aller Sprachen, auch der Minderheiten- und Regionalsprachen, kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt erhalten kann.
Den Begriff des Sprachimperialismus hält Hamel nur dann für untersuchungsrelevant, wenn Sprachprozesse eine Eigendynamik besitzen und nicht bloß Folge der Ausbreitung politischer, militärischer und wirtschaftlicher Macht sind.
Um dies genauer zu differenzieren, stellt er in einem historischen Abriss „Sprachimperien“ vor: das Römische Reich, das jedoch – so Hamel – immer zweisprachig lateinisch und griechisch war; das spanische Imperium, mit dem Verweis darauf, dass Spanien selbst bis heute nicht einsprachig sondern multilingual ist und die spanische Sprache plurizentrisch (s. dazu auch http://www.uni-tuebingen.de/hispanistentag/ , Sektion 9: „Das Spanische als plurizentrische Sprache“, mit Bibliographie); das französische und das britische Imperium. Hamel schließt aus diesem Überblick:  „Eine erfolgreiche und massive Verbreitung der europäischen Kolonialsprachen fand vor allem dort statt, wo sie mit einer massiven Emigrationspolitik in die Kolonien und der Ausrottung der dortigen Urbevölkerung einherging.“ Die Sprachdiffusion als Kriterium für das Vorhandensein von Sprachimperialismus relativiert Hamel, entscheidend sind für ihn die Entwicklung von Sprachhierarchien die zur „Hegemonie der imperialen und Subalternität der lokalen Sprachen“ führen, dies definiert er als „moderne Form von Sprachimperialismus“. Diese „asymmetrischen Sprachenverhältnisse“ sind es, die sich in der gegenwärtigen Sprachendynamik durchsetzen und das Englische scheinbar unausweichlich zur Weltsprache machen werden. Gegen diese „Verdrängungs- und Globalisierungstendenzen“ gibt es laut Hamel zwei Strategien, die eine ist die „uneingeschränkte Verteidigung aller bedrohten Sprachen vor dem Sprachentod“, die zweite die „Eindämmung der totalen Hegemonie des Englischen“, die Nationalsprachen-Position, die ihrerseits aber Minderheiten- und Regionalsprachen verdrängen möchte zugunsten starker Nationalsprachen, die sich dem Englischen entgegenstellen können. Hamel wiederholt, dass sich Sprachen nur dann verdrängend durchsetzen können, wenn es zu einer Hierarchisierung der Sprachenverhältnisse kommt:  „Sprachverdrängung und Sprachentod treten … erst auf, wenn markante Asymmetrien zwischen Sprachen und ihren Sprechergruppen … zu einer psychosozialen, kulturellen Umorientierung der Sprecher von den subalternen hin zu den dominanten Sprachen eintritt …“. Demzufolge muss „eine auf Sprachenvielfalt und Pluralismus von Kulturen und Sprachen ausgerichtete Politik“ Sprachenhierarchien reduzieren, einen „Orientierungswechsel von einem monolingualen Ideal und einer negativen Einschätzung der ’Mehrsprachigkeit als Problem’ hin zu einer pluralistischen Orientierung“ herbeiführen, „die im Plurilinguismus eine Bereicherung der Gesellschaften und der Individuen erkennt.“ In diesem Sinne hält Hamel das Fremdsprachenlernen für eine wichtige Aufgabe, die als „sinnvolle individuelle und gemeinschaftliche Investition“ angesehen werden sollte, da Sprachenlernen dazu führt, die globalisierte Welt besser zu verstehen und sie zu verbessern.

Für den weltweiten Erhalt der biologischen, kulturellen und lingustischen Vielfalt setzt sich die NGO „Terralingua“ ein:
http://www.terralingua.org/ .
Zum Erhalt der Sprachenvielfalt soll auch die „ Euromosaik-Studie“ der EU beitragen, sie stellt „Maßnahmen der Europäischen Kommission zur Sicherung von Regional- und Minderheitensprachen“ vor:
http://ec.europa.eu/education/languages/languages-of-europe/doc145_de.htm ;
weitergehende Links finden sich unter:
http://ec.europa.eu/education/languages/languages-of-europe/doc147_de.htm , u.a. zu den Sprachen:
Asturisch - Baskisch - Bretonisch - Katalanisch - Kornisch - Korsisch - Friesisch - Friulisch - Gälisch - Galicisch - Ladinisch -Niederdeutsch - Manx - Okzitanisch - Provenzalisch - Sami - Sardinisch - Sorbisch - Walisisch - Jiddisch

 


 

Rechtskultur und Übersetzungen

Eine Untersuchung deutscher und französischer Rechtstexte

Artikel vom 20.07.2010

Fachübersetzungen im juristischen Bereich erfordern besondere Kompetenzen des Übersetzers. Nicht nur die sprachliche Kompetenz, sondern viel Fachwissen ist gefragt, wenn Übersetzer Rechtstexte übertragen. In Verträgen, Urkunden und Urteilen präsentiert sich die jeweilige Landessprache in ihren Rechtstraditionen.
Prof. em. Dr. Bernd Spillner von der Universität Duisburg-Essen untersucht in ‚TRANS Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften’ die „Interlingualen Kontraste zwischen direktiven Rechtstexten“ und die daraus zu folgernden Besonderheiten für deutsch – französische Übersetzungen. (http://www.inst.at/trans/17Nr/6-4/6-4_spillner17.htm )
Es geht Spillner nicht um die Übersetzungen von Gesetzen, sondern von Texten aus dem Bereich der Rechtsverordnungen. Während die Sprache der Gesetzestexte durch die gemeinschaftliche kontinentaleuropäische Rechtstradition viele Gemeinsamkeiten aufweist, ist die Sprache im Rechtssystem der Verordnungen, Erlasse und Verwaltungsvorschriften nach Spillner stärker durch die jeweilige Landestradition und –kultur geprägt.
Anhand direktiver Textsorten (Gesetze, Erlasse, Verordnungen, Ausführungsbestimmungen etc.) möchte Spillner die Unterschiede der fachsprachlichen Corpora in der deutschen und französischen Rechtssprache herausarbeiten.
Zunächst präsentiert er ausführlich Literatur aus der Translationstheorie und aus der Übersetzungspraxis für verschiedene Fachbereiche, nicht nur für juristische Texte. Zu Übersetzungen aus dem Rechtsbereich weist Spillner auch auf Literatur für die Sprachkombinationen dänisch deutsch und italienisch deutsch hin.
Spillner befasst sich dann ausführlich mit Kontrasten in deutschen und französischen Rechtsverordnungen, er untersucht die jeweilige Terminologie, den Textaufbau und die Syntax am Textbeispiel der „Verordnung“ im Deutschen und im Französischen.
Spillner bilanziert, dass auch wenn zwei Textsorten in zwei Sprachen als vergleichbar eingestuft werden, sich sprachliche, stilistische, textuelle und fachorientierte Kontraste ergeben, die die unterschiedlichen Rechtstraditionen und administrativen Kulturen widerspiegeln.
Deshalb weist Spillner abschließend darauf hin: „Bei der Herausbildung eines nationenübergreifenden Rechtssystems – wie u.a. im gegenwärtigen Europa – ist unbedingt auf interlingual differente terminologische Besonderheiten und die Interkulturalität von Textsorten zu achten.“
Wichtig für Übersetzer und Kunden ist ebenfalls Spillners Hinweis, dass auch innerhalb einer Sprache in unterschiedlichen Ländern bzw. Kulturen Varietäten möglich sind – denken wir etwa an Französisch oder Englisch als Amtssprache auf unterschiedlichen Kontinenten, aber auch z.B. an Portugiesisch in Portugal und in Brasilien.
Dies macht es besonders wichtig, qualifizierte Übersetzer mit juristischen Übersetzungen zu beauftragen, denn nur diese garantieren die Prüfung und die Ausführung eines Auftrages nicht nur bezüglich der Sprache, sondern auch bezüglich der landestypischen Terminologie.
Weiteres zum Thema deutsch – französische Rechtstexte findet sich auch bei Jakob Wüst: Der französische Einfluss auf die kontinentaleuropäische Rechtssprache, ebenfalls in TRANS Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaft Nr. 17, http://www.inst.at/trans/17Nr/6-4/6-4_wuest17.htm

 


 

Eine Heimat für die Mauerblümchen

Übersetzen unter idealen Bedingungen:

Artikel vom 02.07.2010

Das europäische Übersetzerkollegium (EÜK) in Straelen
http://www.uebersetzerkollegium.com
„Es ist toll, mit Menschen zusammenzusein, die auch mit und in Sprache leben.“
Das sagt die Übersetzerin Bettina Münch, die im nächsten Jahr das Europäischen Übersetzerkollegium (EÜK) in Straelen als Translator in Residence’ besuchen wird.
 (Bettina Münch im Porträt der Frankfurter Rundschau: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?em_cnt=2609168&em_ivw=fr_frankfurt
Eine Heimat für die „Mauerblümchen des Literaturbetriebes“ soll es sein, das  Übersetzerkollegium. Dort treffen sich die Übersetzer – meist nachts in der Küche, wie auch Bettina Münch bestätigt, „denn die meisten sind Nachteulen“ – zum Erfahrungsaustausch, zum Austausch von Tricks und Kniffen des Übersetzer-Handwerks.
In der historischen Tradition der mittelalterlichen Übersetzerschule von Toledo wollte der Beckett-Übersetzer Elmar Tophoven einen Ort für die „Brückenbauer“ der Weltliteratur schaffen.
Gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden des Verbands der literarischen Übersetzer Klaus Birkenhauer trieb Tophoven unermüdlich die Schaffung eines „irdischen Elysiums der Übersetzer“, einer „neuen Schule von Toledo“ voran, und endlich konnte 1978 die Gründung des "Europäische Übersetzer-Kollegiums Nordrhein-Westfalen in Straelen e.V." als das weltweit erste und größte internationale Arbeitszentrum für professionelle Literatur- und Sachbuch-Übersetzer gefeiert werden.
Literarische Übersetzer aus aller Welt kommen mit dem Übersetzungsauftrag eines Verlages nach Straelen, um die umfangreiche Bibliothek und die technischen Hilfsmittel des Hauses zu nutzen, aber insbesondere, um hier andere Übersetzer zu treffen.
Verschiedene Einrichtungen des Übersetzerkollegiums unterstützen die zeitweiligen Bewohner. So gibt es jeweils einen ‚Translator in Residence’, der einerseits im Kollegium die Gäste zusammenbringt und die Neuankömmlinge begrüßt und andererseits durch Lesungen und Workshops Öffentlichkeitsarbeit betreibt.
In den Atriumsgesprächen werden zweimal jährlich herausragende deutschsprachige Autorinnen und Autoren mit ihren ausländischen Übersetzern zusammengebracht. In den Gesprächen zwischen Autor und Übersetzern soll die künstlerische Arbeit der Literaturübersetzer gewürdigt werden und dazu beigetragen werden, Fehler und Missverständnisse in Sprach- und Kulturtransfer zu vermeiden. Im Jahr 2009 traf der Autor Uwe Tellkamp in Straelen die Übersetzer seines preisgekrönten Werks „Der Turm“.  Die "Turm"-Übersetzer kamen aus 11 Ländern: aus Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Italien, Katalonien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Spanien und Ungarn. 2010 kommen die Übersetzer des Buchs „Corpus Delicti“ von Juli Zeh mit der Autorin zusammen. Diesmal stammen die Übersetzer aus Belgien, Brasilien, Bulgarien, Italien, Kroatien, Neuseeland, Polen, Schweden, Taiwan und aus der Türkei.
Der jährlich vergebene Übersetzerpreis soll herausragende Leistungen auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung aus der deutschen in eine andere oder aus einer anderen in die deutsche Sprache würdigen. In diesem Jahr erhält Frau Dr. Sabine Baumann aus Frankfurt/M. den Preis für die Neuübersetzung von Alexander Puschkins „Eugen Onegin“ aus dem Russischen sowie des erstmals in deutscher Sprache vorgelegten 1300 Seiten umfassenden Puschkin-Kommentars von Vladimir Nabokov, den Baumann aus dem amerikanischen Englisch übertragen hat.
 

 


 

Die Welt der Sprachen:

Was ist eigentlich Finnougristik?

Artikel vom 19.05.2010 

Die Finnougristik beschäftigt sich mit der uralischen Sprachfamilie, die heute noch im Wesentlichen aus dem Finnischen, dem Ungarischen und dem Estnischen besteht.

Jedem Sprachinteressierten, der diese Sprachen schon einmal gehört hat, ist klar: das hört sich anders an als romanische oder nordische Sprachen!
Bei dieser Sprachgruppe handelt es sich um eine Enklave in Europa, sie hat eine Sonderstellung, da sie nicht zum indoeuropäischen Sprachkörper gehört. Ursprünglich im Uralgebiet beheimatet, wanderten die Sprachen mit ihren Sprechern; man nimmt an, dass der finnische Zweig auf dem heutigen Siedlungsgebiet ursprünglich ist, während das Ungarische erst mit den Magyaren etwa im 10. Jh. n. Chr. nach Ungarn kam. Das Estnische gehört dementsprechend nicht wie das benachbarte Lettische und Litauische zu den baltischen Sprachen.

Die Sprachen entwickelten sich im Folgenden so weit auseinander, dass die Unterschiede innerhalb der finnougrischen Sprachen heutzutage sehr groß sind, d.h. Ungarn und Finnen können sich – trotz der Herkunft aus einer Sprachfamilie – nicht mehr miteinander verständigen.
Das hindert Finnen und Ungarn aber nicht an einem ausgesprochen höflichen Umgang miteinander. So gibt man sich gegenseitig in einer Anekdote, die in beiden Sprachen erzählt wird, den Vortritt in Belesenheit und Klugheit:
„Die Finnen berichten: Sie kamen zusammen mit den Ungarn aus dem Osten, vom Ural her, mit Pferden, Wagen, Kind und Kegel. Endlich kamen sie an hohe Berge (die Karpaten), wo sie eine Tafel mit der Aufschrift fanden: „Geradeaus nach Ungarn“. Und alle, die lesen konnten und nicht zu faul waren, erkletterten die Berge und kamen nach Ungarn. Die anderen bogen nach rechts (nach Norden) ab und landeten in Finnland.
In der ungarischen Variante der Anekdote steht an der Tafel am Fuß der Berge: „Rechts nach Finnland“, und die Ungarn erzählen sich, dass die Klügeren, die lesen konnten, auf diese Weise auf die skandinavische Halbinsel gekommen sind.“
(zitiert nach: http://www.ungarnaktuell.de/Literatur.htm )

Finnougristik kann man in Deutschland studieren! Forschung und Lehre in den Bereichen Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft und Landeskunde sind an den Universitäten Göttingen, Hamburg und München vertreten:
http://www.finnougristik.uni-muenchen.de/index.html
http://www.uni-hamburg.de/ifuu/
http://www.uni-goettingen.de/de/sh/106929.html

 

Das Finnische:
Offensichtlich ist die Entwicklung des Finnischen zu einer Weltsprache kaum noch aufzuhalten. Schon 1989 fand Richard Lewis folgende Argumente dafür:

1. Wir diskutieren über eine Sprache, die grundsätzlich logisch ist. Regeln werden absolut eingehalten, frei von Ausnahmen.

2. Die Sprache ist wohlklingend. Mit anderen Worten: sie ist eine Freude für die Ohren. Dies kommt von der überwiegenden Menge von Vokalen, die dumme Kombinationen von Konsonanten verhindern. Gelegentlich wurde vorgeschlagen, dass einige Vokale in die Tschechei exportiert werden sollten, wo ein dauernder Mangel an ihnen herrscht, und einige tschechische Konsonanten könnten stattdessen importiert werden - aber die Verhandlungen wurden schon in früher Zeit abgebrochen. Die Finnen wollten nichts mit einer Sprache zu tun haben, in der Eiscreme "zmrzlina" genannt wird, und die Tschechen hingegen waren misstrauisch gegenüber einer Sprache, in der dies "jäätelöä" heißt.

3. Finnisch ist eine prägnante Sprache. Ein finnisches Wort kann viele Dinge auf Deutsch bedeuten. Warum Zeit vergeuden und "Ausschuss zur Durchführung von Verhandlungen über die Einstellung von bewaffneten Feindseligkeiten" sagen, wenn man doch ein einfaches Wort wie "aseleponeuvottelutoimikunta" benutzen kann?

4. Finnisch lernen gibt Selbstvertrauen. Wer Finnisch lernen kann, der kann wirklich alles lernen.

5. Die finnische Sprache hat längere und bessere Flüche als jede andere Sprache.

Allerdings gibt es wohl einige Hindernisse beim Erlernen der finnischen Sprache, nämlich die Grammatik:

„Direkte Objekte
Die meisten finnischen Grammatikbücher sind besonders einfach zu verstehen, wenn es um "direkte Objekte" geht. Es geht ungefähr so: Ein direktes Objekt im Finnischen (allgemein "Akkusativobjekt" genannt) kann im Nominativ, Genitiv oder Partitiv stehen. Um alles noch leichter verständlich zu machen, werden Nominativ und Genitiv "Akkusativ" genannt. Außerdem gibt es noch einen richtigen Akkusativ, der aber keinen besonderen Namen hat. Große Vorsicht ist erforderlich, wenn grammatische Bezeichnungen konstruiert werden. Wenn Sie das Wort "Akkusativ" sehen, kann es Nominativ oder Genitiv bedeuten, aber niemals Akkusativ; die Bezeichnung "Nominativ" kann Akkusativ bedeuten oder vielleicht Nominativ; "Genitiv" kann Akkusativ bedeuten oder einfach nur Genitiv, während "Partitiv" immer Partitiv ist, außer es könnte Akkusativ sein.“
(zitiert nach: http://www.lenz-online.de/reisen/finland/sprache.htm )


Das Ungarische:
Auch die Ungarn scheinen – getreu der Zugehörigkeit zur Sprachfamilie des Finnischen – grammatikalisch ihren Sonderweg bestätigen zu wollen:
„Grammatisch erweckt das Ungarische den Eindruck, sich mit dem ganzen Trotz des Einzelkindes von europäischen Sitten abzuwenden“, meint Wilhelm Droste in der seinem Artikel „Über den Eigensinn der ungarischen Sprache  – Eine Liebeserklärung“ aus dem ‚Neuen Pester Lloyd’, einer deutschsprachigen ungarischen Zeitung (zitiert nach: http://www.ungarn-guide.com/sprache_01.php )
Und so meint Droste denn, das Erlernen des Ungarischen sei „quälend schwer. Wie es den Ungarn beim Fremdsprachenerwerb kaum gelingt, ihren Akzent und andere Eigenarten gänzlich los zu werden, so ist es auch für den Ausländer nahezu unmöglich, das Ungarische in Fleisch und Blut zu übernehmen. … Die Sprache ist wie ein Schutzwall, hinter dem die Nation sich mit all ihren Geheimnissen und Eigenarten fest verschanzen kann. Sie taugt im Kampf um eine souveräne Selbstbehauptung mehr als alle Waffen und Gelder dieser Welt.“

Auf der Suche nach dem schönsten Wort im ganzen Land ist das Balassi Institut für Ungarische Kultur anlässlich des 250.Geburtstages des wichtigsten Sprachreformers Ungarns, Ferenc Kazinczy. Die Bevölkerung ist aufgerufen ihr ungarisches Lieblingswort zu ermitteln. Die aktuelle Hitliste ist unter www.szoszavazo.hu einzusehen.
Dazu meint der Pester Lloyd (29-2009 vom 17.07.2009):
„Den hier lebenden Ausländern klingen die Ohren ohnehin ständig, wenn der finno-ugrische Sprachtsunami magyarischer Ausformung, eine Mischung aus wildromantischem Singsang und lingualem Starrsinn, über sie hereinbricht. Und fragte man die Expats nach dem wohl ungarischsten aller ungarischen Wörter, dann wäre das mit größter Wahrscheinlichkeit das allgegenwärtige "Nincs" (dt.: gibts nicht), oft noch bevormundet durch ein gelogenes "sajnos" (leider), dass sich am sichersten mit dem berlinerischen "Hamwanich" übersetzen ließe und genauso unverschämt gemeint ist. Doch "nincs" klingt eben genauso häßlich wie es ist und dürfte mit Sicherheit auch nicht vom Aussterben bedroht sein.
… In Deutschland machte man 2004 eine ähnliche Erhebung. Es gewann "Habseligkeiten" vor "Geborgenheit", "lieben" und "Augenblick" sowie "Rhabarbermarmelade". (http://www.pesterlloyd.net )


Das Estnische:
Die Tipps für Estland-Reisende von Estlandia.de, Estlands Reiseführer aus erster Hand, geben einen Einblick in die ‚estnische Seele’:
„Dinge, die ein Estland-Reisender wissen sollte
- In den meisten Cafes ist Selbstbestellung üblich. Man bestellt an der Theke, und das Bestellte wird zum Tisch gebracht. (Bedienung ist lediglich in Restaurants selbstverständlich.) - Man hat schon unflexible Touristen bis zum Ladenschluss hungernd am Tisch sitzen sehen, - es sah sich auch niemand dazu veranlasst, sie über den Brauch der Bestellung aufzuklären. Wie es soweit kommen kann, siehe …:
-  Die Esten sind freundliche Menschen aber schüchtern gegenüber Fremden. Man erwarte nicht, so leicht mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Und es müsste erst recht viel passieren, bis sie selbst einen ansprechen würden.
- Mit Blumen sind Sie immer richtig. Lädt Sie ein Este zu einem kleinen oder großen Feste zu sich nachhause, bringen Sie Blumen für die Dame des Hauses mit. Jede Art von Blumen ist willkommen - meiden Sie allein rote Nelken. So schön diese Blumen sind, erinnern sie doch einen Esten an Beerdigungen sozialistischer Parteiführer.
- Schuhe ausziehen. Es ist in Estland üblich, bei häuslichen Besuchen die Schuhe auszuziehen. Sie zeigen dadurch Respekt gegenüber der Hausfrau, die sich Tag für Tag abmüht, das Haus sauber zu halten (oder sie bezahlt zumindest eine professionelle Hilfe dafür). Das Wohnzimmer in Straßenschuhen zu betreten, wird in jedem Fall als eine Rohheit aufgenommen.
- Supermärkte sind an jedem einzelnen Tag des Jahres geöffnet, sogar an Weihnachten. (Es gibt keine praktische Entschuldigung dafür, bei einem Familienfest ohne Blumen aufzutauchen.)
- Umarmen Sie nicht. Lassen Sie es einfach sein. Man kennt den Händedruck, aber auch er wird sparsam eingesetzt. Nochmals: Umarmen Sie einen Esten auf keinen Fall. Ausgenommen sind Momente intimer Annäherung.

- Die estnische Sprache kennt kein Geschlecht und hat keine Zukunft (grammatikalisch gesehen).“
(http://www.estlandia.de/wissen.html )
 

 


 

Übersetzungen und Qualitätsmanagement:

Vom japanischen Kaizen zur DIN EN ISO 9001:2008

Artikel vom 30.04.2010

Das moderne Qualitätsmanagement (QM) ist in der DIN EN ISO 9001:2008 zum Standard geworden.

Das Übersetzungsbüro Eurolingua Übersetzungen GmbH & Co KG ist sowohl nach der DIN EN ISO 9001:2008 als auch nach DIN EN 15038 zertifiziert und stellt sich den Anforderungen an moderne Dienstleister.

Grundlage des Qualitätsmanagements ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP), der beeinflusst wurde von der japanischen Lebens- und Arbeitsphilosophie des Kaizen.

Kaizen bedeutet ‚Veränderung zum Besseren’.
Der zunächst philosophische Ansatz eines Strebens nach ständiger Verbesserung trat seinen Siegeslauf durch Übertragung in ökonomische Konzepte an.
Nicht die Innovation mit ihrer sprunghaften Verbesserung, sondern eine allmähliche Perfektionierung in kleinen Schritten war der Ansatz. Nicht die Überfrachtung des Kunden mit immer neuen Produkten, sondern höchste Kundenzufriedenheit durch ausgezeichnete Qualität von Produkten und Dienstleistungen ist das Ziel des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.
Das Kaizen setzt vor allem auf den menschlichen Faktor, gut qualifizierte und engagierte Mitarbeiter bilden den Grundstein für den Erfolg eines Unternehmens; Aus- und Weiterbildung sind kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Zukunft.
Das Qualitätsmanagement sichert durch Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung.

Für einen Übersetzungsdienstleister wie die Eurolingua Übersetzungen GmbH bedeutet dies in Umsetzung der Normen der DIN EN ISO 9001:2008 und DIN EN 15038 die Verpflichtung zu einem wirksamen und effizienten Qualitätsmanagementsystem, um den Anforderungen der Kunden optimal, termingerecht und kontinuierlich zu entsprechen. So sichern wir höchste Kundenzufriedenheit.
Dies wird nicht nur durch Selbstverpflichtung zur Einhaltung der Bestimmungen der DIN EN 15038 Übersetzungsdienstleistungen gewährleistet, sondern darüber hinausgehend durch die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2008, die laufende Überprüfungen und Bestätigungen der Zertifizierung durch eine externe Stelle bedeutet.

 


 

Der Austausch der Kulturen - Historisches jenseits von DIN und EN: Die Übersetzerschule von Toledo

Artikel vom 16.04.2010
In seinem Standardwerk „Die Übersetzung“ weist Georges Mounin darauf hin, dass es keinesfalls verwunderlich sei, dass in Spanien seit dem 12 Jahrhundert und für eine Dauer von anderthalb Jahrhunderten die erste bekannte Übersetzerschule bestand.
Ilija Trojanow und Ranjit Hoskoté beschreiben das spanische Al-Andalus als Träger der europäischen Kultur während des gesamten Mittelalters. (Trojanow/Hoskoté: Kampfabsage, München 2009); und Toledo wurde zum ‚Bagdad des Westens’.
Die Übersetzerschule von Toledo – Escuela de Traductores -  wurde von Erzbischof Raimund von Toledo in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründet. Spanien bot als Schnittstelle arabischer, jüdischer und christlicher Kultur nicht nur wertvolle Handschriften, die zu übersetzen waren, sondern auch die Anziehungskraft für Gelehrte aus ganz Europa.
Berühmte Übersetzer in Toledo waren allen voran Gerhard von Cremona und Robert von Ketton, der 1143 die erste Übersetzung des Korans ins Lateinische anfertigte.
Manuskripte wurden aus dem Griechischen, Hebräischen, und Arabischen übersetzt. In Toledo entwickelte man dazu die ‚kollaborative Übersetzung’, ein Jude oder ein Muslim übersetzte den arabischen Text mündlich ins Romanische oder Kastilische, und diese gesprochene Version übertrug dann ein Christ ins geschriebene Latein.
Übersetzt wurden in Toledo Aristoteles, Eudklid, Ptolemäus, Galen, Plotin und Proklos, das Werk von Maimonides und Averroes.
So verbreiteten sich aus dem regen kulturellen Austausch von Muslimen, Juden und Christen Impulse, die auf die Modernität Europas bleibenden Einfluss hatten.
Trojanow und Hoskoté werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass nur der Zusammenfluss der Kulturen intellektuellen und kulturellen Fortschritt schafft. Insbesondere in Al-Andalus sehen sie, während des 800-jährigen Bestehens dieses Gebietes, die Kern- und Keimzelle des modernen Europas. Dies führen sie nicht nur auf den Einfluss des Arabischen zurück, sondern verweisen insbesondere darauf, dass der Islam selbst persische, indische und griechische Einflüsse erlebte.
Die Übersetzer von Toledo – Dienstleister des Mittelalters – verbinden uns mit all diesen Wurzeln der Moderne.



Informationen aus der Praxis:
Recht und Strafrecht für Übersetzer und Dolmetscher


Nicht nur bei belletristischen Übersetzungen ergeben sich juristische Folgerungen nach dem Urheberrecht, auch bei Übersetzungen von Gebrauchstexten und bei Fachübersetzungen sind urheberrechtliche Belange zu berücksichtigen. Dies gilt ebenso für das Dolmetschen. Manuel Cebulla, staatlich geprüfter Übersetzer, studierte Wirtschafts- und Medienrecht und verbindet sein Wissen aus der langjährigen Berufserfahrung als Dolmetscher und Übersetzer mit juristischen Kenntnissen, um erstmalig über das Urheberrecht für Dolmetscher und Übersetzer wissenschaftlich, aber auch praxisnah zu schreiben:
Manuel Cebulla, Das Urheberrecht der Übersetzer und Dolmetscher, ISBN 978-3-86573-319-1, Berlin 2007
Zum Thema Strafrecht im Bereich der Sprachmittlung hat Manuel Cebulla eine einschlägige Monographie verfasst, die zunächst die der Übersetzertätigkeit zugrundeliegenden Normen sowie die spezifischen Sanktionsnormen untersucht. Dabei behandelt Cebulla auch außerstaatliche Regelungen wie die DIN-Normen und die Normen des Berufsverbandes BDÜ. Eine wissenschaftlich und juristisch fundierte Abgrenzung zwischen Dolmetschen und Übersetzen bildet die Grundlage für die Erläuterung möglicher strafbarer Handlungen in der translatorischen Praxis. 
Manuel Cebulla, Sprachmittlerstrafrecht. Die strafrechtliche Verantwortlichkeit der Dolmetscher und Übersetzer, ISBN 978-3-86573-285-9, Berlin 2007.

 


 

Online-Rechnungen mit elektronischer Signatur

Artikel vom 21.03.2010
Für online-Rechnungen gilt: Geschäftsleute dürfen die darin enthaltene Vorsteuer nur dann geltend machen, wenn die Rechnung mit einer "qualifizierten elektronischen Signatur" versehen ist. Dies folgt aus Paragraf 14 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz , um dem Nachweis von Echtheit und Unversehrtheit des Rechnungsinhalts zu erbringen.
(3) Bei einer auf elektronischem Weg übermittelten Rechnung müssen die Echtheit der Herkunft und die Unversehrtheit des Inhalts gewährleistet sein durch

1.
eine qualifizierte elektronische Signatur oder eine qualifizierte elektronische Signatur mit Anbieter-Akkreditierung nach dem Signaturgesetz vom 16. Mai 2001 (BGBl. I S. 876), das durch Artikel 2 des Gesetzes vom 16. Mai 2001 (BGBl. I S. 876) geändert worden ist, in der jeweils geltenden Fassung, oder

2.
elektronischen Datenaustausch (EDI) nach Artikel 2 der Empfehlung 94/820/EG der Kommission vom 19. Oktober 1994 über die rechtlichen Aspekte des elektronischen Datenaustauschs (ABl. EG Nr. L 338 S. 98), wenn in der Vereinbarung über diesen Datenaustausch der Einsatz von Verfahren vorgesehen ist, die die Echtheit der Herkunft und die Unversehrtheit der Daten gewährleisten.

Weitere Informationen unter: http://www.akademie.de/fuehrung-organisation/recht-und-finanzen/tipps/finanzwesen/signaturzwang-bei-e-rechnungen.html



Kinder spielen Krieg – doch wie lässt sich eigentlich Frieden spielen?

Projekt: „Übersetzungsleistungen von Diplomatie und Medien. Europa 1450–1789“

Die Konfliktforschung lehrt: Frieden ist kein passiver Zustand einfachen Unterlassens, sondern ein aktiver Prozess. Doch wie schließt man Frieden?

Das vom BMBF geförderte Verbundprojekt „Übersetzungsleistungen von Diplomatie und Medien. Europa 1450–1789“ befasst sich epochenübergreifend mit den „Übersetzungsleistungen“ neuzeitlicher Friedensschlüsse. Interdisziplinär werden Fragestellungen der Politik, der Kunstgeschichte und der Rechtswissenschaft integriert.

Am Institut für Europäische Geschichte in Mainz befasst sich ein Forschungsschwerpunkt mit den Begründungsmetaphern in den Friedensverträgen in der Zeit zwischen Westfälischem Frieden und Französischer Revolution sowie beim Wiener Kongress.
Hochinteressant eines der drei Einzelprojekte: „Probleme des Kulturtransfers in den Beziehungen zum Osmanischen Reich“.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Thema „Missverständnissen und Unwissen in internationalen und interkulturellen Zusammenhängen“. Es stellt sich die Frage, inwieweit in Friedensverhandlungen und – verträgen der Neuzeit bewusst Ignoranz und Unwissen produziert werden, um spezifische Interessen besser legitimieren und durchsetzen zu können.
Die Quellengrundlage wurde u.a. durch das DFG-geförderte Mainzer Projekt „Europäische Friedensverträge der Vormoderne online“ erarbeitet.

Am Institut für Europäische Kulturgeschichte der Universität Augsburg werden die Voraussetzungen der Sprachverwendung und des Einsatzes von Sprachen in den Friedensverträgen untersucht.
Den Studien liegt die Theorie zugrunde, dass bestimmte Sprachen als Instrumente zur Durchsetzung politischer Interessen und der nationalen Repräsen-tation eingesetzt wurden. Es soll geklärt werden, warum und wann Latein, Französisch oder auch die deutsche Sprache benutzt wurden. Insbesondere das Deutsche diente in bestimmten Regionen Europas als Verkehrs- und Friedenssprache.

Ein weiterer Augsburger Forschungsschwerpunkt widmet sich den »Übersetzungen von Friedensverträgen in Geschichtswerken, Editionen und Zeitungen«.  Die Vertragstexte wurden europaweit kopiert, vervielfältigt, übersetzt und versendet und waren so ein fester Bestandteil der damaligen Medienlandschaft.

Weitere Informationen unter: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/projekte/id=344
Neue Amtssprachen der Europäischen Union.
Artikel vom 25.05.2007
Zum 1. Januar 2007 wurde Irisch (Gaeilge) in den Katalog der Amtssprachen der EU aufgenommen. Auch Bulgarisch und Rumänisch wurden durch den EU-Beitritt von Bulgarien und Rumänien am 01.01.07 als EU-Amtssprachen anerkannt.

Nunnmehr gibt es bei 27 Mitgliedsländern 23 offizielle Amtssprachen in der EU:

> Bulgarisch (BG)

> Dänisch (DA)

> Deutsch (DE)

> Englisch (EN)

> Estnisch (ET)

> Finnisch (FI)

> Französisch (FR)

> Griechisch (EL)

> Irisch (Gaeilge

> Italienisch (IT)

> Lettisch (LV)

> Litauisch (LT)

> Maltesisch (MT)

> Niederländisch (NL)

> Polnisch (PL)

> Portugiesisch (PT)

> Rumänisch (RO)

> Schwedisch (SV)

> Slowakisch (SK)

> Slowenisch (SL)

> Spanisch (ES)

> Tschechisch (CS)

> Ungarisch (HU)

Quelle: www.eiz-niedersachsen.de/eu-amtssprachen.html

Die Amtssprachen sind im Hinblick auf die Kommunikation zwischen Einrichtungen der EU und den Mitgliedsstaaten von Bedeutung. So werden die Rechtsvorschriften der EU in allen Amtssprachen verfasst. Jeder Bürger der Europäischen Union hat ein Recht auf die Kommunikation mit den politischen Einrichtungen der EU in der/einer der Amtssprache(n) seine Heimatlandes.

Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/aktion-europa/de/LinkesMenue/
FuerMeinProjekt/Mitte/Argumente/Argumente
__50__12,navCtx=114366.html#t2

Auch bei der Umsetzung von EU-Richtlinien spielen die Amtssprachen eine Rolle. Werden z. B. deutsche Produkte mit CE-Kennzeichnungspflicht in ein anderes EU-Land exportiert, so muss in der Regel die zugehörige technische Dokumentation hierzu in mindestens einer der Amtssprachen der EU verfasst sein und die Gebrauchsanleitung in der Verwendersprache vorliegen.

Quelle:  http://www.magdeburg.ihk24.de/produktmarken/
innovation/InnovationTechnologie/CEKennzeichnung.jsp

http://www.bis-handwerk.de/Standardmodule/Download/GetDocument_neu.asp?document=1737

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